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Brunnenmanagement in Bad Pyrmont

Alles im Blick – nicht nur in trockenen Zeiten

BAD PYRMONT. Frank Jakob und Thorsten Hamann haben alles im Blick: die Brunnenstände, die Füllmengen der Hochbehälter und den aktuellen Wasserverbrauch Sie sitzen in der Leitstelle der Stadtwerke Bad Pyrmont und sind mit dafür verantwortlich, dass die Kurstadt nicht plötzlich auf dem Trockenen sitzt.

veröffentlicht am 12.09.2018 um 13:07 Uhr
aktualisiert am 12.09.2018 um 21:30 Uhr

Frank Jakob und Thorsten Hamann (re.) können auf fünf Bildschirmen alle wichtigen Daten der Trinkwasserversorgung der Stadtwerke Bad Pyrmont aufrufen und kontrollieren. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Doch auch in Zeiten fehlender Niederschläge deutet darauf nichts hin. „Im Moment machen wir uns darum keine Sorgen“, sagt Dipl.-Ing. Stefan Schüsseler, Geschäftsbereichsleiter für das Leitungsnetz des Unternehmens.

Schüsseler hat Zahlen, die das belegen. Zum einen liegt mit knapp 1,08 Millionen Kubikmeter Wasser die allein für Bad Pyrmont geförderte Menge der Stadtwerke bislang nur um drei Prozent höher als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres, zum anderen weisen die fünf wichtigsten Brunnen aktuell nahezu die gleichen Wasserstände aus wie in den drei Jahren davor. Der Stand des Brunnens im Wasserwerk Meiborssen liegt sogar noch fast um zehn Meter (gemessen wird in Metern über Normalnull, die Red.) über dem des Jahres 2017.

Dabei ist auch in der Kurstadt nicht mehr Regen gefallen als in anderen Regionen Norddeutschlands. Bis zum 10. September hat die in den 1990er Jahren vom damaligen TV-Wettermoderator Jörg Kachelmann auf dem Gelände der Stadtwerke an der Südstraße installierte Wetterstation gerade einmal 356 Liter Niederschlag je Quadratmeter gemessen. Im letzten Jahr waren es 562 Liter, in den Jahren davor 448 beziehungsweise 543 Liter. Zum Vergleich: Diemittlere Niederschlagsmenge der Jahre 1981 bis 2010 lag in Deutschland bei 817 Liter, in Niedersachsen bei 786 Litern.

„Wir wissen, dass die relativ tief liegenden Grundwasserschichten, aus der wir das Wasser fördern, noch gut gefüllt sind. Was wir nicht wissen ist, wie es an den Rändern, aus denen das Wasser kommt, aussieht“, sagt Schüsseler. Bis der Regen dort ankommt, wo er gefördert werde, vergehen laut Schüsseler im Durchschnitt zwei bis drei Monate. Es kann also noch spannend werden. „Aktuell ist der Verbrauch aber deutlich geringer als die von uns geförderte Menge“, sagt er.

Frank Jakob, Abteilungsleiter der Leittechnik, und sein Kollege Thorsten Hamann können die aktuellen Daten per Mausklick aufrufen. Moderne Mess- und Regeltechnik sorgt für die Erfassung der Daten und dafür, dass die Hochbehälter automatisch aufgefüllt werden, wenn der Wasserstand eine zuvor definierte Mindestmenge erreicht hat. Jede Stunde müssen die Daten protokolliert werden, um sie gegenüber den Unteren Wasserbehörden bei den Kreisen Hameln-Pyrmont und Lippe nachweisen zu können. Wichtig ist auch, dass ausreichend Wasser für Oberflächengewässer abfließt. Ansonsten muss die Förderung kurzfristig gedrosselt werden. Auch das müsse nachgewiesen werden, sagt Schüsseler.

Es geht um Verbrauch und um Bestand. Ein auffällig höherer Verbrauch kann auf einen Rohrbruch hindeuten, aber auch auf den Einsatz der Feuerwehr, die Löschwasser benötigt. Wenn die Freiwilligen üben, sagen sie vorher bei den Stadtwerken Bescheid. Im Ernstfall werden Jakob und seine Kollegen mitalarmiert, um dafür zu sorgen, dass zum Beispiel ein Hochbehälter ausreichend aufgefüllt wird, um genügend Löschwasser abgeben zu können – und natürlich auch, um sich gegebenenfalls um den Gasanschluss eines brennenden Gebäudes zu kümmern. Rund um die Uhr ist die Leitstelle an der Südstraße allerdings nicht besetzt. Störungen werden von der Leitstelle der Stadtwerke Hameln bearbeitet, die als Dienstleister darüber die Kollegen in Bad Pyrmont informiert.

Die Technik spart auch Personal gegenüber früheren Zeiten. Bis in die 80er Jahre, so weiß es Jakob, sei zum Beispiel das wichtige Wasserwerk Hohenborn noch rund um die Uhr mit einem Mitarbeiter besetzt gewesen, der bei Störungen eingreifen sollte. Und vorzeiten gab es an manchen Hochbehältern eine Art mechanische Flügel-Semaphore, die den jeweiligen Wasserstand anzeigten. Technik anno dazumal, die ihren Zweck erfüllte.

Information

Aus vier Wasserwerken – Hohenborn, Amelgatzen, Emme und Meiborssen – mit zusammen sieben Brunnen werden 22100 Einwohner in Bad Pyrmont, Hämelschenburg, Amelgatzen, Welsede, Meiborssen und Vahlbruch versorgt. Das Trinkwassernetz der Stadtwerke ist 201 Kilometer lang, die Anzahl der Hausanschlüsse beträgt 5500 und die der Zähler 9585. Die Unterhaltung geht ins Geld, zumal die ältesten Leitungen gut 70 Jahre alt sind. Laut Stefan Schüsseler ist für die nächsten 10 Jahre geplant, 7,8 Millionen Euro in die Trinkwasserversorgung zu investieren. uk



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