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Weiland nimmt Rat in die Pflicht

Bad Pyrmont und Anzio feiern – feiert die Politik mit?

BAD PYRMONT. Der Städtepartnerschaftsverein Bad Pyrmont will das 60-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft mit dem italienischen Anzio im Herbst dieses Jahres groß feiern. Doch die Vorsitzende Marianne Weiland fragt sich, ob der Rat mitfeiert. Sie kritisiert das mangelnde Engagement der Kommunalpolitiker.

veröffentlicht am 21.02.2018 um 12:41 Uhr
aktualisiert am 21.02.2018 um 15:30 Uhr

„Beginnen Sie ein Stück Außenpolitik auf kommunaler Ebene“, appellierte die Vorsitzende Marianne Weiland an die Ratsmitglieder. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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„Ist das Thema Städtepartnerschaf in den Händen eines Vereins ein isolierter Teil kommunalen Handelns?“, fragte sie anlässlich der Mitgliederversammlung am Dienstagabend. Bekanntlich ist die 1958 geschlossene Partnerschaft mit Anzio die drittälteste in Deutschland – nach Bonn und Burgwedel. Später folgten das niederländische Heemstede und nach der Wiedervereinigung Bad Freienwalde in Brandenburg. Die Partnerschaften leben durch Besuche und Gegenbesuche, Jugendaustausch, Kontakte auf privater und institutioneller Ebene durch Feuerwehren und Vereine und nicht zuletzt durch das Engagement des Städtepartnerschaftsvereins. „Es geht dabei nicht um unsere eigene Bespaßung, nicht um unsere eigenen Hobbies, nicht um unsere eigenen Freundschaften. Wir pflegen keine Vereins-Partnerschaften, sondern wir pflegen Städte-Partnerschaften“, betonte Marianne Weiland und stellte fest, dass der Verein in vielen Bereichen erfolgreich arbeite und Bürger und Projekte zusammenbringe. Allerdings sei ein Bereich vollkommen leer. „Und das ist die Politik mit ihren Akteuren des Stadtrates“, kritisierte sie. Die Gelegenheit, das zu ändern, sei günstig. In Heemstede werde im März ein neuer Rat gewählt, in Anzio im Mai. „Ergreifen sie diese Chance und beginnen sie ein Stück Außenpolitik auf der kommunalen Ebene“, appellierte sie und wünschte sich, dass die Ratsmitglieder mit ihren Kollegen in den Partnerstädten das Betätigungsfeld der Kommune erweitern. Themen gebe es genug, wie Migration, Inklusion, Armutsbekämpfung, Gesundheit oder Umwelt. Und noch einen Wunsch äußerte die Vorsitzende: „Senden sie einen Abgeordneten in unsere Projektgruppe, die das Jubiläumsfest mit Anzio vorbereitet.“

Diese Gruppe ist bereits fleißig, sammelt Ideen für das Fest und will Fördermittel bei der Europäischen Union beantragen. Gefeiert werden soll vom 18. bis 21. Oktober. „Früher würden die Italiener nicht kommen, denn dort ist vorher noch Feriensaison“, erklärte Projektleiter Jens Luker den relativ späten Termin im Jahr. Er möchte möglichst viele Bürger und Vereine in das Fest einbinden. Gedacht ist zum Beispiel an einen Spieletag für Vereine zum gegenseitigen Kennenlernen, eine Ausstellung mit alten Ansichtskarten aus Anzio und Bad Pyrmont und ein gemeinsames Chorkonzert mit einer von einem italienischen Chorleiter komponierten Jubiläumshymne.

Zu der Versammlung hatte jedes einzelne Ratsmitglied eine persönliche Einladung bekommen, doch gekommen waren von den insgesamt 32 Kommunalpolitikern nur vier aus den Reihen von SPD, FDP und Grünen. Dagegen fehlten Vertreter von CDU, Wir für Pyrmont, AfD und Bürgersinn völlig. Wer nicht fehlte, war Bürgermeister Klaus Blome (parteilos). Er bescheinigte dem Verein, einer der wichtigsten Vereine Bad Pyrmonts zu sein, denn der erfülle städtische Aufgaben. Er versicherte den Vereinsmitgliedern, dass das Thema Städtepartnerschaft kein isolierter Teil kommunalen Handels sie. „Die Verbundenheit der Stadt mit dem Verein ist vorhanden.“ Ausdrücklich begrüßte der Bürgermeister den Vorschlag, sich mit Kollgen aus den Partnerstädten auszutauschen. „Ein Symposium zu den genannten Themen wäre wirklich etwas Besonderes.“

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