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An einem Strang für Greifvögel

Naturschützer, Jäger und Behörden sind sich einig

veröffentlicht am 16.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 17:41 Uhr

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Detmold. Greifvögel sind wichtige Glieder der Lebensgemeinschaften, sie geben als sogenannte „Gütezeiger“ wichtige Rückschlüsse über den Zustand unserer Umwelt. Leider schätzen nicht alle Menschen diese faszinierenden „Herrscher der Lüfte“. Als Konkurrenten um Jagdbeute und angebliche Gefahr für Haus- und Nutztiere, insbesondere Tauben und Geflügel werden Greifvögel daher seit Jahrtausenden vom Menschen verfolgt. Während des letzten Treffens der Leopoldshöher NABU-Gruppe mit dem Schwerpunktthema „Erkennen, Bekämpfen, Verhindern – Problem Greifvogelverfolgung“ wurde deutlich, dass Greifvögel auch heute noch regelmäßig Opfer der Verfolgung werden.

Obwohl alle Greifvögel in Deutschland eine ganzjährige Schonzeit genießen, werden ihre Bestände durch illegale Greifvogelverfolgung dezimiert. Vergiftungen, Abschüsse, Aushorstungen oder Fallenfänge gehören immer noch nicht der Vergangenheit an. An die 40 interessierte Naturfreunde, darunter Kommunalpolitiker, Jäger und Ornithologen, Medienschaffende aus der Region nahmen besorgt zur Kenntnis, dass aus vielen Teilen Nordrhein-Westfalens immer wieder Meldungen von Greifvogelverfolgungen bekannt werden. So wurden in den Jahren 2005 bis 2013 allein in NRW mehr als 400 Fälle dokumentiert, bei denen insgesamt 700 Greifvögel und Eulen gefangen, verletzt oder getötet wurden. Trauriger Rekordhalter ist der Mäusebussard mit 467 getöteten Individuen, gefolgt vom Habicht mit 74 Opfern illegaler Verfolgung. Illegale Greifvogelverfolgung- auch vom Rotmilan, von Sperbern oder Falken stellt ein gravierendes Problem dar. Obwohl es seit zehn Jahren eine von Naturschützern, Behörden und Jägern unterzeichnete Erklärung zum Schutz der Greife vor Verfolgung gibt und die Stabsstelle Umweltkriminalität alle ihr bekannt werdenden Fälle weiter- verfolgt, kommt es immer wieder vor, dass Greifvögel geschossen, gefangen, vergiftet, ausgehorstet, beim Brüten gestört oder gar Brutplätze beseitigt werden. In den letzten Jahren wurde durch das Umweltministerium sogar eine kontinuierliche Zunahme der gemeldeten Fälle von Greifvogelverfolgung festgestellt. Sicherlich auch ein Umstand, der zumindest teilweise der zunehmenden Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung geschuldet ist und der deutlich macht, wie hoch die Dunkelziffer vermutlich ist.

Besonders in den Flachlandregionen häufen sich die kriminellen Delikte von Greifvogelverfolgung. Und nach allem, was bekannt ist, kann oft auch dort, wo Windkraftanlagen errichtet werden sollen, von einem wohlwollenden Verhalten gegenüber Greifvögeln keine Rede sein. Dennis Wolter vom NABU Leopoldshöhe: „Wir können nur dringend alle, die in der Landschaft unterwegs sind, dazu auffordern, die Augen aufzuhalten und, wenn erforderlich, Fälle von Greifvogelverfolgung zu melden. Schließlich geht es dabei sehr oft auch um den Habicht, den der NABU diesmal aus gutem Grund zum ,Vogel des Jahres‘ erklärt hat.“ Die Teilnehmer der Veranstaltung des Naturschutzbundes fanden es „völlig unverständlich“, dass es erlaubt ist, das ganze Arsenal an Fallen und Greifvogelfanggeräten per Katalog oder über das Internet zu erwerben, obwohl die Benutzung als strafbare Handlung angezeigt wird. Bei Hinweisen auf illegale Greifvogelverfolgung sollte die Polizei herbeigerufen und eine Anzeige erstattet werden. Zusätzlich ist die Stabsstelle Umweltkriminalität NRW, Jürgen Hintzmann, 0211/4566-473 oder -407 oder per E-Mail an Juergen.Hintzmann@mkulnv.nrw.de oder auch das „Grüne Telefon“ als Ansprechstelle für Umwelt- und Tierschutz der Bezirksregierung zu informieren.



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