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Um den Gästen der Hufeland-Therme den Aufenthalt angenehm zu gestalten, ist großer Technikbedarf nötig

Adventskalender Tür 12: 240 Kilowatt Strom durch „Blauen Hans“

BAD PYRMONT. Bis Weihnachten wollen wir für Sie, liebe Leserinnen und Leser, Türen öffnen. Die Redaktion besucht Orte, die nicht für jedermann zugänglich sind und verrät das eine oder andere Geheimnis, das hinter dem Türchen steckt. Heute: Die Hufeland-Therme gewährt einen Einblick in die faszinierende Technik.

veröffentlicht am 12.12.2017 um 06:00 Uhr

Riesige Pumpen sorgen für den Wasseraustausch. Foto: ti
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Autor

Klaus Titze Reporter
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„Willkommen bei der Hufeland-Therme“ – so lautet der Slogan im Internet auf der Startseite und dann wird das Solebad als das Heil- und Wellnessbad mit Tradition im Weserbergland angepriesen. Ob Entspannung de Luxe in der Salzgrotte, die unterschiedlichsten Saunafreuden wie Erdsauna, Kelosauna, Blütendampfbad oder Schneeparadies zu genießen, um nur einige der 11 Modelle zu nennen, oder auch nur im Fitnessbereich oder in den Solewasserbecken sich auszupowern – um das alles möglichst bei passenden Wohlfühltemperaturen gewährleisten zu können, bedarf es keine Zaubermittel, sondern solider Technik.

Und solch eine Technik wiederum erfordert meisterlicher Hände und Betreuung von Spezialisten, die sich in dem Wirrwarr von Rohren, Behältern, Schaltschränken, Pumpen und Motoren zurechtfinden. Solch Supermännern begegne ich, als ich darum bitte, mir einmal eine Tür zu öffnen, die ansonsten „Unbefugten“ den Zutritt verweigert. Es geht mit Thorsten Vogelsang, gelernter Heizungsbauer, und Jörg Henze, der sich mit aller Art Elektrik bestens auskennt, in die unterste Etage des Hufeland-Bades.

Hier befindet sich das Himmelreich für Technikfreaks schlechthin, das funktional derart fein abgestimmt ist, dass all das, was zuvor an Annehmlichkeiten beschrieben, den Gästen zur Verfügung stehen soll, optimal auch von ihnen genutzt werden kann.

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Riesige Pumpen sorgen für den Wasseraustausch. Foto: ti
  • Riesige Pumpen sorgen für den Wasseraustausch. Foto: ti

Schon beim Öffnen der ersten Zugangstür erhöht sich der auf mich einströmende Lärmpegel deutlich. Und sogleich springt einem ein großes blaues Gebilde ins Auge. „Das ist der ‚Blaue Hans‘, unser Blockheizkraftwerk“, bemerkt Vogelsang, und Henze beantwortet meinen fragenden Blick, dass sie nahezu allen Gerätschaften Namen zugeordnet hätten. Und diese Heizungsanlage sei nun mal der Blaue Hans.

Die Therme verbrauche in der Spitze pro Stunde 450 Kilowatt Strom und dieses Blockheizkraftwerk liefere davon allein 240 Kilowatt, also mehr als die Hälfte des Stroms würde hier separat erzeugt. Dieser gasbetriebene „Hans“ macht dabei recht lautstark auf sich aufmerksam, handelt es sich doch um einen Lkw-Motor von enormer Größe.

In unmittelbarer Nähe fallen großflächige orangefarbene Schränke auf, eine Technik, die für die Belüftungsanlage der Therme zuständig ist. „Wir sorgen dafür, dass ständig im Eingangsbereich 26 Grad, im Saunabereich 30 Grad und in der Badehalle 33 Grad Raumtemperatur vorhanden ist“, erklärt Henze, und das sei über eine normale Heizung bei den vorhandenen Raumgrößen nicht zu schaffen. Deshalb laufe dies über den Austausch von Warmluft, die für eine gleichmäßige Raumtemperatur sorge.

Da werden pro Stunde mal eben 30 000 Kubikmeter Luft umgewälzt. Riesige blaue Pumpen hingegen wälzen pro Stunde 350 Kubikmeter Wasser und damit den kompletten Wasserinhalt des Innen- und Außenbeckens um, das wiederum durch eine riesige Filteranlage hindurch muss. „Eine Pumpe allein hat wohl ihre 18 000 Watt an Leistung“, sagt Henze und sie beeindruckt schon allein durch ihre Größe.

Durch die Filteranlage muss auch das Frischwasser, das mit hochgiftigem Ozon von Mikroorganismen gereinigt wird. In den Becken selbst würden an mehreren Messstellen ständig Wasserproben entnommen und automatisch untersucht, zusätzlich erfolgen mehrmals am Tag von Hand Probenentnahmen.

In dem Hauptbecken befinde sich zweiprozentige Sole aus der staatsbadeigenen Salinenquelle, die aus 170 Metern Tiefe aufbereitet der Therme zugeführt wird. Pro Gast werde täglich 30 Liter Solewasser ausgetauscht und somit frisch ersetzt. Das alles werde über Computer gesteuert überwacht. So würde die Temperatur an verschiedenen Bereichen der Therme angezeigt, wie auch Wasserqualität, Wasserdruck an den Düsen und etliches mehr.

„Abweichungen sind auf dem Bildschirm erkennbar und dann beginnt für uns die Suche nach der Störungsquelle,“ beschreibt Vogelsang dann eine seiner Aufgaben. Die Technik hier sei vergleichbar mit einem Getriebe, in dem alle Zahnräder ineinandergreifen müssen, damit es funktioniert. Bei einer Störung dann herauszufinden, welches Zahnrad denn nun hakt, sei wie Detektivarbeit.

Mittwoch lesen Sie: Ein Blick in die Jagdhütte vom Hamelner Stadtwald – was verbirgt sich dahinter?

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