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Internationale Künstler spielen im Schlosshof

Bad Pyrmont feiert den Blues

BAD PYRMONT. Wenn Instrumente weinen und die stilechte Kleidung aus schwarzem Anzug, weißem Hemd mit schwarzer – aber schmaler – Krawatte besteht, ist entweder der Gang zum Insolvenzrichter angesagt oder – deutlich erfreulicher – eine Blues-Party.

veröffentlicht am 10.06.2019 um 18:03 Uhr
aktualisiert am 10.06.2019 um 21:50 Uhr

Auch die Bad Pyrmonter Musikschule konnte überzeugen: Hier mit Andreas Vogt am Schlagzeug. Siri Fidorra (links) und Piotr Techmanski spielen Saxophon. Foto: yt
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Carlhermann Schmitt Reporter
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Wenn dann aber auch noch das schwarze Hütchen und die Sonnenbrille zum Dresscode gehören, ist klar: John Belushi und Dan Aykroyd lassen grüßen. Als Blues Brothers sind sie bereits 1980 Pate gestanden für den Aufzug, der jedem vor Augen führt: „Ich steh‘ auf Blues.“ Und wem der passende Fan-Artikel fehlte, konnte sich am Samstag zumindest noch Trilby und Sonnenbrille im Bad Pyrmonter Schlosshof besorgen, um seiner Begeisterung für John Lee Hooker, Eddy Clearwater oder auch Jimi Hendrix Ausdruck zu verleihen. Denn da fanden sich zum „International Day of Blues“ großartige Musiker aus Amerika, Frankreich, Norwegen und Deutschland ein, um mit ihrem Spiel die Steine der Schlossmauern zu erweichen und die Gäste zu begeistern.

Zum Auftakt spielten Dozenten und Schüler der Bad Pyrmonter Musikschule und machten schon mal klar, dass es hier nichts zu lachen gab. Vor allem mit Eigenkompositionen von Andreas Vogt wie C-Jam oder Jazz Blues sorgten sie für die passende Moll-Stimmung. Dabei begeisterte auch die 16-jährige Siri Fidorra, die gemeinsam mit Piotr Techmanski am Saxophon und Andreas Vogt für den ersten Höhepunkt am frühen Abend sorgte.

Rund 300 Besucher erlebten die Dozenten und Schüler der Musikschule, den amerikanischen Gitarristen Robert Gaines, der mit Blue Alley auftrat, die norwegische Formation Oz & The Wizards sowie die Blue Souls aus Frankreich. Allesamt hervorragende Musiker, die sich dem Blues verschrieben haben. Und so wie für die Zuschauer war der „Day of the Blues“ auch für sie ein Happening. Sie kannten sich von gemeinsamen Auftritten oder lernten sich im Schlosshof kennen und hatten Spaß miteinander und auch keine Berührungsängste, um mit den Gästen ins Gespräch zu kommen. So erzählte Tristan Bouteiller von seiner fast schon antiken Bluesgitarre einer „Harmony“, die auch heute noch für wenig Geld zu bekommen sei, obwohl sie soundmäßig einer „Les Paul“ durchaus das Wasser reichen könne und dem Chicago-Blues zu der entsprechenden Authentizität verhelfe. Bouteiller ist im Übrigen ein alter Hase in Bad Pyrmont, ist er doch auch schon mit Blue Souls in der Spelunke aufgetreten. „Ah Bad Pyrmont hat einen ganz besonderen Zauber“, lobt er die Atmosphäre auch im Schlosshof.

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Niklas Dimitri Halseide von Oz & The Wizzards. Foto: yt

300 Gäste – der Veranstalter Joachim Konarek zeigte sich damit zufrieden, auch wenn er sich schon einige Gäste mehr für diese Veranstaltung erhofft hätte. „Ich hoffe dennoch, damit den Grundstein für eine neue Tradition in Bad Pyrmont zu legen.“ Gerade im nächsten Jahr zum 300-jährigen Stadtjubiläum möchte er die Bluestage zu einem Festival ausweiten. „Wenn es klappt, wäre ein Blueswochenende zu Pfingsten im Schlosshof eine aufregende Sache, zu der wir sicherlich auch Fans aus der weiteren Umgebung begrüßen dürften.“ Denn auch schon am Samstag waren die Fans des Blues aus der gesamten Region angereist.

Und die Besucher ließen sich mitreißen von Sandra Delacourt, die mit überwältigender Stimme alle Emotionen des Chicago Blues herüberbrachte und dabei filigran von Tristan Bouteiller an der Gitarre begleitet wurde.

Oz & The Wizards nahmen die Gäste mit auf eine musikalische Reise zum Mississippi, besangen eine „Crazy Women“ und die „Queen of Evil“. Und der Südstaaten-Rhythmus wurde intoniert von Robert Gaines und Blue Alley. Die Gäste wollten keine Band von der Bühne lassen, forderten Zugaben, aber da um 22 Uhr die Segel gestrichen werden mussten, konnten sich die Musiker nicht fügen. Und für die Gäste bedeutet das, sich bis zum nächsten Jahr zu gedulden. Wenn dann aus dem Blues-Tag ein Festival wird, können Musiker und Gäste viel enger zusammenwachsen.


Eine Bildergalerie zu der Veranstaltung gibt es ab Montagmittag auf dewezet.de



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