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Angler bangen um die Fische in der Emmer

Lügde (rom). Droht ein Fischsterben oder nicht? Diese Frage stellen sich derzeit die Menschen an der Emmer. Denn bei dem Einsatz der Feuerwehr, die in der Nacht zu Montag einen Großbrand bei einem Entsorgungsbetrieb in Schieder-Schwalenberg gelöscht hatte (wir berichteten), waren giftige Stoffe über die Niese auch in die Emmer gelangt. In der Niese waren daraufhin Fische wohl aufgrund von Sauerstoffmangel gestorben. Droht Ähnliches nun auch der Emmer? Bislang fischen die Verantwortlichen noch im Trüben.

veröffentlicht am 14.04.2010 um 11:28 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 14:41 Uhr

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Lügde (rom). Droht ein Fischsterben oder nicht? Diese Frage stellen sich derzeit die Menschen an der Emmer. Denn bei dem Einsatz der Feuerwehr, die in der Nacht zu Montag einen Großbrand bei einem Entsorgungsbetrieb in Schieder-Schwalenberg gelöscht hatte (wir berichteten), waren giftige Stoffe über die Niese auch in die Emmer gelangt. In der Niese waren daraufhin Fische wohl aufgrund von Sauerstoffmangel gestorben. Droht Ähnliches nun auch der Emmer? Bislang fischen die Verantwortlichen noch im Trüben.
 „Es ist nicht zu sagen, wie viel giftige Stoffe und Löschwasser in die Emmer gelangt sind“, sagt Helmut Diekmann, der den Fachbereich Umwelt beim Kreis Lippe leitet. Klar ist: Beim Löschen des Brandes hatte die Feuerwehr rund 150 000 Liter Löschwasser aufgefangen. Und klar ist auch: „Es sind Stoffe in die Kanalisation gelangt“, sagt Diekmann. Welche Stoffe genau aber bei dem Brand freigesetzt wurden, ist noch unklar. Bekannt sei zwar, dass der Entsorgungsbetrieb unter anderem Lack- und Farbreste verarbeitete. Doch durch die Verbrennung könnten diese Stoffe andere Verbindungen eingegangen sein, sagt Diekmann weiter.
 In einem ersten Schritt beauftragte der Kreis Lippe den Fischereibiologen Dr. Dipl.-Biol. Hartmut Späh, die Gewässer gründlich zu untersuchen. Der entnahm gestern erste Wasserproben aus dem Stausee. Die Folgen des Brandes für das Ökosystem bezeichnet der Experte als Katastrophe, weil unter anderem „der Lippebach völlig kaputt“ sei und Farbreste das gesamte Ufer verunreinigt hätten. Auch in der Niese hat der Biologe eigenen Angaben zufolge weitere tote Fische entdeckt. Die Menschen und Tiere unterhalb des Stausees allerdings könnten mit einem blauen Auge davon kommen. Der Stausee dient nämlich als Puffer. Denn die Emmer führt bei weitem mehr Wasser als die Niese – „und die Dosis macht das Gift“, sagt Dr. Späh. Die giftigen Stoffe könnten so verdünnt werden.
 Das Land Nordrhein-Westfalen schaltete sich nach den Worten Diekmanns ebenfalls ein. Über die Bezirksregierung Detmold als Aufsichtsbehörde ist das Land für den Brand in dem Entsorgungsbetrieb zuständig. Laut Diekmann untersuche das Land das Löschwasser auf giftige Stoffe. Bislang lagert das Wasser in Lothe zwischen.
 Unterdessen warnte der Kreis Lippe alle Angler, bis auf Weiteres keine Fische mehr aus der Emmer zu essen. Denn die Fische könnten bereits giftige Stoffe aufgenommen haben, die auch für den Menschen gefährlich sein könnten. Außerdem beobachtet die Lügder Gemeinschaft für Fischerei und Naturschutz – also die jüngst umbenannte Sportanglergemeinschaft – die Gewässer auf tote Fische.
 Für Wolfgang Friese, Vorsitzender der Gemeinschaft für Fischerei und Naturschutz, sind derzeit noch viele Fragen offen, etwa nach der Art der Stoffe und der Menge, die in die Emmer gelangt sind. „Ich hoffe, dass das Fischsterben an uns vorbeigeht“, sagt Friese. Entwarnung wird es nach den Worten des Fischereibiologen Dr. Späh frühestens in einer Woche geben. Dann sollen die ersten Ergebnisse der Untersuchungen vorliegen.

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