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Was die Stadt gegen Hacker tut

Bad Pyrmonts Hüter des Datenschatzes

BAD PYRMONT. Die Stadt Bad Pyrmont hat unzählige sensible Daten ihrer Bürger elektronisch gespeichert. Wer Zugriff auf das System bekommt, kann immensen Schaden anrichten. Der IT-Beauftragte Dieter Brackhahn sieht die Kommune aber gut geschützt. „Wir haben die höchste Ausbaustufe“ sagt er.

veröffentlicht am 10.01.2019 um 13:33 Uhr
aktualisiert am 10.01.2019 um 16:15 Uhr

Dieter Brackhahn kümmert sich als IT-Beauftragter um den Datenschatz der Stadt Bad Pyrmont. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Als Dieter Brackhahn davon hörte, dass ein 20-Jähriger etliche Daten von Politikern und Prominenten gestohlen und veröffentlicht haben soll, da konnte er kaum glauben und tut es immer noch, dass der junge Mann das ganz alleine geschafft hat. An seinen Job habe er aber in diesem Zusammenhang nicht gedacht, sagt er. Brackhahn ist als IT-Beauftragter für den Schutz der Daten der Stadt Bad Pyrmont zuständig, denn davon hat die Kommune unzählige in ihren Systemen elektronisch gespeichert. Die gute Nachricht: Einen erfolgreichen Hackerangriff hat es bislang – soweit bekannt – nicht gegeben.

Da sich die Möglichkeiten der Hacker immer weiter entwickeln, müssen auch wir das tun.

Walter Schlieker, Leiter Zentrale Dienste

Der kommunale Datenschatz fängt beim Personenregister an, reicht von Kontoverbindungen, Einkommensnachweisen und Schüler-Leistungsdaten über Baupläne, Ausschreibungsunterlagen und nicht-öffentliche Ratsdokumente bis hin zu Steuerdaten. Wer Zugriff auf das System bekommt, kann immensen Schaden anrichten. „Wir verfügen seit gut drei Jahren über die höchste Ausbaustufe“, berichtet Brackhahn und nennt Stichworte wie Firewall, Network Protection oder Sandstorm Protecion. Protection steht für Schutz, „und der Schutz von Daten hat für uns eine ganz hohe Priorität“, sagt Walter Schlieker, Leiter der Zentralen Dienste der Stadt Bad Pyrmont.

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Hacken

„Hacken“ definiert der Duden als Versuch, durch geschicktes Ausprobieren und Anwenden verschiedener Computerprogramme mithilfe eines Rechners unberechtigt in andere Computersysteme einzudringen. In seiner ursprünglichen Verwendung bezieht sich der Begriff auf Tüftler, die versuchen, die Grenze des Machbaren zu erkunden. Der Computer-Aktivist Wau Holland (1951-2001) nannte einen Hacker jemanden, „der versucht einen Weg zu finden, wie man mit einer Kaffeemaschine Toast zubereiten kann.“uk

Experten gehen davon aus, dass es nicht die Frage ist, ob eine Kommune Ziel eines Datendiebes wird, sondern wann. Angreifer können Zugang zu geheimen Daten und sensiblen Informationen erhalten, die viel Geld wert sein können. Sie können aber auch mit Viren Festplatten verschlüsseln, um Zahlungen zu erpressen oder einfach nur Schaden anzurichten. Die Stadt Bad Pyrmont nutzt eine Reihe von Dienstleistern für die Abwehr von Angriffen auf eines ihrer gut 60 Softwareverfahren. Wichtigster Partner ist dabei die Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg (KDO), die für den Transport der Daten außerhalb des Rathauses zuständig ist. „Wir selber haben keinen Server, der öffentlich zugänglich ist“, erklärt Brackhahn. Die KDO spielt zum Beispiel beim Austausch mit anderen Behörden eine wichtige Rolle. Dabei werden die Daten im Rechenzentrum mit einem Zertifikat verschlüsselt, weitertransportiert und müssten dann vom Empfänger wieder entschlüsselt werden. Damit folgt auch Bad Pyrmont einer Richtlinie des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Für Hacker und Datendiebe können die Daten einer Kommune sehr interessant sein. Entweder um Geld zu machen oder um Schaden anzurichten. Doch nicht alle Daten sind gelich wichtig. Foto: dpa
  • Für Hacker und Datendiebe können die Daten einer Kommune sehr interessant sein. Entweder um Geld zu machen oder um Schaden anzurichten. Doch nicht alle Daten sind gelich wichtig. Foto: dpa


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