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Was Schützen, Jäger und Polizei in der Kurstadt vom neuen Nationalen Waffenregister halten

Auch Pyrmonts Schießeisen stehen in der Liste

Bad Pyrmont (ar). Mit der Einführung des neuen Nationalen Waffenregisters (NWR) am 1. Januar 2013 wird Bad Pyrmont noch ein Stückchen europäischer. Dann greift auch hier die erste Stufe einer europäischen Waffenrichtlinie, die damit in Deutschland dann sogar zwei Jahre früher umgesetzt wird als gefordert.

veröffentlicht am 31.12.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 16:41 Uhr

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Zugriff auf das Register mit seiner zentralen computergestützten Datenbank bekommen alle Behörden, die zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben waffenrechtliche Daten brauchen. So kann etwa die Polizei schnell in Erfahrung bringen, wer seit wann eine erlaubnispflichtige Schusswaffe besitzt und von wem sie erworben wurde. Geplant ist für die Zukunft auch die Einbeziehung etwaiger Vorbesitzer bis hin zu Hersteller oder Importeur. „Wir hatten bisher etwa 550 verschiedene lokale Waffenbehörden, bei denen relevante Informationen gespeichert waren“, sagt Kriminalhauptkommissar Frank Beißner, der im Bad Pyrmonter Polizeikommissariat den Kriminal- und Ermittlungsdienst leitet. „Da konnte es vorkommen, dass die Polizei im Zuge einer Nachfrage oder eines Abgleichs während einer Ermittlung ab Freitagnachmittag bei den Ämtern sozusagen vor verschlossenen Türen stand und dringend benötigte Auskünfte erst wieder ab Montagmorgen zugänglich waren.“

Dass nun erstmals jederzeit ein unmittelbarer Zugriff auf die im Nationalen Waffenregister gespeicherten Daten möglich ist und damit beispielsweise bei Einsätzen eine komplexere Gefahrenprognose erstellt werden kann, begrüßt Beißner ausdrücklich, wie auch der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, der damit eine langjährige Forderung seiner Organisation erfüllt sieht.

Die Führung des Registers obliegt nach einer Entscheidung der Innenministerkonferenz dem Bundesverwaltungsamt, das die wahrlich nicht einfache Aufgabe der technischen Umsetzung einer Datenzusammenfassung aus verschiedenen föderalen Abhängigkeiten zu leisten hatte.

Auch Dieter Rosenbaum sieht den Nutzen höher an als manche Bedenken. Der Referent für Vorderlader beim Kreisschützenverband, der auch als Waffensachkunde-Ausbilder ständig mit dieser Materie befasst ist, stellt den einheimischen Schützen allerdings ein gutes Zeugnis aus. „Das ist ein diffiziles Thema, das bei seriösen Sportschützen schon seit vielen Jahren virulent ist,“ erläutert er, „und wir achten in der Ausbildung penibel darauf, dass die Zuverlässigkeit von Sportschützen, etwa was den Erwerb von Waffen und deren sportlichen Einsatz betrifft, sowie das Reglement für den Umgang damit auf dem Schießstand strikt eingehalten werden.“ Nach seiner Einschätzung verbindet sich mit dem NWR immerhin eine erhöhte Rechtssicherheit für Sportschützen, Schützenvereine und Waffensammler, „und Niedersachsen hat das Zentralregister in Köln von seiner Seite her bereits komplett gefüllt.“ Etwas skeptischer sieht Hegeringleiter Dieter Lippert die kommenden Neuerungen: „Alle Daten in einem Punkt zu konzentrieren birgt auch das Risiko von Missbrauch in sich. Wir Jäger halten die bisherigen Waffengesetze für hinlänglich, ausreichend und gut genug“, stellt er fest. „Wenn etwas Kriminelles passiert, dann doch zu 95 Prozent mit illegalen Waffen. Und bisher sind wir mit unseren Regelungen gut gefahren.“



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