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Roeder legt der Pyrmonter Politik eine gemeinsame Resolution gegen die Gütertransitstrecke vor

„Anschlag auf die Existenz des Heilbades“

Bad Pyrmont. „Bad Pyrmont wehrt sich“ ist ein Papier überschrieben, das Bürgermeisterin Elke Christina Roeder (SPD) bei ihrer letzten Ratssitzung am kommenden Donnerstag, 16. Oktober, ab 17.15 Uhr im Ratssaal zur Abstimmung stellen will und das nach Möglichkeit von allen im Pyrmonter Rat vertretenen Fraktionen verabschiedet werden soll. Die Resolution formuliert das Pyrmonter Nein zum schweren Gütertransit durch die Kurstadt und den Naturpark Weserbergland und soll als gemeinsame Willensbekundung des Pyrmonter Rates dem Bundesministerium für Verkehr in Berlin und der niedersächsischen Landesregierung in Hannover übermittelt werden.

veröffentlicht am 14.10.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:25 Uhr

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Die von Roeder zwischenzeitlich erstellte Vorlage für den Rat geht auf einen Antrag der stellvertretenden CDU-Fraktionsvorsitzenden Ursula Körtner zurück und wird bislang von den Christ- und Sozialdemokraten sowie von Bürgersinn und FDP getragen. Ob auch die Grünen die Resolution unterstützen werden, ist derzeit noch offen.

„Der Rat der Stadt Bad Pyrmont wendet sich mit Nachdruck gegen bestehende Planungen, zur Verstärkung der West-Ost-Güterbahn-Transitverbindung schweren Güterverkehr durch unser Kur- und Heilbad und durch den Naturpark Weserbergland zu führen“, heißt es wörtlich in der geplanten gemeinsamen Resolution. Überlegungen zum Ausbau der von Bad Oeynhausen über Rinteln, Hessisch Oldendorf, Hameln-Afferde, Coppenbrügge und Salzhemmendorf führenden „Südroute“ (Planfall 33) hätten bereits zu heftigen Bürgerprotesten geführt. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, habe mehrfach darauf hingewiesen, dass bei der Kosten-Nutzen-Analyse der von der niedersächsischen Landesregierung für den Bundesverkehrswegeplan 2015 angemeldeten „Löhner Bahn“ die „Südroute“ für den Abschnitt Elze – Hameln nicht auszuschließen sei, da diese positiv bewertet werde. Diese sogenannte Nebenstrecken-Variante sei für die Bahn durch die bereits vorhandene Infrastruktur wesentlich kostengünstiger und erheblich schneller zu realisieren.

„Es würde dann in Verbindung mit der bereits ausgebauten Bahnstrecke nach Altenbeken mit der Streckenführung über Lügde, Bad Pyrmont, Emmerthal, Afferde, Coppenbrügge und Salzhemmendorf zu einer die gesamte Region überaus belastenden negativen Entwicklung kommen“, steht wörtlich in der geplanten Pyrmonter Resolution. Und weiter: Diese zusätzliche „Billigvariante“ habe bereits einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. „Weil die Bevölkerung nicht hinnehmen will, dass über die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger hinweg gegen alle Vernunft eine schwere Güterbahn-Transitstrecke durch unser historisches Kur- und Heilbad und den Naturpark Weserbergland durchgesetzt wird“, begründet die Verwaltungschefin in dem Papier. Hinzu komme, dass durch die sogenannte „Nordroute“ (Planfall 12) eine von der dortigen Bevölkerung weitestgehend akzeptierte Alternative vorliege. „Der Ausbau dieser Nordroute würde den Streckenanliegern vor allem im Bereich der Region Hannover endlich Schall- und Erschütterungsschutz nach dem Stand der Technik bringen und ihre heute in weiten Teilen unerträgliche Lebenssituation nachhaltig verbessern“, heißt es weiter.

Eigentümer des Staatsbades Pyrmont sei das Land Niedersachsen. Jahrzehntelang seien durch die jeweiligen Landesregierungen umfangreiche Investitionen zur Weiterentwicklung und Zukunftsfähigkeit des historischen Kurortes vorgenommen und Millionensummen investiert worden. „Im Fünf- bis Achtminutentakt durchfahrende schwere Gütertransitzüge mit einer Länge von 1,4 Kilometern wären ein Anschlag auf die Existenz des Kur- und Heilbades Bad Pyrmont, weil alle bisherigen und alle weiteren Entwicklungen unweigerlich zunichte gemacht würden“, meinen die Politiker und formulieren in der Resolution, die bereits im Verwaltungsausschuss diskutiert worden ist: „Unser Staatsbad Pyrmont ist wie alle Kur- und Heilbäder vorrangig auf die Gesundheits- und Kurentwicklung und damit auf Ruhe und sanften Tourismus angewiesen. Schwerer Gütertransitverkehr durch den Talkessel Bad Pyrmonts würde alle Anstrengungen derer zerschlagen, die seit Jahren für eine Weiterentwicklung des Staatsbades kämpfen; es würde Bad Pyrmont alle Zukunftschancen rauben.“



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