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„Villa Parkfrieden“ nach umfangreicher Sanierung zu neuem Leben erweckt

Aus Dornröschenschlaf geholt

BAD PYRMONT. Der marode Kaiserhof und das still gelegte Hotel Rasmussen sind nur zwei von einigen stummen Zeugen einer verhängnisvollen Entwicklung in Bad Pyrmont: Ehemals gut besuchte Hotels und Pensionshäuser haben mit der Entwicklung des Kurortes nicht Schritt gehalten. Es wurde nicht rechtzeitig investiert, oder die Betreiber fanden keine geeigneten Nachfolger.Geht Bad Pyrmonts Stadtarchitektur also den Bach runter? Nicht ganz, denn immer mal wieder werden – von der Öffentlichkeit oft nicht bemerkt – historische oder zumindest ältere Häuser in Bad Pyrmont ansprechend restauriert.

veröffentlicht am 28.08.2018 um 15:20 Uhr
aktualisiert am 28.08.2018 um 16:00 Uhr

Karl-Heinz Webel vor dem von seinen Eltern als Kurpension „Villa Parkfrieden“ geführten Haus. foto: hei
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Karin Heininger Reporterin
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Aufsehen erregend war und ist das im Jugendstil erbaute Haus Kurgarten an der Bombergallee, das von einem russischen Investor zu einer prächtigen Villa saniert wurde. Doch es gibt noch andere Beispiele, und so werden wir in einer losen Serie einige Pyrmonter Häuser vorstellen, die wie Phönix aus der Asche gestiegen sind und ein neues Leben gewonnen haben.

Der erste Gang führt zu einer schmucken weißen Villa, die etwas versteckt hinter Bäumen auf dem Weg von der Promenade Am Hylligen Born zu den Kliniken liegt. Am Schückingplatz lautet die offizielle Adresse, und der Name Schücking ist auch mit diesem wunderschönen Jugendstilbau besonders verknüpft.

Denn das Haus gehörte zu einem Ensemble mehrerer Gebäude, die Prof. Dr. Adrian Schücking (Königlich Preußischer Sanitätsrat, Badearzt, Forscher, Politiker, Schriftsteller und Philosoph, wie Walter Dietrichkeit in der 1995 von der Freimaurerloge Friedrich zu den drei Quellen herausgegebenen Biographie schreibt) um die Wende zum 20. Jahrhundert bauen ließ. „Eingebettet... in den bevorzugtesten und schönsten Teil des Kurortes, umgeben von einem acht Morgen großen Privatpark und darüber hinaus umschattet von den uralten Alleen des Kurparkes“: So wurden die Sanatoriumshäuser seinerzeit angepriesen.

Die Holztreppe im Inneren wurde abgeschliffen, die Wände geweißt und zum Teil neuer Parkettboden verlegt. foto: hei
  • Die Holztreppe im Inneren wurde abgeschliffen, die Wände geweißt und zum Teil neuer Parkettboden verlegt. foto: hei

Mein Bestreben war, den Charakter des Hauses zu erhalten, es so behutsam wie möglich zu sanieren.

Karl-Heinz Webel, Besitzer Villa Parkfrieden

Und etwas von diesem Flair umgibt noch heute das Haus auf dem 2400 Quadratmeter großen Grundstück, das der jetzige Besitzer Karl-Heinz Webel (84) aus Hannover in den vergangenen vier Jahren sanieren und restaurieren ließ. Geerbt hat er das 307 Quadratmeter große Gebäude von seinen Eltern Emilie und Herbert Webel, die das Haus als Kurpension „Villa Parkfrieden“ führten. Nach dem Tod der Mutter 2007 stand das Haus leer, wirkte mit seiner ergrauten Fassade und dem verwildertem Garten wie ein Dornröschen-Schloss, nur entdeckt von vorüber kommenden Passanten oder von Kurgästen aus den Kliniken.

Nach gründlicher Sanierung und Restaurierung ist es jetzt ein Schmuckstück geworden. „Mein Bestreben war, den Charakter des Hauses zu erhalten, es so behutsam wie möglich zu sanieren“, betont der Besitzer, der gemeinsam mit seinem Sohn die Arbeiten der heimischen Handwerker von Hannover aus überwachte und dabei auch von einer aufmerksamen Nachbarin unterstützt wurde, die immer mal nach dem Rechten sah.

Am grundsätzlichen Bestand wurde nichts verändert, aber dennoch viel saniert: Das Dach ausgebessert, die Heizung von Öl auf Gas umgestellt, die Holztreppe im Inneren abgeschliffen, Wände geweißt und zum Teil neuer Parkettboden verlegt, der zugewachsene Garten entkernt. Im Haus wurden verfaulte Holzfensterbänke durch Granitbänke ersetzt und die Balkongeländer nach den neuen Sicherheitsbestimmungen erhöht. Der besondere Charme des Hauses aber mit seinen beiden großen Wohnzimmern im Erdgeschoss und den vier ehemaligen Gästezimmern im oberen Geschoss, mit den Jugendstilfenstern im Treppenhaus und der schönen Ornamentik an den Außenfassade blieb erhalten.

„Jetzt fehlen nur noch die letzten Feinarbeiten, dann kann das Haus etwa ab September vermietet werden“, sagt Karl-Heinz Webel, strahlt dabei über das gelungene Projekt. Und er fügt hinzu: „Am liebsten wäre mir ja eine große Familie, bei fünf möglichen Schlafzimmern kein Problem!“



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