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Nach 31 Jahren ist Museumsleiter Dr. Dieter Alfter nun im Ruhestand / Ein Rückblick

Am Ende einer Lebensaufgabe

Bad Pyrmont. Es war ein Abschied auf Raten. Eigentlich hat für Dr. Dieter Alfter, Jahrgang 1949, schon vor einigen Monaten das Rentnerdasein begonnen. Doch was man einmal angefangen hat, muss man auch selbst zu Ende führen, davon ist der langjährige Museumsleiter überzeugt. Und darum hat er bis zur kürzlich erfolgten Neueröffnung der Stadt- und Badgeschichte, die er mit konzipiert hatte, auf Honorarbasis weiter im Schloss gearbeitet.

veröffentlicht am 13.07.2015 um 13:25 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 01:41 Uhr

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Autor:

Karin Heininger
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Als Alfter, ein echter „Hamburger Junge“, nach seinem Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Pädagogik und einem Volontariat am Museum für Kunst und Gewerbe 1983 nach Bad Pyrmont kam, ahnte er nicht, dass der Aufbau und die Leitung des Museums im Schloss im wahrsten Sinne des Wortes zu seiner Lebensaufgabe und das Weserbergland zu seiner festen Heimat werden könnte. Doch heute, 32 Jahre und 159 Ausstellungen später, sei es für ihn und seine Frau Edith keine Frage mehr, auch im Ruhestand in Bad Pyrmont zu leben, versichert Alfter.

Und Langeweile wird es für ihn auch jetzt nicht geben. Er bleibt verantwortlich für das Thema Weltkulturerbe und stellvertretender Vorsitzender im Museumsverein, und überregional leitet er weiterhin die Arbeitsgemeinschaft der Museen im Landkreis Hameln-Pyrmont. „So kann ich doch auch jetzt noch etwas für Bad Pyrmont tun, und das ist mir sehr wichtig“, versichert er. Daneben will er über sein Promotions-Thema Möbelkunst vielleicht ein Buch schreiben.

Was bleibt von der Museumszeit an Erinnerungen? „Die Begegnung mit vielen Menschen, mit Besuchern und mit Künstlern, international und aus dem regionalen Bereich, mit kreativen Illustratoren und mit leidenschaftlichen Sammlern“, erinnert sich Alfter. Spannend sei sie gewesen, die Arbeit an so unterschiedlichen Themen wie der Geschichte der Pyrmonter Heilquellen, Fotosammlungen berühmter Stars wie Romy Schneider oder Marilyn Monroe, Meissener Porzellan aus Privatbesitz, den Baumeister Friedrich Gösling oder die Welt der Puppen und viele, viele andere Ausstellungen, die insgesamt 579 552 Besucher auf die Schlossinsel lockten.

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  • In der Beletage von Schloss Pyrmont hat Dr. Dieter Alfter 31 Jahre lang als Museumsleiter gewirkt. pr

Schon 1986, als das neue Museum im Schloss fertig war, wurden Kinderbuch-Illustrationen zum Spezialthema des Hauses: „Wir wollten das Museum für alle Generationen öffnen“, betont Alfter. Der Erste in der Reihe namhafter Künstler war Helme Heine. Dies blieb eine der Lieblings-Ausstellungen von Alfter, und die persönliche Begegnung mit dem Maler am Chiemsee ist ihm unvergessen. „Ich bin oft zu den Künstlern gefahren und habe die Exponate persönlich abgeholt, zusammen mit meinen Mitarbeitern Wolfgang Warnecke oder Hartmut Picht. Auf diese Weise konnten wir viel Geld sparen“, sagt Alfter.

Die weiteste Reise führte ihn nach Moskau, wo er im Historischen Museum einige Exponate als Leihgaben auswählte, von denen viele bis dahin noch nie außerhalb Russlands gezeigt wurden. In Bad Pyrmont waren sie 1999 als Exponate zu sehen in der Schau über Zar Peter den Großen - mit 23 638 Besuchern eine der erfolgreichsten Ausstellungen. Absoluter Publikumsliebling aber war 2001 „Königin Luise von Preußen“, die insgesamt 33 598 Gäste aus nah und fern anlockte. Später konnte dann Dieter Alfter einer noch lebenden Majestät die Hand geben, als er im Schloss Arolsen anlässlich der Präsentation über die waldeckische Prinzessin und spätere niederländische Königin Emma ihrer Ur-Enkelin Beatrix begegnete.

Nicht alle Projekte konnte Dieter Alfter verwirklichen: „Über Benjamin Franklin hätte ich gern eine Ausstellung gezeigt, doch da sind die Exponate in den USA und damit zu weit weg“. Und auch eine Schau über den englischen Graffiti-Künstler Keith Haring ließ sich nicht realisieren. Doch insgesamt fällt die Bilanz des scheidenden Museumsleiters positiv aus. „Ich hatte immer ein tolles Team an Mitarbeitern und eine gute Kooperation mit dem Museumsverein. Natürlich war unsere Einrichtung zuletzt nicht mehr zeitgemäß, ein Museum muss heute ganz anders inszeniert werden als 1984. Aber ich glaube, damals war es richtig, so wie es war. Und ich bin sehr glücklich über die neue Konzeption unseres Museums“.



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