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Beim „lebendigen Adventskalender“ laden die Teilnehmer in ihr Wohnzimmer ein

Auch Fremden wird eine Tür geöffnet

Bad Pyrmont. Im Ofen bullert gemütlich ein Feuer. Auf dem Couchtisch stehen Adventskerzen und ein Teller mit Plätzchen, und in Bechern dampft heißer Punsch. Nach und nach kommen immer mehr Nachbarn, Freunde, Gleichgesinnte in das Haus von Inge Baron an der Hermann-Löns-Straße. Die Begrüßung ist herzlich, denn die meisten kennen sich gut. Nicht nur vom Alltag auf der Straße oder im Supermarkt, sondern schon etwas genauer, vom Gemeindeleben in Holzhausen und den anderen Pyrmonter Ortsteilen.

veröffentlicht am 24.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 01:41 Uhr

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Autor:

Karin Heininger
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An diesem Abend führt die 14 Menschen, die es am Ende sein werden, ein ganz besonderer Anlass zusammen: Der lebendige ökumenische Adventskalender. So, wie bei einem Wandkalender jeden Tag ein Türchen aufgemacht wird, öffnen in dieser Zeit Vereine, öffentliche Einrichtungen, Gemeindehäuser, aber auch Privatpersonen ihre Tore, um gemeinsam mit anderen zu singen, Gedichte aufzusagen oder Geschichten zu hören. Eine Stunde des Innehaltens und der Besinnung im hektischen Trubel der Weihnachtszeit.

An diesem Abend in Inge Barons Wohnzimmer hat Bettina Burkhardt, Pastorin der Oesdorfer Gemeinde, ihre Gitarre mitgebracht. Das Lied „Tochter Zion“ können fast alle auswendig, aber es liegen auch Liederbücher aus. Danach liest die Gastgeberin eine Geschichte vor. In „Wir wandern zur Krippe“ entpuppt sich eine nach Meinung der Kinder „alte Hexe“ als eine einsame Frau, die beim näheren Kennenlernen die Menschen gastfreundlich in ihr Haus und an ihre Weihnachtskrippe einlädt: Ein kleines, volkstümliches Lehrstück zum Thema Vorurteil.

Es müssen aber nicht immer besinnliche Erzählungen sein, die gelesen werden. Manchmal sind es auch Geschichten zum Schmunzeln. Beispielsweise über das Thema Geschenke, so wie beim Adventskalender der Familien Burkhardt und Pansegrau in der Georg-Viktor-Straße. Die hatten gemeinsam eingeladen. Es gab Plätzchen und Schmalzbrote, und die heißen Getränke waren besonders wichtig, weil das Treffen im Freien unter dem Carport stattfand. 22 Erwachsene diskutierten nach der Lesegeschichte gemeinsam, was sie dem Kind in der Krippe schenken würden.

„Das Schöne an diesem Adventskalender: Er wird jeden Tag anders gestaltet, ganz nach den Ideen der Gastgeber“, erzählt Christoph Kusche, der frühere Pastor der St.-Johannes-Gemeinde in Holzhausen, der gemeinsam mit zwei anderen Familien auch schon ein Fenster geöffnet hat. Manches Treffen ist draußen, andere im Haus oder in der Garage, willkommen ist jeder. Bei einigen Gastgebern wird das Zusammensein fast zum „Volksfest“, andere finden eher im kleinen Kreis statt. Oft ergeben sich die Dinge ganz spontan, erzählen die Teilnehmer. So wie am Nikolaustag bei der Familie Raudies, als sich Horstmar Kirchner ans Klavier setzte und eine Mitbewohnerin aus ihrer Wohnung eine Geschichte geholt und vorgelesen hat. „Diese halbe Stunde am Tag ist eine wunderbare Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen“, sagt Raudies.

Bettina Burkhardt als verantwortliche Organisatorin versucht, möglichst oft dabei zu sein. Allerdings nicht täglich, „Dann hätte ich ja vermutlich schon eine Glühwein-Vergiftung oder einen Zuckerschock erlitten“, schmunzelt die Pastorin. Eingeführt hat den Adventskalender 2006 der damalige Pastor der St.-Petri-Gemeinde, Jörn Contag. Zunächst war die Aktion auf Oesdorf, Thal und Löwensen begrenzt und ist dort gut angenommen worden. Dieses Jahr fand der offene Adventskalender auf regionaler Ebene zum dritten Mal statt.

Noch länger, nämlich seit sieben Jahren, wird auf dem Hagen diese schöne Sitte zelebriert. Eingeführt hat sie hier die DRK-Vorsitzende Brunhilde Müller. Vereine, Kirchengemeinde, Schule und Privatpersonen gestalten die mit Glockengeläut beginnenden Treffen, an denen bis zu 30 Personen teilnehmen. „Das fördert das Gemeinschaftsgefühl sehr. Nur der Orkan Xaver konnte uns einmal dazu bewegen, das Zusammensein ausfallen zu lassen“, sagt Brunhilde Müller.

Bettina Burkhardt spielt auf der Gitarre bekannte Weihnachtslieder.

Eingeladen

zum offenen Adventsfenster hat Inge Baron (3. v.li.). Hei



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