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„Weltklassik am Klavier“: Oskar Jezior beeindruckt – berührt aber nicht

Bach und Mozart im Eiltempo

Bad Pyrmont. Wahrscheinlich hatten sich viele Pyrmonter schon auf die junge Pianistin Annika Treutler in der Reihe „Weltklassik am Klavier“ gefreut, doch mit der Vorankündigung in der Presse war klar, dass statt ihrer ein Ersatzpianist die Reihe Weltklassik am Klavier fortsetzen würde. So war denn auch der kleine Saal des Konzerthauses nur dünn besetzt.

veröffentlicht am 04.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 03:41 Uhr

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Autor:

Rudi rudolph
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Und der junge, in Polen geborene Oskar Jezior, vielfacher Preisträger internationaler Wettbewerbe, hatte es schwer, die Zuhörer zu erreichen. Vielleicht war er zu schnell in die Ersatzrolle gedrängt worden, hatte man doch den Eindruck, er wolle sich der Aufgabe schnell entledigen. Einen derartigen Hochgeschwindigkeits-Bach und Tempo-Mozart hat man wohl selten gehört. Drei Sätze aus der Partita Nr. 6 e-moll BWV 830 von Johann Sebastian Bach rasten im Eiltempo vorüber, Wolfgang Amadeus Mozarts Sonate Nr. 12 F-Dur KV 332 ebenso. Beeindruckend, und das erkannte auch das Publikum an, Jeziors Fingerfertigkeit, Präzision und Modulationsfähigkeit. Doch zulasten der Geschwindigkeit gingen Emotion und Ausstrahlung verloren, sodass mancher Zuhörer in der Pause ob des Tongewitters zwar beeindruckt, jedoch nicht berührt war.

Oskar Jezior, der zunächst Violine studierte, dann zum Klavier wechselte und zudem gefragter Komponist ist, ist eigentlich ein Multitalent und gehört zu den wenigen Musikern, die sich nicht auf ein bestimmtes Fach oder einen bestimmten Stilbereich festlegen lassen. Dass er als ausgezeichneter Pianist im zweiten Konzertteil dann doch sein Publikum fesselte, lag an Johannes Brahms’ 3 Intermezzi op 117, deren dunkle, elegische Melancholie offensichtlich besonders gut zu seinem Interpretationsstil passte. Auch die 4 Klavierstücke op. 119, Brahms’ letztes Klavierwerk, die mit der Rhapsodie in einem mächtigen und wuchtigen Schluss enden, beeindruckten durch intensive und sensible Umsetzung. Freundlicher Beifall forderte eine Zugabe, und Oskar Jezior kam dem Wunsch mit einer Mazurka von Joseph Hoffmann nach.

Oskar Jezio im kleinen Saal des Konzerthauses.rr

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