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Was tun mit dem Karussell bei Nacht?

Abschließen wird schwierig – Streifen für die Nachtruhe

Bad Pyrmont (jl). Fast vier Wochen ist es jetzt her, dass Anlieger der Brunnenstraße in einem Brief an die Stadtverwaltung darum baten, das Karussell in der Brunnenstraße nachts abzuschließen. Denn Ali und Ilse Kobari sowie ein gutes Dutzend Nachbarn, die spontan ihre Namen unter das Schreiben setzten, fühlen sich durch den regelmäßigen Lärm offenbar angetrunkener Karussellbelagerer immer wieder um ihren Nachtschlaf gebracht.

veröffentlicht am 03.05.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 15:21 Uhr

Wie viele Kinder, so freut sich auch die kleine Paula, wenn ihre Mutter Melanie Ernst sie in der Brunnenstraße Karussell fahren
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Und was hat sich seitdem getan? „Wir haben noch nichts gehört“, sagt Ilse Kobari und rechnet sich deshalb wenig Chancen für ihr Anliegen aus. Doch Stadt-Sprecher Wolfgang Siefert betont: „Wir sind an dem Thema dran.“

Der Wunsch, das Karussell nachts zu arretieren, um seine Anziehungskraft auf übermütige Spätheimkehrer zu mindern, dürfte den Anliegern allerdings nicht so leicht zu erfüllen sein. „Es ist nicht so, dass wir das nicht wollen. Und wir würden auch jemanden finden, der das macht. Aber wir hatten uns das einfacher vorgestellt“, sagt Siefert und führt technische Gründe ins Feld. „Das unter einer Eisenplatte liegende Schloss ist zur Benutzung bei Überprüfungen ausgelegt, aber nicht für den Dauergebrauch“, hat Siefert im Bauamt in Erfahrung gebracht.

Alternativen wie etwa dem Anbringen einer Kette billigt der Stadt-Sprecher indes keinen sonderlich hilfreichen Effekt zu. „Dann würden Betrunkene vielleicht daran rütteln und noch mehr Lärm erzeugen“, fürchtet Siefert.

Sowohl tagsüber als auch nachts gehen Mitarbeiter der Polizei und des Ordnungsamts im Pyrmonter Kurbezirk gemeinsam auf Streife.

Gleichwohl nehme man im Rathaus die Sorgen der Geräusch-gebeutelten Innenstadtbewohner ernst und wolle sie nicht sich selbst überlassen. So verweist Siefert auf regelmäßige gemeinsame Streifen von Polizei und Ordnungsamt durch den Kurbezirk, vor allem in den Nächten am Wochenende.

Diese Präsenz führt auch Udo Nacke, Leiter des Polizeikommissariats an. Denn sie ist Teil des vor einigen Jahren erarbeiteten und seither greifenden Sicherheitskonzepts der Pyrmonter Ordnungshüter. „Und auch der Einsatz- und Streifendienst ist an den Wochenenden stärker besetzt“, sagt der Erste Kriminalhauptkommissar. Allerdings schränkt er ein: „Wir können nicht rein präventiv jemanden die ganze Nacht lang durch die Stadt patrouillieren lassen.“ Und wenn die Streifenwagen gerade zu dringenden Einsätzen unterwegs seien, „dann steht eine Ruhestörung in der Prioritätenbewertung hintenan“.

Allerdings seien in letzter Zeit auf der Wache relativ wenige Beschwerden wegen Lärmbelästigung aufgelaufen. Nacke sieht in diesem Bereich deshalb momentan „keinen besonderen Schwerpunkt“. Doch er weiß auch, dass die Freiluftsaison noch gar nicht richtig begonnen hat.

Und er betont: „Die Leute müssen bereit sein, Anzeige zu erstatten.“ Stünden sie nicht zu ihren Aussagen und seien nicht bereit, als Zeugen auszusagen, dann habe die Polizei nichts in der Hand.

Bad Pyrmonts Kur- und Verkehrsvereins-Vorsitzenden Peter Middel hat das Thema Ruhestörung vor zwei Jahren verstärkt beschäftigt. Damals hatte er mit der Einschaltung eines Sicherheitsdienstes auf Klagen aus den Reihen der KVV-Mitglieder reagiert. Doch die nutzten die Möglichkeit, bei Bedarf den Dienst herbeizurufen, kaum.

Middel macht dafür vor allem finanzielle Gründe verantwortlich. „Wenn man bezahlen muss, um ein Angebot in Anspruch nehmen zu können, dann überlegt man sich das“, vermutet er. Er ist sicher, dass mehr Lärmgeplagte zum Telefon gegriffen hätten, wenn der KVV die Kosten für die Einsätze komplett übernommen hätte.

Ali und Ilse Kobari haben derweil eine erste, kostspielige Konsequenz gezogen, um ihren Leidensdruck zu mindern. „Wir haben alle acht zur Brunnenstraße gelegenen Fenster durch Schallschutzfenster ersetzen lassen“, sagt Ilse Kobari. „Wenn wir die nachts geschlossen halten, ist es nicht mehr ganz so schlimm.“



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