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Max Mutzke und Julia Neigel machen ihre Fans glücklich und singen für ein buntes Deutschland

Alles rockt, alles klatscht

Bad Pyrmont. Gleich vom ersten Ton an geht die Post am Freitagabend im Konzerthaus ab, und dafür sorgt schon Alexander Eissele, Leiter der Lumberjack Big Band. Gummiballähnlich hüpft er auf der Bühne herum und animiert das Publikum zum Mitklatschen, Pfeifen und Johlen. Da dampft der Konzertsaal, denn das ursprünglich im Schlosshof geplante Konzert mit Julia Neigel und Max Mutzke war wegen einer Unwetterwarnung kurzerhand dorthin verlegt worden.

veröffentlicht am 09.08.2015 um 17:58 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 21:41 Uhr

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Autor:

Rudi Rudolph
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600 Gäste (ausverkauft), dazu drückende Hitze, so bleibt keine Faser am Leib trocken. Auch Max Mutzke, der fast die erste Stunde des Abends allein bestreitet, produziert allmählich dunkle Flecken auf seinem Hemd. Allerdings hat er auch eine Menge zu leisten. Seine absolut wandlungsfähige Stimme zeigt von höchsten bis hin zu tiefsten Lagen keinerlei Schwächen. Besonders gut kommt sein gefühlvolles, swingendes Repertoire bei den Fans an, die schon vom ersten Lied an zwischen den Stuhlreihen stehen, mitsingen und „ihren“ Mützen-Max feiern.

Zu Mutzkes Musik passt die Lumberjack Big Band aus Göppingen hervorragend: sehr bläserbetont, ungeheuer präzise und mit deutlichem Spaß bei der Sache. Sieben Jahre tourt Max Mutzke mit der Band, und man spürt, die verstehen sich blind. Ob Titel von seinem neuen Album „Max“, das fast schon legendäre „Marie“ oder „Charlotte“, Band und Sänger gehen aufeinander ein und performen den typischen Max-Mutzke-Sound.

Und dann der Auftritt von Julia Neigel. Klein und zart ist sie, das silberne Minikleid sitzt hauteng. Und aus dieser Verpackung röhrt eine rauchige, soulige Stimme, deretwegen man sie schon „Die Königin unter den Soulsängerinnen Deutschlands“ genannt hat. „Unchain My Heart“ ist gleich der erste Kracher, „You make Me Feel Like a Natural Woman“ verursacht Gänsehaut, und mit den Songs von Aretha Franklin und Dusty Springfield, „Respected Detached Surburban Woman“ sowie „Son Of a Preacherman“ brechen alle Dämme.

Der Saal rockt, alle klatschen rhythmisch mit, die ersten Mutigen ziehen vor die Bühne und tanzen. Anstatt der Feuerzeuge leuchten die Smartphones auf. Pause. Im Foyer trifft sich alles klatschnass geschwitzt, der Getränkeumsatz erreicht schwindelnde Höhen. Und nahtlos geht’s weiter. Zuerst wieder Max Mutzke mit „Schwarz auf Weiß“, dann hält das Publikum den Atem an. Mutzke spricht speziell die Flüchtlingsproblematik und seine eigenen Erfahrungen damit an. „Dieser Song steht für ein buntes Deutschland,“ resümiert er schließlich und intoniert unter tosendem Beifall „Wir feiern durch heut‘ Nacht“. Den wuchtigen Soulpart übernimmt wiederum Julia Neigel. Hämmernder Beat, Soulrhythmus, der in die Beine geht, da sitzt niemand mehr. Vor der Bühne ist dichtes Gedränge, und mit Songs von Gladys Knight & The Pips oder Stevie Wonder wird noch einmal eine Schippe draufgelegt.

Mutzke und Neigel im Duett, das ergibt den absoluten Höhepunkt des Abends, und 600 Leute gehen glücklich und total geschafft nach Hause.

Im Duett ist es doppelt so schön: Max Mutzke und Julia Neigel.rr



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