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Nach dem Tod der Mutter hat sich der Tierpark für die Trennung von Kenai und Koda entschieden

Bärenbrüder sind auf dem Weg nach Belgien

Bad Pyrmont (Hei). Noch einmal gehen die Mitarbeiter des Tierparks zu Koda und Kenai ans Gehege, reichen den beiden jungen Kragenbären leckere Baum-Blätter durchs Gitter und sagen dann ,,Tschüs“! Einige Monate lang waren die beiden die Attraktion des Zoos an der Südstraße, haben sogar das Fernsehen angelockt. Doch heute gehen sie auf eine weite Reise: Tierpark-Leiter Linus Kampe bringt die Lieblinge der Pyrmonter in ihre neue Heimat, den Safaripark Monde Sauvage im belgischen Aywaille.

veröffentlicht am 05.11.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 10:21 Uhr

Kenai und Koda (rechts) gucken traurig. Heute reisen sie in den
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Mit einer Beruhigungsspritze wurden die Bärchen, inzwischen 20 Kilo schwer und ca. 70 cm lang, auf den Transport vorbereitet und dann in große Kisten verladen. Der Abschied fällt Linus Kampe nicht leicht: ,,Es war von Anfang an klar, dass sie nicht hier bleiben würden, weil wir sie auf Dauer gar nicht artgerecht unterbringen können“, tröstet er sich über das plötzliche Ende hinweg. Der belgische Safaripark war seit dem Sommer als zukünftiger Heimatort für die im Januar geborenen Brüder ausgemacht. Dass die Trennung jedoch so schnell kam, lag an einem traurigen Ereignis. Bärenmutter Maria (27) ist vor ein paar Tagen gestorben. Nachdem sich ihr Gesundheitszustand immer mehr verschlechterte, musste sie schließlich eingeschläfert werden. ,,Maria hat ihr spätes Mutterglück zwar noch sichtlich genossen, hat die Kleinen auch super versorgt und sich bis zum Schluss rührend gekümmert. Aber wahrscheinlich hat sie das Ganze doch zu sehr gefordert“, betont Kampe. Koda und Kenai können inzwischen natürlich längst eigenständig fressen, an Marias ,,Molkerei“ wurde nur noch ab und zu ein bisschen genuckelt. Doch ein Leben ganz ohne Mama wollte man ihnen in der vertrauten Umgebung nicht mehr zumuten.

Dass die Zwillinge möglichst zusammenbleiben sollten, war für Familie Kampe wichtig. Im Zuge einer Tauschaktion wechseln die Bären die Besitzer, so wie das über die per Internet vernetzten Zoobetriebe heute üblich ist. Irgendwann werden dann Tiere aus dem Safaripark nach Bad Pyrmont übersiedeln.

Jedenfalls ist Kragenbär Gerd (25), der Vater von Koda und Kenai, jetzt Alleinherrscher im Gehege. Um den Nachwuchs nicht zu gefährden, wurde er stets von ihnen ferngehalten, durfte nur noch spätabends und nachts ins Freie. Koda und Kenai werden in Monde Sauvage zunächst in einem separaten Innengehege untergebracht und dann allmählich ihrem neuen Artgenossen, einem Männchen, zugeführt.

Linus Kampe will die Anlage fotografieren und die Fotos auf der Homepage des Tierparks veröffentlichen. So können die Pyrmonter Zoo-freunde genau sehen, wo ihre Lieblinge geblieben sind.

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