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Die frühere Ministerin Aygül Özkan befasste sich mit dem Problem der ärztlichen Versorgung

Bad Pyrmont hat seine eigene Problemlage

Bad Pyrmont. Den gesammelten Unmut über die ärztliche Versorgung in Bad Pyrmont hatten die etwas mehr als 30 Zuhörer im Gepäck, als die ehemalige Sozial- und Gesundheitsministerin Aygül Özkan in Bad Pyrmont Station machte. Auf Einladung des Stadtverbandes der CDU und der Senioren-Union referierte sie über die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Niedersachsen und ging dabei auch auf die Probleme ein, die ihr aus der Runde vorgetragen wurden.

veröffentlicht am 12.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 16:41 Uhr

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Autor:

Rudi Rudolph
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Ein Ort wie Bad Pyrmont, in dem sich der demografische Wandel schon augenfällig im hohen Altersdurchschnitt zeige, habe, so die ehemalige Ministerin, seine eigene Problemlage. „Der Landkreis hat zwar statistisch gesehen eine hervorragende ärztliche Versorgung,“ sagte Aygül Özkan, „aber die Ärzte sind nicht da, wo sie gebraucht werden.“

Das ist den Pyrmontern allerdings bekannt. Denn wie aus dem Plenum bemerkt wurde, gelte das besonders für die Versorgung in der Augenheilkunde und in der Rheumatologie. Die regionale Demografie werde nicht berücksichtigt, sodass gerade ältere und unter Umständen mehrfach erkrankte Menschen zu langen Wegen gezwungen sind, um fachärztliche Versorgung zu erhalten.

So sei es ein Verteilungsproblem, das besonders der frühere Bürgermeister Klaus-Henning Demuth anprangerte und das Özkan bestätigte. Die Standesvertretung der Ärzte, die kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen, die auch für die Einrichtung eines Kassensitzes für niedergelassene Ärzte zuständig ist, habe immer einen Rückzieher gemacht, wenn vorhandene Fachärzte sich gegen einen neuen Kollegen sträubten, so die frühere Ministerin. Aus diesem Grunde sei beispielsweise die Niederlassung eines Rheumatologen im Landkreis abgelehnt worden.

Die spezielle Pyrmonter Situation, dass dringend ein neuer Augenarzt benötigt werde, griff Ursula Körtner auf. Es gehe nicht an, monierte die CDU-Politikerin, dass zwei Augenarzt-Kassensitze vorhanden seien, doch ein Arzt seine Praxis veräußern wolle und ein anderer nur selten und hauptsächlich für Privatpatienten tätig sei. Daher müsse die Lage vor Ort differenziert betrachtet und mit der Kassenärztlichen Vereinigung gesprochen werden.

Der Fraktionsvorsitzende der CDU im Rat, Udo Nacke, verwies darauf, dass auch die Stadt in der Pflicht sei. „Bei uns liegt die Verantwortung, für einen Augenarzt auch die Voraussetzungen in der Infrastruktur mit Kita, Schulen und Kultur zu schaffen und Bad Pyrmont für Ärzte interessant zu machen. Das kürzliche Beispiel, dass ein Interessent aufgrund von Auflagen lieber nach Bielefeld abwandert, darf sich nicht wiederholen.“

Aygül Özkan erläuterte das Modellprojekt dreier Landkreise, die per „Rollender Arztpraxis“ die medizinische Versorgung auf dem Land sicherstellen wollen, und mahnte an, gemeinsame Lösungsansätze zu finden. Dies müsse sich dann auch auf den pflegerischen Bereich beziehen sowie auf Angebote mit flexibler Zeiteinteilung etwa für junge Ärztinnen. Ebenfalls müssten Krankenhausärzte ermächtigt werden, ambulant Patienten zu behandeln und damit einem Facharztmangel entgegenzuwirken.

Allerdings hat die Ex-Ministerin, die auch nicht mehr Mitglied des Landtages ist, nur beschränkte Möglichkeiten zur Intervention. Gespräche auf verschiedenen Ebenen und Mitarbeit in Gremien sind da wohl am vielversprechendsten.



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