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Adventskalender Tür 2: Der Tresorraum der Stadtsparkasse

BAD PYRMONT. Bis Weihnachten wollen wir für Sie, liebe Leserinnen und Leser, Türen öffnen. Die Redaktion besucht Orte, die nicht für jedermann zugänglich sind und verrät das ein oder andere Geheimnis, das hinter dem Türchen steckt. Heute: der Tresorraum der Stadtsparkasse Bad Pyrmont.

veröffentlicht am 02.12.2017 um 06:00 Uhr

Es ist keine leichte Übung, die Stadtsparkassenchef Martin Lauffer fürs Foto übernommen hat. Die Tresortür, die er hier in Bewegung bringt, wiegt stolze 4 Tonnen. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite

Phantastilliarden von Euro, wie sie die reichste Ente der Welt, Dagobert Duck, in ihrem Geldspeicher lagert, finden sich im Tresorraum der Stadtsparkasse Bad Pyrmont sicher nicht. Die Panzerknackerbande, die es immer wieder auf das ducksche Vermögen abgesehen hat, wäre sicher enttäuscht. Zwar wird hier immer noch Geld aufbewahrt, „aber längst nicht mehr so viel wie früher“, sagt Stadtsparkassenchef Martin Lauffer. „Bargeld ist eben ein Auslaufmodell.“ Klar ist das im Sinn aller Banken: Scheine und Münzen müssen gezählt, transportiert und sicher aufbewahrt werden, und das verursacht Kosten.

Eine enge Wendeltreppe führt hinunter in die Tiefen der Sparkasse und direkt vor eine Tür. Sie massiv zu nennen, wäre noch eine Untertreibung. „Diese Tresortür bringt 4 Tonnen Gewicht auf die Waage“, sagt Andreas König, Leiter der betrieblichen Organisation der Bank. Einmal in Bewegung gebracht, lässt sich die Tür nur mit großen Kraftaufwand wieder stoppen, und niemand sollte seine Hand dazwischen haben, wenn sie schließt. Das ist schon passiert und nicht gut ausgegangen.

Diese Tür hat es also in sich. Sie schließt einen Tresorraum, der von einer knapp ein Meter dicken Mauer umgeben und zusätzlich mit einer Gittertür gesichert ist. Denn Wünsche von Kunden nach einem größeren Bargeldbetrag kann die Stadtsparkasse immer noch bedienen. 50 000 Euro für den Barkauf eines neuen Autos? „Wer so eine Frage hat, den bitten wir, am nächsten Tag wiederzukommen, dann erledigen wir das“, so Lauffer.

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Bargeld für die Geldautomaten wird hier nicht mehr aufbewahrt, die werden direkt befüllt. „Früher sind wir dafür regelmäßig zur Landeszentralbank nach Hameln gefahren, doch zum einen gibt es die dort nicht mehr, zum anderen dürfen wir das aus Gründen des Arbeitsschutzes, zu dem auch die Sicherheit gehört, nicht mehr“, berichtet König.

Münzen werden im Tresorraum maschinell sortiert, denn das macht die Bank noch selber. Abgepackt liegen sie anschließend in den Regalen. 1000 Euro in Ein-Euro-Münzen wiegen stolze 133 Kilogramm. „Die hebt man nicht einfach an“, meint Lauffer und zeigt auf eines der Pakete.

Zurück am Eingang fällt ein rechteckiges Loch an der Rückseite der Tresortür auf. Das erinnert daran, dass einst das elektronische Schloss ausgefallen war. Per Umweg über den Tresor mit den Kundenschließfächern musste man sich damals Zutritt zum Tresor verschaffen und das Loch in die massive Tür flexen, um sie zu öffnen. Wer diesen Weg nimmt, kommt übrigens am ersten Geldschrank der 1849 gegründeten Bank vorbei. Es ist ein wunderschönes Modell von Louis Bode und Heinrich Troue aus Hannover. Die 2170 Kundenschließfächer verbergen sich dagegen nüchtern hinter kühlem, glattem Stahl. „Die Nachfragesteigt“, berichtet Lauffer. Welche Schätze wohl hinter den einzelnen Türen in unterschiedlichen Größen lagern mögen? Das liegt in diesem Moment in der Phantasie des Betrachters. Sparbücher, Grundbuchauszüge, wertvoller Schmuck und sicherlich auch mal ein Goldbarren? Und wer weiß – bei den niedrigen Zinsen vielleicht sogar Bargeld? Alles bleibt verborgen hinter den vielen Edelstahl-Türchen, deren Inhalt nur die Kunden kennen.

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