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Bad Pyrmonts Hoteliers sollen nach den Sternen greifen

Bad Pyrmont (Hei). Möglichst alle Pyrmonter Vermieter sollten nach den Sternen greifen. Das finden jedenfalls die Bad Pyrmont Tourismus GmbH (BPT) und der Kur- und Verkehrsverein (KVV). Eine Klassifizierung der Hotels, Pensionen und Gästehäuser nämlich ist das erklärte Ziel beider Gremien. Und auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Niedersachsen ist voll auf ihrer Linie.

veröffentlicht am 07.10.2010 um 19:28 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 01:41 Uhr

Steigenberger
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Deshalb reiste seine Geschäftsführerin Renate Mitulla jetzt eigens in die Kurstadt, um die interessierten Betriebe auf Einladung des KVV im Infozentrum zu informieren.
 Die seit 1992 gängige Hotel-Klassifizierung bekam 2005 eine „kleine Schwester“, die G-Klassifizierung. Darin lassen sich kleinere Betriebe wie Gasthäuser und Pensionen, die sich von der Hotel-Einstufung nicht angesprochen fühlten, nach eigenen Kriterien beurteilen, erklärt Mitulla. Hier gibt es bisher maximal vier Sterne. „Aber demnächst soll, wie bei den Hotels, auch der fünfte Stern möglich werden“, stellt die Fachfrau in Aussicht.
 Nach Mitullas Überzeugung sollten die Gastgeber eine niedrigere Einstufung nicht unterschätzen: ,,Für jede Kategorie gibt es Gäste, und ein Stern ist besser als kein Stern.“ Klassifizierte Häuser ließ sich nun einmal besser vermarkten und hätten außerdem größere Chancen im Internet“. Denn: „Online buchen ist das Zauberwort von heute“, betont die Dehoga-Frau. 

 Was alles verlangt und erwartet wird, wenn ein Haus einen Stern oder mehrere erlangen möchte, ist in einem Kriterienkatalog festgehalten, den Mitulla jetzt in Bad Pyrmont verteilt hat. Neben den harten Kriterien, die unbedingt zu erfüllen sind, gebe es auch ,,weiche“. Zum Beispiel, was die Einrichtung der Zimmer angehe, die zumindest funktionstüchtig und in mangelfreiem Zustand sein müsse. „Auf jeden Fall darf kein Leipziger Allerlei in den Zimmern stehen“, bringt es die Expertin auf den Punkt. Dass das Bad nicht kleiner als fünf Quadratmeter sein darf, wenn es Punkte bringen soll, sieht mancher Vermieter allerdings als Problem.  So wird schonmal die Frage laut: „Wenn ein Bad nun mal nicht größer ist, muss ich dann anbauen?“ Räumliche Einschränkungen, die sich nicht verändern lassen, könnten durch andere Punkte gutgemacht werden, verheißt Mitulla.
 Ein anderer Diskussionspunkt ist Thema Rezeption. Genügt für einen Stern noch ein ,,Empfangsdienst“, so werden für drei Sterne schon eine 14 Stunden lang besetzte separate Rezeption und eine Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit gefordert. Und lohnt sich ein Frühstücksbüfett (bringt zwei Sterne), wenn zeitweise nur zwei oder drei Gäste im Hause sind? Diese Bedenken hat Thomas Kleinsorge, Inhaber der ,,Windmühle“ in Eichenborn. Da gesteht Mitulla schon eine gewisse Flexibilität zu, denn der Trend gehe ohnehin wieder mehr zum individuellen Frühstück statt zum Büfett.
 Allerdings erklärt sie auch, warum eher subjektive Wahrnehmungen des Gastes wie Zuwendung, Freundlichkeit und Atmosphäre im Kriterienkatalog nicht erfasst werden (können) und deshalb für einen Stern keine Rolle spielen: „Die sporadischen Besuche des Fachgremiums können nur einen sachlichen Zustand registrieren“, sagt Mitulla.
 Genau dieser neutrale Blick hat zum Beispiel Erika Pieper vom Hotel Schaumburg bisher von der Sterne-Jagd abgehalten: „Dass das Persönliche nicht zählt, sondern nur nüchterne Kriterien und eine Beurteilung nach Schema F, stört mich. Ich bin mir noch nicht klar, ob ich mich tatsächlich klassifizieren lasse.“
 Der Hotelbereich der Kur- sana-Residenz ist bereits klassifiziert, und Christiane Reese hat damit nur gute Erfahrungen gemacht: „Die Klassifizierung mit vier Sternen hat uns bei der Vermarktung und den Online-Buchungen sehr geholfen“, betont sie.
 Dass Bad Pyrmont mit durchgehender Klassifizierung auch eine Gäste-Klientel wie zum Beispiel Messe-Besucher gewinnen könnte, unterstreicht BPT-Chef Karsten Stahlhut. „Bisher sind 13 Betriebe klassifiziert und drei befinden sich in der Folge-Klassifizierung“, sagt er.
 Weil der Griff nach den Sternen aber nicht umsonst zu haben ist, versichert KVV-Geschäftsführer Peter Middel: „Unser Ziel ist es, die Kosten für die Klassifizierung für die einzelnen Betriebe bei einer entsprechenden Anzahl erträglich zu gestalten.“



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