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Gebetomat im Ludwig-Erhard-Berufskolleg in Paderborn aufgestellt

Auf Knopfdruck ein Gebet

Paderborn. Er ist knapp zwei Meter hoch, rund einen Meter breit und wiegt 220 Kilogramm. Er stand schon auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin, in Salzburg und an der University of Manchester: der Gebetomat, ein Automat, in dem der Besucher an öffentlichen Orten quasi „auf Knopfdruck“ Gebete abrufen kann. Seit gestern steht er auch in Paderborn, und zwar im Ludwig-Erhard-Berufskolleg: Die Schule hat den Gebetomaten für einen Monat ausgeliehen. Auch weitere Schulen im Erzbistum Paderborn haben ihn bereits vorbestellt, um ihn als Element der Schulpastoral zu nutzen. Geschaffen wurde der Automat vom Berliner Künstler Oliver Sturm. Er ähnelt einem Passbild-Automaten und stellt mit seinen 0,8 Quadratmetern die kleinste Form eines spirituellen Raums dar. Er ist konzipiert für öffentliche Räume wie etwa Bahnhöfe, Flughäfen, Raststätten und andere belebte Plätze und bietet Passanten an diesen schnelllebigen Orten eine Gelegenheit zur inneren Einkehr.

veröffentlicht am 02.09.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 08:21 Uhr

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In der Pausenhalle des Ludwig-Erhard-Berufskollegs steht der Gebetomat zwar am Rande, aber doch deutlich sichtbar in einem Bereich, in dem wichtige Aushänge regelmäßig viele Schüler anziehen. „Man kommt nicht an ihm vorbei, ohne ihn wahrzunehmen“, sagt Lydia Korbmacher, Lehrerin für Religion und Wirtschaft am Berufskolleg, die das Projekt begleitet. Sobald der Besucher die Kabine betreten und den Vorhang zugezogen hat, erscheint auf einem Touchscreen ein Menü, über das verschiedene Gebete ausgewählt werden können. Die Auswahl reicht vom Vaterunser über gregorianische Choräle, tibetanische Mönchsgesänge, Korangebete, hebräische Kaddisch-Gebete bis hin zu Indianer-Gesängen. Derzeit verfügt das Archiv über rund 320 Gebete in 65 Sprachen.

Dem Künstler Oliver Sturm ist bei seinem Projekt nach eigener Aussage nicht daran gelegen, die einzelnen Religionen als solche abzubilden, sondern das Beten an sich. „Mein Ansatz ist es, eine Irritation im Alltag zu schaffen, denn hier werden nicht Getränke oder Süßigkeiten aus einem Automaten bezogen, vielmehr Gebete und somit etwas sehr Innerliches.“



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