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Der Verein AIBP öffnet die Türen – und viele interessierte Gäste kommen

„Armut und Hilfsbedürftigkeit haben viele Gesichter“

BAD PYRMONT. Der Verein Arbeit und Integration Bad Pyrmont (AIBP) hatte es sich schon länger vorgenommen, im Rahmen des „Projekts Armut“, das aktuell noch in Bad Pyrmont läuft, sich mit einem Tag der offenen Tür zu beteiligen. Nach dem Ausscheiden des langjährigen Geschäftsführers Ralf Gehring bekam der Termin nun zusätzliche Aktualität. Die Neugier, wie es denn nun mit dieser Einrichtung weitergehen werde, mag den einen oder anderen Besucher in die Räume an der Brunnenstraße 38 gelockt haben. Das Gros der Besucher ist der Initiative dagegen schon lange verbunden.

veröffentlicht am 02.11.2018 um 12:17 Uhr

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Klaus Titze Reporter
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Mancher kann sich noch an die Gründung des Vereins 1986 erinnern, der die Folgen von Arbeitslosigkeit abmildern wollte. Daraus entstand später die vereinsunterstützte Einrichtung Arbeit und Integration. Dabei steht Integration nicht nur für Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess, sondern auch allgemein für Integration in die Gesellschaft. Das bezieht sowohl bereits hier lebende Menschen als auch Zugewanderte ein.

Dass der Verein in den letzten Jahren den Blick zunehmend auf sie gerichtet hat, zeigten verschiedene Projekte von Sprachförderung für Flüchtlinge, Integrationslotsenausbildung sowie Aktivitäten wie Nähkurse oder gemeinsames Kochen. Gerade Letzteres brachte sogar als Ergebnis ein Kochbuch mit Gerichten aus den Heimatländern der Flüchtlinge. Das Buch kann über die AIBP bezogen werden. „Nach dem Ausscheiden von Gülseren Aybay, die lange Zeit den Jugend-Migrationsdienst (JMD) leitete und viele Kontakte zu Einheimischen und zu Zugezogenen aufgebaut hatte, ist eine erhebliche Lücke gerade in diesem Wirkungsfeld entstanden“, gesteht Elisabeth Theilen, die neue Geschäftsführerin für den Beratungsbereich in der Brunnenstraße. Aybays Stelle sei inzwischen neu ausgeschrieben. Doch es werde dauern, bevor diese Lücke wieder geschlossen werden könne.

Wir haben uns schon immer den Menschen zugewandt, die es in unserer Gesellschaft nicht leicht haben.

Elisabeth Theilen, Geschäftsführerin

Ansonsten seien keine weiteren Betätigungsfelder oder Projekte entfallen, die mit der Flüchtlingsarbeit zu tun hatten. Die Betreuung der Integrationslotsen sowie der Ehrenamtlichen werde Mallek Abidi übernehmen, eine junge arabisch sprechende Frau. Sie übernehme auch einen Spielenachmittag für Flüchtlingskinder. Zudem sei eine Nachhilfe für diese Gruppe in Planung.

Martin Spreemann, dem zweiten Geschäftsführer, sind die Beschäftigungsfelder der beiden Möbelläden in Hameln und Bad Pyrmont und das „Zweite Lädchen“ in der Brunnenstraße zugeordnet worden. „Wir haben neuerdings einen sogenannten Job-Coach, der Langzeitarbeitslose sechs Wochen individuell betreut und dabei unter anderem Bewerbungstrainings ausübt“, gibt Spreemann bekannt. Dabei dürfe auch nicht aus dem Blick verloren werden, dass die AIBP allein in seinem Geschäftsfeld 32 Menschen Arbeit gebe.

Das ist auch laut Rainer Schmeinck ein Augenmerk für den AIBP-Vereinsvorstand. Dem liege vor allem am Herzen, dass diese Einrichtung gesund und somit helfend am Markt bleibt.

Wir haben einen Job-Coach, der Langzeitarbeitslose sechs Wochen individuell betreut.

Martin Spreemann, Geschäftsführer

„Wir arbeiten eng mit den beiden Geschäftsführern zusammen. Durch Teambesprechungen und monatliche Bilanzen sind wir vom Vereinsvorstand stets auf Ballhöhe und können rechtzeitig reagieren“, sagt er und macht sogleich deutlich, dass dies nichts mit Misstrauen zu tun habe, sondern allen auch eine gewisse Sicherheit gebe. Denn immerhin gehe es eben auch um die Zukunftsfähigkeit ihrer Belegschaft.

Und was hat dieser Tag der offenen Tür mit dem Projekt Armut zu tun? „Wir haben uns schon immer den Menschen zugewandt, die es in unserer Gesellschaft nicht leicht haben, ganz gleich, ob selbst verursacht, durch Krankheit oder ein unvorhergesehenes Ereignis“, erklärt Theilen. Armut und Hilfsbedürftigkeit hätten viele Gesichter, Ursachen und Facetten. Da könne beispielsweise eine Schuldnerberatung ebenso helfen wie Begleitung zu Behörden oder einfach nur Zuhören.



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