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Rheumanetz Bad Pyrmont gegründet

Bad Pyrmont übt den medizinischen Schulterschluss

BAD PYRMONT. Die beiden internistisch-rheumatologischen Rehabilitationskliniken „Der Fürstenhof“ und die „m&i-Fachklinik Bad Pyrmont“, die orthopädische Abteilung des Bathildiskrankenhauses, niedergelassene Ärzte und orthopädische Rehabilitationsklinken haben das „Rheumanetz Weserbergland-Bad Pyrmont“ gegründet.

veröffentlicht am 11.09.2018 um 12:25 Uhr
aktualisiert am 11.09.2018 um 21:10 Uhr

In der „m&i-Fachklinik Bad Pyrmont werden Rheumapatienten in der Kryposauna bei minus 130 Grad Celsius behandelt. Foto: m&i-Fachklinik
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Für das Projekt konnten auch die Landesverbände der Rheumaliga Niedersachsen und der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB) als Partner gewonnen werden. Die beiden Selbsthilfegruppen haben zusammen allein in Niedersachsen fast 70 000 Mitglieder. „Das Ziel des neu gegründeten Rheumanetzes ist es, das Profil von Bad Pyrmont als Kompetenzzentrum für Bewegungsorgane und insbesondere für rheumatische Erkrankungen zu schärfen“, so Kurdirektor Maik Fischer. Bad Pyrmont sei seit langem als Standort mit besonderen Kompetenzen im Bereich von rheumatischen Erkrankungen, Knochenerkrankungen wie Osteoporose und orthopädischen Erkrankungen bekannt. „Diese medizinischen Kernkompetenzen passen gut zu den hier vorhandenen ortsgebundenen Heilmitteln Moor, Wasser und Kohlendioxid“, so Fischer, der sich als einer der Initiatoren sehr über das Zustandekommen des Rheumanetzes freut, denn Medizin und Therapie seien die Stärken von Bad Pyrmont. Zugleich betont er, dass man für die Kooperation auch mit weiteren Partnern in der Region bereit sei und diese weiterentwickelt werden solle. „Auch unter touristischen Aspekten ist das für das Weserbergland meiner Meinung nach wichtig.“

Das Netzwerk soll die Aktivitäten der lokalen Akteure bündeln, um Bad Pyrmont und das Weserbergland zu einer der führenden Regionen für Prävention und Rehabilitation von rheumatischen Erkrankungen und Knochenerkrankungen zu gestalten und damit gleichzeitig einen ländlichen Raum aufzuwerten. Eine besondere Aufgabe des Rheumanetzes sei die Durchführung von Patientenschulungen, teilte das Staatsbad mit. Aktuell ist für den 11. Mai 2019 eine große Patientenfortbildung in Planung. Vorgesehen sind vormittags Vorträge im Konzertsaal und nachmittags Seminare und aktive Anwendungen in den mitwirkenden Kliniken. Bereits zum diesjährigen Welt-Osteoporose-Tag (20. Oktober) ist eine große Patientenveranstaltung im Konzerthaus geplant, die gemeinsam mit dem Bundesselbsthilfeverband Osteoporose organisiert wird. Das Staatsbad rechnet mit etwa 600 Teilnehmern. In diesem Jahr wurden in Bad Pyrmont bereits mehrere überregionale Veranstaltungen durchgeführt, unter anderem das Rheumasymposium am Internationalen Bechterew-Tag im Mai mit mehr als 600 Teilnehmern aus ganz Deutschland und eine Ärztetagung zum Thema Osteoporose im Juni.

„Zwei Rheumaklinken zugleich an einem Standort zu haben, ist schon etwas Besonderes“, meint Dr. med. Marin Gehlen, Chefarzt der Klinik Fürstenhof, der dem als Verein gegründeten Netzwerk als zweiter Vorsitzender vorsteht. Vorsitzender ist Prof. Dr. med Christoph von Schulze Pellengahr, Chefarzt im Bathildiskrankenhaus. Laut Gehlen werden in Bad Pyrmont in den beiden Rehakliniken jährlich etwa 2500 Patienten behandelt.

Die Teilnehmer der Gründungsversammlung des neuen Rheumanetzes. Foto: Staatsbad
  • Die Teilnehmer der Gründungsversammlung des neuen Rheumanetzes. Foto: Staatsbad

Die Gründung des Netzwerkes passt zum anhaltenden Wandel der Traditions-Kurorte. Im Rahmen eines übergeordneten Projektes des Niedersächsischen Heilbäderverbandes unter Beteiligung der Kurdirektoren Maik Fischer (Bad Pyrmont) und Dr. Norbert Hemken (Bad Zwischenahn) erarbeiten die einzelnen Kurorte ein eigenes, spezifisches Profil, mit dem sie überregional identifiziert werden sollen. Die Basis hierfür sind die fachmedizinischen Kompetenzen in Kombination mit den ortsgebundenen natürlichen Heilmitteln.

Information

Rheuma ist ein Überbegriff für rund 200 verschiedene Erkrankungen, die vor allem eines gemeinsam haben: Sie verursachen anhaltende, meist starke Schmerzen. In Deutschland sind laut der Selbsthilfeorganisationen „Rheuma-Liga“ rund 20 Millionen Menschen von einer rheumatischen Erkrankung betroffen. Wer von Rheuma spricht, meint jedoch meist die rheumatoide Arthritis, die häufigste Form von Rheuma. Sie entsteht durch eine chronische Entzündung der Gelenke, die immer unbeweglicher werden, schmerzen und sich steif anfühlen.



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