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Gut 620 Besucher sehen die Ausstellung „Die Polizei im NS-Staat“ und gewinnen neue Erkenntnisse

Auch ganz persönlich betroffen

Bad Pyrmont. Mitunter helfen Ausstellungen über die NS-Zeit dabei, ganz persönliche Erkenntnisse zu gewinnen. So ist es einem Kurgast gegangen, der sich nun die Frage stellt, ob sein Schwiegervater möglicherweise als Polizist an der „Bekämpfung von Banden“ beteiligt war. So wurde damals verharmlosend das Niederbrennen ganzer Dörfer, in denen Partisanen vermutet wurden, genannt, das aber ein Verbrechen war. „Sein Schwiegervater sei Polizist gewesen und werde seit 1944 in Lubmin vermisst, hat er erzählt“, berichtet Klaus Titze vom „Arbeitskreis 27. Januar“, der die Ausstellung nach Bad Pyrmont geholt hat, um damit den diesjährigen Gedenktag anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee zu begleiten. Gut 620 Besucher haben laut Titze die Ausstellung im Rathaus über „Die Polizei im NS-Staat“ gesehen, die jetzt zu Ende ging.

veröffentlicht am 06.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 19:21 Uhr

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Autor:

Hans-Ulrich Kilian
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Besonders freut ihn, dass darunter 170 Schüler der drei weiterführenden Pyrmonter Schulen und der Johannes-Gigas-Schule aus Lügde waren. Zehn Gymnasiasten hatten sich von ihrer Lehrerin Claudia Heddergott auf das komplexe Thema vorbereiten lassen, vier von ihnen stellten sich schließlich als „Lotsen“ zur Verfügung, um die zwölf Schulklassen durch die Ausstellung zu führen.

„Das waren überwiegend Schüler der 9. Klassen, die damit eine gute Grundlage für das Thema bekommen haben, das erst im nächsten Schuljahr auf ihrem Lehrplan steht“, so Titze.

Unter den Besuchern waren Einheimische und Gäste, aber auch Soldaten und Polizisten, die sich zurzeit für eine Therapie in der Psychosomatischen Klinik aufhalten. Viele Besucher lobten die Ausstellung als informativ und zeigten Bestürzung darüber, was damals möglich war und was sich weltweit wiederholen könnte, wie Einträge im Gästebuch zeigen. Übereinstimmend fiel das Urteil vieler Besucher darüber aus, dass viele NS-Polizisten nach dem Krieg ungestraft davongekommen sind und auch Karriere gemacht haben.

„Aber es gab auch Stimmen, die meinten, es reiche jetzt aber, mit der Erinnerung an die NS-Zeit sollte es gut sein“, so Titze. Sein Fazit über die Ausstellung und die dazugehörigen vier Vorträge insgesamt fällt sehr positiv aus. „Da die Ausstellung begleitend zum Gedenkthema am 27. Januar gedacht war und dieses letztlich inhaltlich vertiefen sollte, wurde das Ziel erreicht und der Arbeitskreis kann mit dem Ergebnis vollends zufrieden sein“, stellte er fest.

Niklas ist einer von vier Lotsen, die Schulklassen durch die Ausstellung im Rathaus führten. Insgesamt kamen 170 Schüler.jl



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