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Pyrmonter Theater Companie präsentiert

Alan Ayckbourns Stück „Raucher/Nichtraucher“: Flotter Rollenwechsel

BAD PYRMONT. Der bekannte britische Erfolgsautor Alan Ayckbourn hat ganze Arbeit geleistet: Sein Stück „Raucher/Nichtraucher“, das die Pyrmonter Theater Companie hier erstmals an diesem Freitag, 19.30 Uhr, im Theater im Casino spielt, bietet so viele Möglichkeiten und Verästelungen der Handlung, dass es 16 Stunden dauern würde, alle Variationen durchzuspielen.

veröffentlicht am 14.03.2018 um 21:12 Uhr

Thilo Prothmann und Christiane Schoon Foto: Hei
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Autor

Karin Heininger Reporterin
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Das will indes Carl-Herbert Braun, Dramaturg und Regisseur der Companie, seinem Publikum nicht zumuten. Er hat die Handlung durch Streichungen so komprimiert, dass die Geschichte mit zwei Darstellern in acht Rollen einen normalen Theaterabend füllt. Es geht darum, dass es immer mehrere Möglichkeiten gibt, sich zu entscheiden und den weiteren Handlungsverlauf (= Lebensweg) zu beeinflussen.

„Raucher/Nichtraucher“ ist nach dem großen Erfolg von „Halbe Wahrheiten“ das zweite Ayckbourn-Werk, das bei dem Ensemble in Produktion geht. Und auch von diesem Stück sind Carl-Herbert Braun und Theaterleiter Jörg Schade absolut überzeugt. „Es ist die große Kunst von Ayckbourn, den schmalen Grat zwischen Komödie und Tragödie genau zu treffen“, sagt Braun. Er bescheinigt dem prominenten Theaterautor, der selbst als Schauspieler auf der Bühne stand, ein besonderes Gefühl für Timing und eine „sehr englische Form von Humor, von schwarzem Humor“.

Mit Christiane Schoon und Thilo Prothmann, die beide schon in mehreren Produktionen der Companie auf der Pyrmonter Bühne standen, probt der Regisseur seit einigen Wochen intensiv, zunächst in Berlin, dem Wohnort der beiden Darsteller, und jetzt im Casino. Der rasante Wechsel, mit dem die Schauspieler von einer Rolle in die andere schlüpfen, sei eine große Herausforderung und erfordere eine sorgfältige Charakterisierung, betont Braun.

Den fast 80-jährigen Alan Ayckbourn haben Schade und Braun übrigens auch persönlich erlebt. Sie reisten im vergangenen Jahr zu seinem 50. Bühnenjubiläum in die englische Stadt Scaraborough und hatten Gelegenheit, auf der Feier in Ayckbourns Theater mit seinem Chefdramaturgen zu sprechen. Der habe sich sehr erfreut gezeigt, dass eine deutsche Bühne sich so intensiv mit Ayckbourns Werk beschäftigt, erzählt Braun. Der Autor selbst beeindruckte die beiden Pyrmonter Theatermacher durch seine völlig uneitle, selbstironische Art: „Eben very british“. Und wer weiß, wenn Ayckbourn im September sein 82. Stück herausbringt, ergebe sich vielleicht wieder eine Gelegenheit, auf die Insel zu fliegen.

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