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Igor Gershunovsky – selbst konstruierte Fahrräder sind seine Leidenschaft

Auf drei Rädern ins Abenteuer

BAD PYRMONT. Vorsichtig dreht Igor Gershunovsky den Schlüssel im Schloss eines alten Backsteinlagerhauses in der Hamelner Werftstraße um, öffnet die Tür und steht vor einem Verschlag aus Folie und Kanthölzern. Auch hier öffnet er die Tür – und da stehen sie: zwölf Exemplare seiner ganz besonderen Entwicklung.

veröffentlicht am 28.02.2017 um 16:04 Uhr
aktualisiert am 28.02.2017 um 18:34 Uhr

Igor Gershunovsky ist ein Tüftler. Zwölf derartige Fahrräder, dreirädrig mit eiförmigem Dach aus Plexiglas, hat er konstruiert und gebaut – und zudem einen Verein gegründet. Foto: ar
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Autor

Rudi Rudolph Reporter
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Ein Fahrrad, dreirädrig, überspannt von einem eiförmigen Dach aus Plexiglas und doch von der Grundkonstruktion her anders als die gewöhnlichen Dreiräder, die man schon gelegentlich aus dem Straßenverkehr kennt. Igor Gershunovsky ist ein Tüftler. Aus Kiew, wo er bereits an der Entwicklung eines Familienfahrrades für die Freizeit beteiligt war, kam er 2003 nach Deutschland und löste zunächst ein Fahrradproblem in der eigenen Familie.
Für seinen Vater baute er ein altersgemäß bequemes Gefährt. Dreirädrig sollte es sein, mit einem komfortablen Sattel, aus dem bald ein richtiger Sitz wurde, ein Dach gegen den häufigen Regen sollte es haben und schließlich kam noch ein Elektromotor dazu. Irgendwie entstand so eine Art E-Bike de luxe. „Seit etwa zehn Jahren nehme ich am Felgenfest in Hameln teil“, erklärt Gershunovsky. „Da habe ich so viele verschiedene Arten von Fahrrädern gesehen. Tandems für zwei oder drei Fahrer, alle möglichen Formen und Farben, Liegeräder, Dreiräder, auch manch selbst konstruiertes Rad. Das hat mich inspiriert.“ 2011 begann er, Fahrräder nach eigenen Vorstellungen zu bauen, um damit auch am Felgenfest teilnehmen zu können.
Als gelernter Schlosser im Bereich Feinmechanik und später als Ingenieur-Konstrukteur war das technische Verständnis vorhanden, sodass Igor Gershunovsky einen eigenen Rahmen entwickelte, einen soliden großen Sitz darauf montierte, Vorder- und Hinterräder mit hochwertigen Bremsen ausstattete und auch das übrige Zubehör wie Schutzbleche, Beleuchtung und Transportkorb nicht vergaß. Ein Elektromotor wird von einem Akku gespeist, wie er auch in E-Bikes zu finden ist, doch bleibt die Entscheidung, nur zu treten, den Motor zu Hilfe zu nehmen oder sich ganz davon antreiben zu lassen, dem Fahrer überlassen. Zwölf Modelle hat er inzwischen fertiggestellt, die er gerne mit Freunden und seiner Ehefrau an der Weser entlangtrudeln lässt. Ihn fasziniert die Landschaft, und auf diesen Touren wird er häufig von Neugierigen auf seine Fahrzeuge angesprochen. Interessiert sind vor allem auch ältere oder weniger mobile Menschen, die mit seinen Rädern plötzlich einen erheblich größeren Aktionsradius ausnutzen können, um beispielsweise touristische Ziele im Weserbergland zu erreichen. Gershunovsky begleitet sie dann gerne, leitet an und hilft. Die Pausen unterwegs verkürzt er mit einer kleinen Jonglier-Show.
Der große Zuspruch motivierte ihn sogar, einen Verein zu gründen. Und gerade dieser Tage kam die Bestätigung ins Haus, dass nunmehr der Verein „Abenteuer auf Rädern e. V.“ ins Vereinsregister eingetragen wurde. Jetzt soll das Frühjahr mit spannenden Ausflügen seines Vereins ins Visier genommen werden. Man wird die auffälligen Vehikel an der Weser nicht übersehen.



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