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Die Zuhörer des „Kleinen Chors Köln-Zollstock“ erfuhren nicht nur, wie Dichterfürst Goethe sich vorstellte

Als „Vater, Sohn und Geist“ nach Pyrmont einreisten

Bad Pyrmont (ar). „Wir sind Goethe – Vater, Sohn und Geist,“ soll der Dichter 1801 bei seiner Einreise nach Pyrmont an der Stadtgrenze zur Wache gesagt haben, als er mit Sohn August und seinem Schreiber namens Geist zur Kur reiste.

veröffentlicht am 07.11.2010 um 22:10 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 00:21 Uhr

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Harald Krumbein erzählte in seiner Moderation am Samstagabend dieses Bonmot als kleine Reminiszenz an den Auftrittsort, wo der „Kleine Chor Köln-Zollstock“ im Kurtheater seine Aufwartung machte. Denn das Programm „Von Goethe inspiriert“ befasste sich ausschließlich mit den Beziehungen Goethes zur Musik, speziell mit Vertonungen seiner Gedichte und Prosa durch diverse Komponisten und vor allem Komponistinnen. Und gerade davon gab es im 18. und 19. Jahrhundert mehr als bekannt ist – war es doch für eine Dame von Stand nicht ziemlich, sich mit Komponieren in der Öffentlichkeit hervorzutun. Das taten denn auch nur starke Frauen wie etwa Anna Amalia von Sachsen-Weimar, die sich Goethes Singspiel „Erwin und Elmire“ annahm, oder Fanny Hensel, die eine Variante von „Wanderers Nachtlied“ mit der bekannten Partie „Über allen Gipfeln ist Ruh...“ vertonte, oder Bettine von Arnim, die aus dem „Faust“ „Ach, neige du Schmerzensreiche“ bearbeitet hatte.

Am Flügel zurückhaltend, präzise und einfallsreich begleitet von Marlies Kessissoglou, die auch für die Einstudierung verantwortlich war, ging es munter durch das ¼uvre musikalisch-literarischer Goethe-Beziehungen. Der achtköpfige Chor, dessen einziger männlicher Solist Karl Otto Klaiber gelegentlich brillieren konnte, war außerdem mit Sopran, Mezzosopran und Tenor sehr einfühlsam mehrstimmig besetzt.

In Solopartien wie „An den Mond“ von Johanna Kinkel oder „Deh, pietoso, oh Addolorata“ von Guiseppe Verdi hatte Sopranistin Astrid Goerl-Kochan erstaunliche Auftritte. Mit gerade auch in den Höhen absolut reiner Stimmlage und hervorragender Artikulation setzte sie Höhepunkt im Programm.

Mit Varianten des „Heidenröslein“, Kompositionen von Carl Friedrich Zelter, einem Freund Goethes, dessen Musik laut Goethe „angenehmer als das Getöse Beethovens“ war, Franz Schubert, Felix Mendelssohn, Johannes Brahms und Ludwig van Beethoven bot der Chor ein differenziertes Programm – zur Freude des fachkundigen Publikum.

Hervorragende Solistin: Astrid Goerl-Kochan (2. v. l.) begeisterte mit ihrem reinen Sopran.

Foto: ar



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