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Rathaus ist papierärmer geworden

Bad Pyrmonts langer Weg ins digitale Zeitalter

BAD PYRMONT. Auf dem Weg zur digitalen Verwaltung ist Bad Pyrmonts Rathaus schon ein gutes Stück gegangen, auch wenn der einzelne Pyrmonter das noch nicht als so spürbar empfinden wird, denn Onlinedienstleistungen gibt es nur wenig. Dafür wird schon seit Jahren an der Digitalisierung der Verwaltung gearbeitet.

veröffentlicht am 18.09.2018 um 16:38 Uhr
aktualisiert am 18.09.2018 um 17:30 Uhr

Christof Amelung (re.), Naoum Sindis und zwei weitere Kollegen sorgen in einem besonders gesicherten Raum des Rathauses dafür, dass die digitalen und nach außen durch die Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg gesicherten Datenströme fließen können. F
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Die Digitalisierung der Gesellschaft betrifft alle Lebensbereiche – also auch die öffentlichen Verwaltungen. Das Land Niedersachsen will aktuell mit einem Gesetz dafür sorgen, dass Einwohner, Unternehmen und Verbände zukünftig in immer mehr Bereichen ihre Verwaltungsdienstleistungen online abwickeln können – weitgehend auch bei den Kommunen. „Mir ist besonders wichtig, dass die Nutzung der digitalen Dienste für Bürgerinnen und Bürger spürbar leichter wird“, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Dienstag bei der Vorstellung des Handlungsplanes „Digitale Verwaltung und Justiz.“

Elektronisches Rechnungswesen, der Abschied von Verwaltungsvorgängen auf Papier und vor allem Datenschutz – Walter Schlieker, Leiter des Fachbereichs Zentrale Dienste, zählt auf, um was es geht. Nämlich darum, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, um Onlinedienstleistungen anbieten zu können.

„Wir haben 60 verschiedene Programme für die Fachbereiche im Einsatz, die angeschafft und vor allem gepflegt werden müssen“, sagt Schlieker. Das dafür notwendige Dokumentenmanagementsystem – die datenbankgestützte Verwaltung elektronischer Dokumente – musste für alle Programme kompatibel gemacht werden, „und zwar für jedes einzelne Amt“.

Es ist bislang vor allem die Digitalisierung nach innen, mit der sich die Verwaltung auf dem Weg zum papierarmen Rathaus beschäftigt. Immerhin sei es gelungen, den Papierstapel um die Hälfte zu reduzieren, sagt Schlieker. Zum Beispiel mit dem Ratsinformationssystem, mit dem die Verwaltung bereits seit 2005 alle Unterlagen für den Rat digital zur Verfügung steht.

Möglich ist es auch, digitale Stellenbewerbungen abzugeben. Davon machen zwei Drittel der Interessenten gebrauch. Hat ein Bewerber den Zuschlag bekommen, dann landen seine Personalunterlagen in der elektronischen Datenbank. Ausgenommen sind davon nur die Papiere, die eine Unterschrift benötigen, wie etwa Arbeitsverträge.

Kaum genutzt wird dagegen die Möglichkeit, sich auf digitalem Weg an Auftragsausschreibungen der Stadt zu beteiligen. Gerade einmal 1 Prozent der Unternehmen machen von dieser Möglichkeit gebrauch, die Kommunen ab 2020 anbieten müssen, und das in Bad Pyrmont seit etwa drei Jahren angeboten wird.

Bis zum Jahr 2020 müssen alle Rechnungen – von der Benzinrechnung für die Dienstwagen bis hin zur Rechnung für einen Neubau – auf elektronischem Weg verarbeitet werden. In Bad Pyrmont geschieht dies schon seit Anfang 2017. Immerhin fallen 12000 Rechnungen jährlich an, von denen die allermeisten gescannt werden müssen, denn elektronische Rechnungen sind ist laut Schlieker bislang Ausnahme. Auf der anderen Seite will die Stadt 2019 damit beginnen, die Rechnungen, die sie selber ausstellt, ins digitale Zeitalter zu überführen. Damit einher geht die Installation eines „Tax Compliance Managements“ für die elektronische Vertragsdatenbank, mit dem sichergestellt wird, dass die Stadt ihre Steuern vollständig und fristgerecht zahlt. Das muss bis zum 1.1. 2021 erledigt werden. Allein der Fachbereich Schliekers hat in dieser Datenbank 1000 Dokumente abgelegt.

Und was kann der ganz normale Pyrmonter online erledigen? „Bislang nicht viel“, räumt Schlieker ein. Formulare herunterladen gehört dazu – auch wenn die ausgedruckt, von Hand ausgefüllt und per Post ans Rathaus geschickt werden müssen. Auf der Homepage der Stadt gibt es viele Informationen, Angebote und eine „Lob&Tadel“-Rubrik mit einem Statusversprechen. Schlieker geht davon aus, dass das Onlineangebot in den nächsten Jahren aber deutlich ausgebaut wird. Genug Möglichkeiten gibt es. Die 88 000 Einwohner zählende Stadt Flensburg gehört zu den in dieser Sache führenden Verwaltungen und listet gegenwärtig 21 Onlinedienste auf. Das reicht von aktuellen Wartezeiten im Bürgerbüro über die Anmeldung einer Versammlung bis hin zur Onlinesuche nach Fundsachen.



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