weather-image
Pilgern für den Klimaschutz

Aktivisten machen Station in Bad Pyrmont

BAD PYRMONT. Sie wandern gegen den Strom der Gleichgültigkeit: die ökumenischen Klimapilger, die von Bonn im Zickzack durch Deutschland nach Berlin und nach einer Zugfahrt auch in Polen bis nach Kattowitz gehen.

veröffentlicht am 30.09.2018 um 17:13 Uhr

Am Samstag machten die Klimapilger Station in Bad Pyrmont und diskutierten mit interessierten Einwohnern. Mit dabei: Zwei Lamas als „Türöffner“. Foto: yt
Avatar2

Autor

Carlhermann Schmitt Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Dort, wo Anfang Dezember die Spielregeln für das Pariser Klimaabkommen ausgehandelt werden, wollen die Klimapilger ein Zeichen setzen. „Wir wollen uns dafür stark machen, dass die hehren Absichtserklärungen auch zu nachprüfbare Konsequenzen führen“, erklärt Christian Seidel. Seidel, der zur Pilgerbasis gehört, ist auch schon 2015 mit nach Paris gepilgert, um bei der dortigen Klimakonferenz darauf hinzuweisen, dass Klimaschutz alle angeht.

Als die Klimapilger am Samstagabend in Bad Pyrmont im Wichernhaus einkehrten, stellte Seidel den Forderungskatalog unter dem Stichwort „Klimagerechtigkeit“ vor: „Wir brauchen Gerechtigkeit im Ausgleich zwischen den reichen Staaten, die vom Raubbau an der Natur überproportional profitieren, und den leidtragenden, auf deren Kosten der Reichtum angehäuft wurde. Es muss eine Generationengerechtigkeit geben. Wir dürfen unseren Nachfahren keine ausgeplünderte Umwelt hinterlassen. Und wir engagieren uns für eine soziale Gerechtigkeit, die dafür sorgt, dass jede Bevölkerungsgruppe einen fairen Anteil trägt an den Anstrengungen, die Natur zu schützen, das Klima zu stabilisieren und das Leben lebenswert zu erhalten.“

Ein Dutzend Pyrmonter waren gekommen, um mit den Pilgern zu diskutieren. Ute Michels, die das Treffen vor Ort organisiert hatte, stellte die Anstrengungen der Fair-Trade-Stadt vor und der Masterplankoordinator des Landkreises, Jan Krebs, berichtete von den Anstrengungen des Landkreises, Bewohnern, Institutionen und Firmen dabei zu unterstützen, ihren Energieverbrauch zu optimieren.

270_0900_110155_pn_0110_pilger_yt.jpg

Rainer Wiek erzählte aus seiner Zeit als Entwicklungshelfer in Ghana, als er bereits vor 40 Jahren von den dortigen Bauern hörte, dass sich das Klima ändere. Der promovierte Agrarwissenschaftler stellte auch Gartenkonzepte für die Selbstversorgung vor. Und der Diplom-Finanzwirt Klaus Backhaus, der nun als „Wanderkoch“ unterwegs ist, berichtete von seinem minimalistischen Leben. Das war alles spannend anzuhören, die Kernfrage, die Michels stellte, aber blieb im Raum. Wie erreichen die Forderungen und Weckrufe der Klimapilger auch jene desinteressierte Mehrheit, die selbst den Vorschlag eines fleischlosen Tages in der Woche als Affront auf ihren Lebensstil sieht. Täglich wandern zwischen 20 und 200 Menschen von einer zur nächsten Station.

Am Montag beginnt die nächste Etappe um 9 Uhr am Münster St. Bonifatius in Hameln. Es geht zum Süntellädchen in Flegessen und dann weiter nach Springe.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt