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Altes Märchen in neuem Gewand

„Aschenputtel“ in moderner Version

BAD PYRMONT. Der Prinz kommt inkognito als Bote ins Dorf, der König hat keine Lust aufs Regieren, und Stiefschwester Greta verbündet sich mit Aschenputtel gegen die böse Mama: Im Musical „Aschenputtel“ des Liberi-Theaters ist manches anders als in dem bekannten Märchen.

veröffentlicht am 10.03.2019 um 19:36 Uhr

Die Schauspieler legten sich bei der Aufführung ordenlich ins Zeug. Die moderne Interpretation des Märchens kam insbesondere bei Kindern gut an. Foto: hei
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Karin Heininger Reporterin
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Und das nicht ohne Grund: „Wir wollten die altbekannte Geschichte etwas entstauben und zeitgemäß neu interpretieren“, heißt es dazu im Pressetext des Theaters. Das veränderte Konzept ist dem Autor Helge Fedder und seiner Regisseurin Carolin Pommert im Prinzip gut gelungen, wie die Aufführung im Konzerthaus zeigt. Die Geschichte wirkt bei aller Märchenhaftigkeit modern, die Figuren bekommen ein glaubwürdiges Profil, und dass die Schwester sich auf Aschenputtels Seite schlägt und die Stiefmutter am Ende sogar ihre Biestigkeit bereut, macht die Familie irgendwie menschlich. Ebenso wie die Tatsache, dass König Alfons und sein Prinzensohn alles andere als lebensfremde Hoheiten sind.

Doch zeitweise scheint die erweiterte und nicht „werkgetreue“ Geschichte auch überfrachtet und ablenkend, und manche Songtexte wirken bei allem Wahrheitsgehalt plakativ, etwa wenn es heißt: „Das Leben ist mit Arbeit so schön“ oder „Wenn du helfen kannst, dann mach es jetzt“. Doch die Musik (Christoph Kloppenburg und Hans Christian Becker) ist hübsch, ist kein Ohrwurm aber eingängig und reicht vom poppigen Song bis zur Ballade.

Was aber das Wichtigste ist: Die Aufführung trifft vor allem für die kleinen Zuschauer insgesamt offenbar den richtigen Ton, das ist an der positiven Stimmung im voll besetzten Konzerthaus und am regen Beifall zu spüren.

Elisabeth Kirch stellt Aschenputtel mit natürlichem Liebreiz dar, Marlon Hangmann spielt den sympathischen Prinzen. Foto: hei

Und als der Hofdiener „das Volk“ bittet, sich zu Ehren des Königs von den Plätzen zu erheben, steht doch tatsächlich das Publikum geschlossen auf.

Lisa Gärtner, die den drolligen Diener spielt, ist als Magd und vor allem als quirlige Fee ebenfalls in ihrem Element. Wie sie sind auch andere Darsteller in mehreren Rollen zu sehen. Alicia Wagner spielt die sympathische Stiefschwester und den Hofnarren, Carina Nopp, auch als Koch im Einsatz, agiert als böse Stiefmutter mit zu sehr gleichbleibender Keifstimme. Den wenig majestätischen, eher flippigen König spielt Enea Lanzarone, auch als hilfsbereiter Knecht zu sehen.

Und dann sind da natürlich noch die Hauptpersonen: Elisabeth Kirch stellt das Aschenputtel mit schöner Stimme und natürlichem Liebreiz dar, Marlon Hangmann ist ein ansehnlicher sympathischer Prinz. Ein schönes Paar sind der Prinz und das Mädchen aus dem Volk. Aber das ist ja heute schon längst kein Märchen mehr.



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