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Staatsbad und Fürstentreff planen

Auf der Hauptallee wird 2018 kräftig gefeiert

BAD PYRMONT. Für das 350-jährige Jubiläum der Pyrmonter Hauptallee im kommenden Jahr gibt es bereits konkrete Pläne. Der Verein Pyrmonter Fürstentreff will sein Historienfest unter das Motto „Vergnügliche Hauptallee“ stellen und das Staatsbad Pyrmont plant ein Festwochenende mit einem Kulturfest.

veröffentlicht am 25.10.2017 um 13:04 Uhr
aktualisiert am 25.10.2017 um 17:20 Uhr

Das Fürstenfrühstück – hier ein Foto aus dem Jahr 2015 – wird im kommenden Jahr aus dem Kurpark in die Hauptallee umziehen. Foto: Archiv/yt

Autor:

Hans-Ulrich Kilian und Karin Heininger
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Die Stadt Bad Pyrmont will zur Vorbereitung der Feierlichkeiten zum 350-jährigen Bestehen der Hauptallee im kommenden Jahr alle beteiligten Verbände an einen Tisch bringen. Das sagte der Erste Stadtrat Eberhard Weber im Kulturausschuss zu und erklärte sich bereit, die Moderation zu übernehmen. Parallel dazu kündigte der Verein Pyrmonter Fürstentreff an, sein „Fürstenfrühstück“ im Juli 2018 auf der Hauptallee statt wie bisher im Kurpark zu veranstalten. Das Staatsbad plant ein kulturelles Straßenfest.

Wie berichtet, hatte die Senioren Union Bad Pyrmont das Jubiläumsthema angestoßen, weil laut dem Vorsitzenden Werner Lange das niemand „auf dem Schirm“ hatte. Im Kulturausschuss stieß diese Initiative auf große Zustimmung. „Das ist im Ansatz richtig und lobenswert“, stellte der Ausschussvorsitzende Lars Diedrichs fest. „Es fragt sich nur, wie wir damit verfahren.“

Zumindest der Pyrmonter Fürstentreff weiß das schon. „Vergnügliche Hauptallee“ lautet vermutlich das Motto des Historienfestes, das wie immer Ende Juni/Anfang Juli stattfindet. Dabei wird der Mittelpunkt der Aktionen raus aus dem Kurpark, rein in die Allee verlegt. So will der Vorstand gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen soll „die älteste Fußgängerzone der Welt“ ihrem Rang entsprechend gewürdigt werden. Aber außerdem will der Vorstand auf diese Weise auch wieder mehr Zuschauer gewinnen und näher am Volk sein. So wird der Frühstückstisch 2018 vor dem Hotel Steigenberger gedeckt, und Platz nehmen dürfen nicht nur die Adeligen und, am Nebentisch, einige Kurgäste, die das Gesamtpaket „Fürstentreff“ gebucht haben. Gegen Gebühr sind dieses Mal auch „Normalos“ willkommen. Und auch in der Allee selbst sollen wieder mehr Aktionen an anno dazumal erinnern. Unter anderem wird ein Kurärztliches Ordinariat Sprechstunden abhalten.

Die Hauptdarsteller für 2018 sind schon ausgesucht worden: Ein bekanntes Liebespaar aus Pyrmonts Geschichte soll es sein, verspricht die Vorsitzende Christiane Richter, die Genaueres erst Anfang nächsten Jahres verraten will. Der Begründer der Hauptallee, Fürst Georg Friedrich zu Waldeck und Pyrmont, werde ebenfalls in den Mittelpunkt des Geschehens gerückt.

Diesem Fürsten möchte die Senioren Union gerne ein Denkmal vor der Stadtkirche setzen lassen. „Wie soll das aussehen?“ fragt sich Eberhard Weber, der nun mit dem Vorsitzenden der Senioren Union sprechen und einige Eckdaten klären will. Diese Vorarbeiten könne die Verwaltung auch ohne Beschluss leisten. Es wäre aber gut, so Diedrichs, so schnell wie möglich eine beschlussfähige Situation zu haben.

Im Gegensatz zur Hauptallee gehört das Grundstück vor der Kirche für ein Denkmal der Stadt. Bad Pyrmonts Flaniermeile ist dagegen zum größten Teil Eigentum des Staatsbades. Darum müsse, was die Feierlichkeiten angehe, das Staatsbad auch den Hut auf haben, so Ausschussmitglied Michael Rausch.

Ein Vertreter des Staatsbades war bei der Sitzung nicht anwesend. Kurdirektor Maik Fischer bestätigte am Mittwoch auf Anfrage Planungen für das Jubiläum. „Wir haben 2018 ein Wochenende für ein kulturelles Straßenfest auf der Hauptallee reserviert und dafür mit Pyrmonter Kulturschaffenden einige Ideen eingesammelt, die Details müssen wir aber noch klären.“ Fischer denkt an ein Fest, das keine einmalige Angelegenheit bleiben soll, zumal es dort bislang keine Veranstaltungen mehr gibt. „Mir ist wichtig, dass wir damit die Attraktivität der Allee verbessern können“, betonte er. Der Kurdirektor wies außerdem darauf hin, dass 2018 ein weiteres Jubiläum an der Allee anstehe, weil das Kurtheater 200 Jahre alt werde. „Wir haben das Jubiläum der Hauptallee, auf das mich Herr Lange Anfang des Jahres aufmerksam gemacht hatte, also zwangsläufig im Fokus.“

Unabhängig davon wurde im Ausschuss Kritik am Zustand der Hauptallee geäußert. Man müsse mal ein ernstes Wort mit dem Kurdirektor über den Zustand der Flaniermeile sprechen und dort aufräumen, gab Michael Rausch zu Protokoll und Marlene Zetzsche vom Museumsverein sieht die Hauptallee „heruntergekommen.“ Fischer erkennt die Kritik bedingt an, denn auch er sei mit dem Zustand aktuell nicht zufrieden, versicherte er im Gespräch mit dieser Zeitung. Gereinigt werde die Allee zwar zweimal die Woche und nicht wie früher nur einmal, aber es könne beispielsweise nicht sein, dass dort im Herbst das Laub so lange liege. Notwendig sei aber eine grundsätzliche Sanierung, unter anderem mit der Erneuerung der Oberfläche, der elektrischen Leitungen und der Kanalisation. „Das kostet immens viel Geld, das wir zurzeit nicht haben“, so der Kurdirektor unter Verweis auf die aktuellen Investitionen des Staatsbades. Es sei aber bereits ein Prozess gestartet, um die Allee attraktiver zu machen. „Das liegt mir sehr am Herzen“, versicherte Fischer. Es bleibt abzuwarten, ob sein Masterplan im Jubiläumsjahr 2018 erste Ergebnisse haben wird. Sinnvoll wäre es.

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