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Kletterprofi erledigt Linden-Fällung an einem Tag

Angeseilt mit Motorsäge ganz hoch oben im Baum

Bad Pyrmont (jl/stef). 14 Linden an der Südstraße, die an die 30 Jahre zum Wachsen gebraucht hatten, sind gestern in nicht einmal sieben Stunden der Säge zum Opfer gefallen. Die Stadt ließ ein Spezialisten-Team anrücken, weil der jetzige Radweg dort ab Oktober zu einem 2,80 Meter breiten kombinierten Geh- und Radweg ausgebaut werden soll. Die 100 000-Euro-Maßnahme wird zur Hälfte vom Landkreis bezahlt. Die gefällten Bäume will die Stadt hinterher durch Neupflanzungen ersetzen lassen.

veröffentlicht am 09.09.2009 um 22:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 16:21 Uhr

Während Helmut Schwengels hoch oben im Baum die Äste absägt, reg
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Eigentlich hatte die Verwaltung für den Baumpfleger Helmut Schwengels, seine Frau und Kollegin Beate Balbuchta und ihr kleines Team drei Tage kalkuliert. Doch die vier von der Firma „Zweigwerk“ aus Beverungen haben den Job, mit Unterstützung von drei Männern vom Pyrmonter Bauhof und zeitweise auch vom Polizei-Kontaktbeamten Klaus-Hermann Frede, in einem Tag erledigt. Kein Wunder – ging mit Schwengels doch ein mehrfacher deutscher Meister im Baumklettern ans Werk, der 2007 sogar Europameister in dieser Disziplin wurde.

So riskant das seilgesicherte Klettern und die gleichzeitige Arbeit mit der Motorsäge in den fast 20 Meter hohen Linden aussieht – für den Fachmann war der Job an der Südstraße „keine sehr anspruchsvolle Arbeit“, sagt Schwengels nach sieben Stunden Action in den Bäumen. „Aber weil es dann immer schwüler wurde, haben wir Gas gegeben. Wir wollten einfach fertigwerden.“

Lieber als dem Fällen widmet sich der 43-Jährige eigentlich Baumpflegearbeiten und -sanierungen. Denn das Klettern minimiert nicht nur den Maschinenaufwand, es schont auch die Bäume. „Schon als Kind hatte ich eine Verbindung zur Natur und bin gern in Bäumen geklettert“, erzählt er. Vor 20 Jahren dann kam der gelernte Gärtner erstmals mit dem Beruf des Baumpflegers und der professionellen Kletterei in Berührung. Er versuchte es und blieb dabei. „Heute wüsste ich nicht, was ich anderes arbeiten sollte.“

H. Schwengels
  • H. Schwengels
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Doch ist der Beruf nicht zu unterschätzen: „Es ist eine zwar ausgeglichene, aber körperlich anstrengende Arbeit, für die man fit sein muss“, sagt Schwengels. „Und sie ist nicht ganz ungefährlich.“

Sein fünfjähriger Sohn scheint übrigens die Kletter-Gene der Eltern geerbt zu haben. „Letztens verschwand Matthis einfach im Kirschbaum: Er saß ganz oben in der Spitze und aß das Obst.“

Den höchsten Baum seiner Karriere erkletterte Schwengels übrigens beim Zapfensammeln in der Schweiz: eine 55 Meter hohe Douglasie.



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