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Edeka gibt Pläne für die Schillerstraße auf und überrascht die Stadt / Blome sieht Alternative kritisch

Backshop als Drive in statt Supermarkt?

BAD PYRMONT. Die Lebensmittelkette Edeka hat ihren Plan, einen Supermarkt an der Schillerstraße in Bad Pyrmont zu bauen, aufgegeben. Der Standort sei wirtschaftlich nicht tragbar, heißt es zur Begründung gegenüber der Stadt. Doch die angedachte Alternative sieht Bürgermeister Klaus Blome kritisch.

veröffentlicht am 01.02.2019 um 12:37 Uhr
aktualisiert am 01.02.2019 um 21:50 Uhr

Wo sich früher ein „... nah und gut“-Markt der Edeka befand, sollte eigentlich ein Vollsortimenter entstehen. Foto: Archiv
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Seit Mai 2017 sind die Edeka-Pläne bekannt. Daraufhin gab es eine Untersuchung des Straßenverkehrs, die laut Stadt zu grundsätzlich positiven Ergebnissen für den Standort Schillerstraße kam. Auch die schalltechnischen Konflikte schienen zum Ende des Jahres 2018 lösbar zu sein. Um so größer war die Überraschung, dass das Unternehmen nun einen Rückzieher gemacht hat. „Erfreut hat uns diese Entscheidung nicht“, sagte Bürgermeister Klaus Blome am Freitag auf Anfrage. In der von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung im Auftrag der Stadt erarbeiteten Auswirkungsanalyse vom Juni 2017 sei die Wirtschaftlichkeit schließlich klar herausgestellt worden. Zudem stelle das Einzelhandelskonzept aus dem Jahr 2015 den zu überplanenden Bereich als Potenzialfläche für großflächigen Einzelhandel dar.

„Dieser Standort ist auch maßgeblicher Faktor für die Abgrenzung des Nahversorgungszentrums Schillerstraße“, heißt es in der Beschlussvorlage für den Bau- und Umweltausschuss am nächsten Dienstag. Der soll nämlich über die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines Bebauungsplanes entscheiden, der den Bereich nördlich der Schillerstraße zwischen Kampstraße und Erdfällenstraße umfasst. Grund: „Durch den Rückzug der Edeka an diesem Standort wird die Entwicklung von Nutzungen wahrscheinlich, die nicht im Einklang mit den städtebaulichen Entwicklungszielen der Stadt Bad Pyrmont für den Standort Schillerstraße stehen“, heißt es in der Vorlage weiter.

Gemeint ist damit eine vom Projektentwickler des Unternehmens vorgetragene Idee, auf dem Grundstück, wo sich früher ein „... nah und gut“-Markt der Edeka befand, einen Backshop als Drive in in Kombination mit Wohnen zu verwirklichen. „Das sehen wir kritisch“, betonte Blome. „Mit der Bauleitplanung wollen wir ein Instrument schaffen, um jetzt in Ruhe darüber entscheiden zu können, was dort entstehen kann und was nicht“, begründete er das jetzt anstehende weitere Vorgehen seiner Verwaltung.

Favorisiert werde hier nach wie vor eine Nutzung für den Einzelhandel, sagte er ungeachtet des Unverständnisses in Holzhausen, dass im Abstand von wenigen Hundert Metern schon ein neuer Rewe-Markt entsteht. Um beide Märkte zu ermöglichen, hatte die Stadt damals die Verkaufsflächen auf maximal 1500 Quadratmeter reduziert. Sowohl Rewe als auch Edeka hatten 1750 Quadratmeter beantragt.

„Sollte Edeka nicht bauen, dann hätte sich die Stadt selber geschädigt, denn 250 Quadratmeter fallen auf jeden Fall weg“, hatte Rewe-Betreiber Uwe Gnädig beim ersten Spatenstich für den Neubau im September 2018 festgestellt. „Ich sehe nicht, dass wir etwas falsch gemacht haben. Rewe ist auch mit 1500 Quadratmetern gut bedient“, entgegnete Blome, darauf angesprochen. „Eine größere Verkaufsfläche hätte mehr Parkplätze benötigt. Das wäre wahrscheinlich schwierig gewesen.“

Um eine Fehlentwicklung und damit eine Schwächung des Nahversorgungszentrums zu vermeiden, empfiehlt die Verwaltung der Politik, die Bauleitplanung für die Sicherung eines großflächigen Einzelhandelsstandortes aufzustellen.

Die für Bad Pyrmont zuständige Edeka Minden-Hannover Stiftung & Co. KG reagierte auf eine bereits am Donnerstag per Mail übermittelte Bitte um eine Stellungnahme bislang nicht.



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