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Bernd Wesemann könnte es im Einwohnermeldeamt mit fast allen Pyrmontern zu tun bekommen haben

Abschied vom Rathaus

Bad Pyrmont. Eigentlich müssten so gut wie alle Pyrmonter Bernd Wesemann kennen, denn irgendwann hat jeder einmal im Einwohnermeldeamt der Stadt Bad Pyrmont etwas zu erledigen, und dort arbeitet seit mittlerweile 34 Jahren Bernd Wesemann als Sachbearbeiter mit einem breiten Aufgabengebiet. Gestern hatte der langjährige Mitarbeiter der Stadtverwaltung seinen letzten Arbeitstag, denn zum Jahresende geht er in Rente.

veröffentlicht am 12.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 03:41 Uhr

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Wesemann hat sein gesamtes Berufsleben in den Diensten der Stadt Bad Pyrmont verbracht, und das waren fast 50 Jahre. Seine Ausbildung zum Verwaltungsangestellten absolvierte er hier, war zunächst als Sachbearbeiter im Sozialamt, in der Stadtkasse und im Gewerbewesen tätig. Die allermeiste Zeit hat er jedoch für das Ordnungsamt gearbeitet, hat Anmeldebescheinigung ausgestellt, Passanträge bearbeitet und früher auch Rentenanträge weitergeleitet. Immer wieder kam es vor, dass Pyrmonter sich in höchster Not an ihn wandten, weil ihr Reisedokument abgelaufen war und sie dies erst kurz vor Antritt einer Reise feststellten. Besonders erinnert er sich noch an einen Fall. Der mittlerweile verstorbene Bürgermeister Fritz Drinkuth hatte Eintrittskarten für das DFB-Fußball-Pokalfinale in Berlin, sein Personalausweis war jedoch abgelaufen. Für die Einreise nach West-Berlin benötigte man damals zu Zeiten der DDR aber einen gültigen Ausweis. Drinkuth wusste sich zu helfen und fragte bei Bernd Wesemann nach, der kurz vor der Abreise das Dokument an einem Samstag verlängerte. Was für einen Bürgermeister – damals waren sie noch ehrenamtlich tätig – galt, galt aber auch für ganz normale Pyrmonter. Auch der eine oder andere Ferienreisende hatte den Ablauf seines Reisepasses nicht rechtzeitig überprüft, und so war Wesemann immer wieder auch an einem Wochenende, bereit, einen Reisepass oder einen Personalausweis zu verlängern. „Damals war das noch möglich“, erinnert er sich.

Zu seinem Aufgabengebiet gehörte auch das städtische Fundbüro. Neben den üblichen Fundsachen wie Fahrräder, Brillen, Schlüssel, Sitzkissen, Schmuck wurde auch schon einmal ein Gebiss abgegeben und nie wieder abgeholt. Aber auch bei der nächsten Versteigerung fand sich auch kein Interessent für die Ersatzzähne. Zu Beginn der 80er Jahre war ein Auto auf dem alten Rathaushof geparkt, das Anlass zu Spekulationen gab, denn es stand dort eine ganze Weile und galt als herrenlos und wurde somit eine Angelegenheit für Wesemann. Der schaltete die Polizei ein, die das Fahrzeug öffnete und eine größere Menge Bargeld. Was genau daraus geworden ist, daran kann er sich aber nicht mehr erinnern.

Jetzt freut er sich auf seinen Ruhestand, will sich um Haus, Garten und die Familie kümmern. Aber nicht nur. Künftig spontan entscheiden zu können, auf Reisen zu gehen, das reizt ihn. „Meine Frau und ich wollten immer schon einmal zur Rapsblüte nach Schleswig-Holstein fahren. In Deutschland gibt es schließlich genug zu entdecken.“red



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