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Bad Pyrmonts Urgestein Hermann Bente sen. ist seit 70 Jahren Feuerwehrmann

Als Zwölfjähriger zum Einsatz geblasen

Bad Pyrmont. Es konnte eigentlich nicht besser inszeniert werden: Zehn Minuten vor dem offiziellen Beginn der Feierstunde zum Wohle des Ehrenstadtbrandmeisters Hermann Bente kam der Alarm. Ein Teil der bereits für die Festlichkeit eingetroffenen Feuerwehrkameraden sprang rasch in die Einsatzbekleidung und schon ging es mit Einsatzhorn und Blaulicht vom Platz. Die Einsatzkoordinaten lauteten: Bahnhofstraße Höhe Oesdorfer Straße – Müllcontainerbrand. Die Flammen waren schnell abgelöscht und die Mannschaft kehrt zurück, denn ihr Vorbild und seine geladenen Gäste warteten bereits.

veröffentlicht am 07.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 10:21 Uhr

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Autor:

von Klaus Titze
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Leicht verzögert konnte Bad Pyrmonts Ortsbrandmeister Michael Kuhn in dem voll besetzten Versammlungsraum der Freiwilligen an der Waldecker Straße Gäste, Feuerwehrkameraden und den Ehrengast begrüßen. Hermann Bente senior begeht an diesem Tag ein seltenes Jubiläum in der freiwilligen Feuerwehr. Dabei lässt sich schon von einer Feuerwehrdynastie sprechen. Sein Großvater gründete die Oesdorfer Ortswehr mit und seine beiden Söhne sind ebenfalls aktive Wehrmänner. Exakt am 4.4.1944 trat er als 14-Jähriger in den aktiven Dienst der Oesdorfer Feuerwehr ein. „Ich habe bereits mit 12 Jahren als Hornist bei einer Feuermeldung zum Einsatz geblasen, weil wir zu der Zeit keine Sirene hatten,“ berichtete der Jubilar.

Kuhn und auch der zurzeit noch amtierende Stadtbrandmeister Klaus Vogt konnten ergänzen, dass damals die Alarmierung der Oesdorfer Wehr vom Privathaus Bente aus vorgenommen wurde. „Da kann man sich vorstellen, was das für die gesamte Familie bedeutete, denn es wurde ja nicht nur Hermann Bente selbst geweckt,“ verdeutlichte Vogt die damalige Situation. Mit einer Anekdote aus seiner eigenen Zeit in der Jugendfeuerwehr brachte er die gesamten Versammelten zum Lachen, zumal sie auf die erkennbaren Größenunterschiede zwischen ihm und Bente anspielte. So habe er seinerzeit als Jugendfeuerwehrmitglied der Holzhäuser Wehr auf einem Stuhl stehend von Hermann Bente einen Pokal überreicht bekommen und dabei immer noch zu ihm aufschauen müssen.

Und aufgeschaut zu ihrem Vorbild haben zahlreiche Weggefährten, die mit ihm gemeinsam auch kritische Situationen durchlebten. So blickte Hermann Bente in seinen Dankesworten auch auf Einsätze zurück, die nicht nur die kameradschaftlich schönen Seiten in einer Feuerwehr parat hielten. Großeinsätze wie der Brand des Altenheimes Bethesda 1984 oder bei den Pyrmonter Heilquellen im Juli 1976, bei dem drei Feuerwehrkameraden durch eine Verpuffung schwere Brandverletzungen erlitten, sind nur einige wenige Momente, die aufzeigen, wie gefährlich oder auch traumatisierend ihre alltägliche Einsatzbereitschaft verlaufen kann. „Allein hätte ich diese Eindrücke nicht bewältigen können. Es gelang mir nur mit der Unterstützung meiner Kameraden, denen ich heute noch sehr dankbar dafür bin,“ sagte Bente noch gerührt von Erinnerungen. Doch heute sei ein Tag für schöne Erinnerungen. Und so fügte sich sein Spruch als Aufforderung nahtlos ein: „Früher haben wir einen getrunken. Heute erfrischen wir uns nur noch.“ Nun denn, es ist ein freudiges Ereignis, und so honorierten sie ihrem Ehrenstadtbrandmeister stehend mit anhaltendem Applaus und wünschten sich und ihm, auch noch sein 80-Jähriges zu feiern.

Hermann Bente (Mitte) nimmt Urkunde und Glückwünsche des Kreisbrandmeisters Frank Wöbbecke (li. ) und des Kreisabschnittsleiters Jürgen Selle entgegen.ti

Da geht es lang: Herman Bente (li.) bei einer gemeinsamen Übung mit dem DRK Anfang der 70er Jahre an der Tränenburg. Im Hintergrund der alte Opel der Feuerwehr Holzhausen.

Feuerwehr



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