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Warum sich Angela Vollbrecht hier wohlfühlt und manchmal an ihre frühere Heimat erinnert wird

Aus Afrika nach Bad Pyrmont

Bad Pyrmont. Eine schwindende Einwohnerzahl hat der letzte Zensus für Bad Pyrmont ergeben. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit. Weiterhin zieht es Menschen in diese Stadt, nicht nur kurzzeitig als Tourist, Kurgast oder Wellness- und Entspannungssucher, sondern als Neubürger. Was ließ sie Bad Pyrmont als neuen Wohnort auswählen? In einer Serie gehen die PN dieser Frage nach. Heute: Angela Vollbrecht.

veröffentlicht am 29.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 11:21 Uhr

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Autor:

Klaus Titze
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„Wieso ziehst du denn nach Bad Pyrmont?“ war eine der überraschten Fragen an Angela Vollbrecht, als sie ihre Umzugsabsicht offenbarte. So ganz unrecht hatten ihre Freunde mit ihrer Skepsis allerdings nicht. Es war schon ein echter Kulturschock, den sie zu bewältigen hatte. Nach gut 25 Jahren, die sie in Botswana und Ghana gelebt hatte, war sie von der Lebensart auf dem afrikanischen Kontinent sehr geprägt. „Das Leben läuft einfach in einem anderen Rhythmus. Viele Dinge des täglichen Lebens sind für die Menschen in Afrika wichtiger. Und der Blick in die Zukunft, vorausschauend zu planen und auf Ziele hinzuarbeiten, hat für Europäer, insbesondere hier in Deutschland, einen ganz anderen Stellenwert.“

Für sie war Bad Pyrmont als neue Heimat im Grunde keine Frage. Durch ihre ältere Schwester, die seit langem hier wohnt, war ihr diese Stadt durch zahlreiche Besuche bereits vertraut. Gebürtig im Südharz, zog es sie stets in leicht bergige Landschaften. „Ich liebe das Weserbergland. Es ist einfach schön hier. Man kann ganz tolle Touren unternehmen, selbst wenn man kein Auto zur Verfügung hat, sondern per pedes oder mit dem Fahrrad die Gegend erkunden möchte“, schwärmt sie lächelnd. Und Bad Pyrmont füge sich sehr harmonisch eben in dieses Landschaftsbild ein. „Ich glaube, ich hatte auch ein wenig Heimweh und sehnte mich nach Schneelandschaften. Als ich hier den ersten Herbst und Winter erlebte, habe ich ganz glücklich meinen Freunden davon berichtet und gesagt: Ihr müsstet das hier sehen, so schön ist es hier!“ Noch immer beeindruckt von dem herbstlichen Farbenbild schildert Frau Vollbrecht ihre Eindrücke und stellt dabei heraus, dass sie sich leidenschaftlich für Bäume und für die Natur begeistern könne.

In Bad Pyrmont angekommen, habe sie sich in ein altes Haus verliebt, das sie inzwischen erwerben konnte. Und so, wie sie sich Zeit für die Gestaltung ihres neuen Heimes nimmt, so streift sie auch durch ihre neue Heimatstadt, stets mit offenen Augen und Gespür für das Besondere. So sei ihr eine Szene in der Schlossstraße in Erinnerung, die geradezu malerisch anzusehen gewesen sei. Eine alte Villa, efeubewachsen mit schmiedeeisernen Balkongittern und auf einem dieser Balkone eine ältere Dame, die versunken Blumen goß. „Ich musste einfach stehen bleiben und dieses Bild in mich aufnehmen“, sagt sie und fährt mit weiteren Beobachtungen fort. „Mir fallen zum Beispiel die unterschiedlichen Sprachen auf, die man hier in der Stadt vernehmen kann. Ich höre hier auch russische, rumänische oder asiatische Laute. Für eine Stadt wie Bad Pyrmont, die in ihrer Historie schon immer von Fremden profitierte, dürften dies eigentlich nur wohlklingende Laute sein“, meint sie.

Die kulturellen Angebote nehme sie schon wahr, besuche Vorlesungen oder genieße auch Vorstellungen in dem schnuckeligen Kino. Aus einer kurzen Lebensphase in einem Dorf in den Niederlanden habe sie die Erfahrung, wie hilfreich es sein kann, wenn man als neu Zugezogener besucht und mit Informationen über seine neue Wahlheimat versorgt wird. Damals hätte sie auch von ihren Vorlieben sprechen können und sogleich gute Angebote für Kontakte erhalten. Das sei eine schöne Geste gewesen und sie habe diese Aufmerksamkeit als sehr angenehm empfunden.

Ihren Blick auf Bad Pyrmont schließt sie mit einer gänzlich anderen Wahrnehmung. „Was mich immer wieder aufhorchen lässt und amüsiert, ist, dass ich die Tiere im Zoo hören kann. Die Schreie der Affen und das Brüllen des Löwen wecken Erinnerungen an mein anderes Leben und ich genieße diese Momente“, sagt sie lachend.

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