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Wie Marcel Frede und Joscha Biermann mit Leidenschaft ihr Hobby leben

Ballett ist nicht nur Mädchensache

BAD PYRMONT.Ballett ist nur etwas für Mädchen? Nicht für Joscha und Marcel. Die beiden Jungs haben sich mit der gleichen Leidenschaft wie die Mädchen dem Tanz verschrieben und das Ballett zu ihrem großen Hobby gewählt.

veröffentlicht am 07.02.2018 um 19:21 Uhr

Schnell in die Schläppchen, dann geht es für Joscha (li.) und Marcel ab in den Ballettsaal. Foto: hei
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Karin Heininger Reporterin
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Schnell aus den Jeans in die Trikots geschlüpft, die schweren Turnschuhe mit den leichten Ballett-Schläppchen getauscht, und schon sausen Marcel und Joscha in den Ballettsaal, stellen sich an die Stange und folgen dem klassischen Exercise, das ihre Lehrerin Patricia Struffolino ihnen und den anderen vorgibt.

Die Anderen: Das sind Laura, Olivia und Elisa, graziöse Mädchen mit dem klassischen Haarknoten der Ballerinen, wie man sie überall auf der Welt kennt. Das Ballett gehört neben dem Reiten ganz eindeutig zu den bevorzugten Hobbies heranwachsender Mädchen. Doch anlässlich des begangenen „Tag des Balletts“ sollen hier einmal zwei Jungen im Mittelpunkt stehen, die sich mit der gleichen Leidenschaft wie die Mädchen dem Tanz verschrieben und das Ballett zu ihrem großen Hobby gewählt haben.

Marcel Frede aus Baarsen, seit vier Jahren in der Ballettklasse der Musikschule aktiv, und Joscha Biermann aus Bad Pyrmont, seit sechs Jahren dabei, sind die einzigen männlichen Schüler, die Ballettpädagogin Patricia Struffolino aus Detmold in Bad Pyrmont unterrichtet. Im Gymnastikraum der Park Residenz, wo die Ballettklassen der Musikschule Gastrecht genießen, bereiten sich die beiden Neunjährigen gemeinsam mit den Schülerinnen auf ihren nächsten großen Auftritt vor: Am 10. März führt die Ballettabteilung der Musikschule im Konzerthaus das Tanzstück „Abenteuer im Räuberwald“ auf, Joscha und Marcel verkörpern unter anderem den „Herbstwald“ zur Musik von Antonio Vivaldi.

Beim klassischen Exercise an der Stange sind alle konzentriert bei der Sache, angeleitet von Patricia Struffolino (re.). Foto: Hei
  • Beim klassischen Exercise an der Stange sind alle konzentriert bei der Sache, angeleitet von Patricia Struffolino (re.). Foto: Hei

Dass da zwei Jungen mit ihnen Pirouetten drehen und bunte Baumblätter durch die Luft wedeln – die Mädchen haben kein Problem damit. „Das ist doch mal was anderes, wenn Jungen dabei sind“, sagt Olivia. Umgekehrt ist es ebenso unkompliziert, wie beide Jungen versichern. Doch sowohl Marcel als auch Joscha wissen, dass sie mit ihrem ungewöhnlichen Hobby für viele Menschen irgendwie Exoten sind: „Manche von meinen Kumpels lachen darüber, und manche staunen“, erzählt Marcel. „Aber Fremde wissen auch nicht, wie schwer es ist, Ballett zu lernen“, fügt er hinzu. Viele von Joschas Freunden wissen gar nicht mal von seinem nicht alltäglichen Steckenpferd. Und wenn sie es nun aus der Zeitung erfahren? „Die lesen keine Zeitung“, sagt Joscha cool.

Beide Jungen wirken selbstbewusst und sind konzentriert bei der Sache, als sie ihre Übungen zum Aufwärmen an der Stange absolvieren. Patricia Struffolino hält Marcel und Joscha für begabt. Aber auch, wenn sie „noch lange“ Ballett machen möchten – beruflich können sie sich eine Tänzerlaufbahn nicht so recht vorstellen. „Ich möchte mal Bauer werden wie mein Vater“, sagt Marcel. Joscha wünscht sich eine Karriere als Schauspieler, denn Tanzen ist nicht sein einziges Hobby. In der Herderschule ist er Mitglied der Theater AG und der AG „Lebendiges Mittelalter“. Zum Ballett ist er durch seine Schwester gekommen: „Ich wollte es auch mal versuchen, und dann hat es mir gefallen“.

Irgendwie scheint die Tanzfreude sowieso in beiden Familien zu liegen. Als die Mütter ihre Jungen zur Ballettstunde abliefern, erzählt Patricia Biermann, dass sie selbst früher auch Ballett gemacht hat. Und Dana Frede versichert: „Ich habe schon immer gern und viel getanzt“.

Beide Jungen waren vor ihrer Tanzerei bei der musikalischen Früherziehung in der Musikschule, und wie ihre Mütter berichten, sind ihre Kinder auch zuhause viel in Bewegung, sobald sie Musik hören. Und dann steht nicht nur klassisches Ballett auf dem Programm, dann wird auch Rock ’n’ Roll und Hip Hop getanzt. Die Mamas sind jedenfalls sehr einverstanden mit dem Hobby ihrer Söhne und finden es gut, dass auch Marcel und Joscha dazu stehen.



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