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Toiletten mit Mängeln und der Rathaus-Fahrstuhl ist verschlossen

Alles andere als behindertengerecht

Bad Pyrmont. Häufig läuft es für Menschen mit Behinderungen nicht optimal, wenn sie sich etwas vorgenommen haben. So wollten Manfred Ewig im Rollstuhl und Thomas Wiens mit seinem an den Rollstuhl gefesselten Sohn Julian die Sitzung des Behindertenbeirates im Rathaus aufsuchen. Da diese allerdings im oberen Stockwerk stattfand, waren sie auf den Aufzug im Rathaus angewiesen, um auf die entsprechende Etage gelangen zu können. Doch die Außentür des Rathauses, die den unmittelbaren Zugang zum Fahrstuhl ermöglicht, öffnete sich trotz Betätigen des elektronischen Türöffners nicht. Glücklicherweise wurde eine Reinigungskraft im Rathaus auf ihr Bemühen aufmerksam und konnte die Tür mit einem Schlüssel öffnen, sodass den beiden Sitzungsbesuchern denn doch die Teilnahme an der Sitzung ermöglicht werden konnte.

veröffentlicht am 06.04.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 10:35 Uhr

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Autor:

von Klaus Titze
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Darüber zeigte sich besonders der Vater des gehandicapten Julian erfreut, hatte er doch einen persönlichen Beitrag für den Beirat mitgebracht. „Es geht mir um das schulische Nachmittagsangebot“, trug er vor und beklagte: „Wir haben nichts, das Kind vernünftig unterzubringen.“ Es gäbe für Kinder mit einem Handicap keine adäquate Nachmittagsbetreuung, unter anderem auch, da dafür genutzte Räume für Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, nicht behindertengerecht ausgestattet oder erreichbar seien. Auf diese Weise bliebe Julians Wunsch, auch nachmittags unter Kinder zu kommen und mit ihnen gemeinsam etwas zu erfahren, unerfüllt. Auch sei seine Anfrage beim Kinderschutzbund erfolglos geblieben, indem er als Antwort erhalten habe, vom Kinderschutzbund könne eine adäquate Betreuung nicht geleistet werden.

Ein weiteres Problem beschrieb der Vater mit dem Hinweis auf die Behindertentoilette am Rathaus. Da dort offen auch Reinigungsutensilien gelagert würden, könne man keine sterile Katheterisierung durchführen. Die dortige Lagerung kritisierte auch Manfred Ewig, der darauf hinwies, die Verwaltung schon oft auf diesen Missstand aufmerksam gemacht zu haben. Das Lagern der für die Toiletten benötigten Reinigungsmittel sei unhygienisch und würde den Bewegungsspielraum in der Behindertentoilette erheblich einschränken. Seitens der Verwaltung sei stets geantwortet worden, man habe keinen anderen Raum zur Verfügung.

Laut Auskunft der Pressestelle des Rathauses werde man sich des Themas erneut annehmen und nach einer anderen Lösung suchen. Das gelte auch, um in Zukunft einen Zugang zum Fahrstuhl zu ermöglichen, sofern öffentliche Sitzungen stattfinden und somit die Teilnahme auch von Menschen mit Handicap erwartet werden kann. Das Angebot behindertengerechter Toiletten war dann noch einer weiter Kritikpunkt. So berichtete Ewig, dass Benutzer der Behindertentoilette im Kurpark im Falle eines Notfalls schlecht an das Notrufseil kommen würden. „Das ist völlig falsch angebracht“, lautete seine Feststellung.

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  • Wie eng es in der Behindertentoilette am Rathaus ist, hat Bernd Plöger nachgemessen. Fotos: uk/ti

Er erhielt Unterstützung von Beiratsmitglied Dieter Schröder, der ebenfalls die schlechte Ausschilderung bis hin zum Pappschild im Kurpark monierte. Anita Bechtloff, stellvertretende Vorsitzende, berichtete dazu, sie habe zu diesem Thema bereits mit Kurdirektor Fischer korrespondiert. Dem Hinweis zur problematischen Notfallmeldung wolle man unverzüglich mit einer Ortsbesichtigung nachgehen.



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