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Holzhausen verabschiedet sich von Pastor Conring und zollt ihm für seine Entscheidung Respekt

„Ab jetzt bist Du nur noch Lenis Papa“

Bad Pyrmont (Hei). Bedauern über den Abschied als Pastor der Gemeinde, aber auch Verständnis und Respekt für die persönliche Entscheidung: Das waren Gefühle, die deutlich mitschwangen und auch ausgesprochen wurden, als Justus Conring sich in der voll besetzten St. Johanneskirche von „seinen“ Holzhäusern verabschiedete. Künftig will er, zugunsten seiner berufstätigen Frau, ganz für seine Familie da sein und die vier Kinder im Alter zwischen drei und 14 Jahren versorgen (wir berichteten). „Daran könnten sich viele Männer mal ein Beispiel nehmen“, sagte eine ältere Besucherin beim Verlassen der Kirche.

veröffentlicht am 04.02.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 14:21 Uhr

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Dass jedem Ende auch ein neuer Anfang innewohnt, machte Pastor Conring gleich zu Beginn des Gottesdienstes deutlich, als er die Jahreslosung verlas. „Wir haben hier keine bleibende Stadt“: Das bedeute Aufbruch und Veränderung, die auch zu einem Christenleben gehörten. Aber: „Noch nie war ich so lange an einem Ort tätig wie in Holzhausen“, machte der Geistliche klar. Genau siebeneinhalb Jahre, und er sei dankbar für alles Gelungene und für das Vertrauen der Gemeinde, betonte Conring. Ob seine Entscheidung langfristig richtig sei und ob ihn die neuen Aufgaben ausfüllen, sei noch ungewiss. Aber: „Ich sehe der Zukunft mit Gottvertrauen entgegen“, sagte der Pastor.

Superintendent Philipp Meyer entband Conring formell von seinen Aufgaben und stärkte ihm auch persönlich den Rücken „Kinder sind ein besonderes Geschenk Gottes, und daher ist Deine Entscheidung nicht nur menschlich verständlich, sondern auch theologisch richtig“, versicherte er seinem zeitweiligen Stellvertreter. Der Gospelchor von St. Johannes, Leitung Hannelore von der Heide, stimmte „a new song“ an und fasste Conrings deutlich positive Stimmung mit „I`m on my way“ in Worte.

Einen sehr persönlichen und herzlichen Abschied bereiteten ihm auch die anderen Gruppen der Gemeinde wie Kirchenvorstand und Gemeindebeirat, die unter anderem sein Organisationstalent und sein Engagement für das neue Gemeindehaus lobten. Die Grüße von 103 Kindern und 21 Mitarbeitern überbrachte die Leiterin der Tagesstätte, Kristine Vaatz. „Ihr Wirken war Religion zum Anfassen“, bestätigte sie.

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Dass auch die Kleinen im Kindergarten dies wohl ähnlich empfinden, hatte Justus Conring erst kürzlich persönlich erfahren und gab es bei der Feier schmunzelnd zum Besten. „Gott, warum machst Du das in der Kirche nicht mehr?“ hatte ihn ein Knirps kürzlich gefragt. Und ein anderer stellte fest: „Ab jetzt bist du nur noch Lenis Papa.“ Ganz pragmatisch und humorvoll schätzten auch seine Kollegen aus den übrigen evangelischen Kirchengemeinden die neue Situation ein: Die Pastoren schenkten Gartengeräte und einen großen Suppentopf, legten aber vorsichtshalber ein Überlebensbuch von Rüdiger Nehberg bei. In Erinnerung an gute ökumenische Zusammenarbeit sagte der katholische Diakon Herbert Grondmann Lebewohl.

Justus Conrings Wirken nach außen, zum Beispiel durch die Tagesstätte und die Krippe, lobte Bad Pyrmonts stellvertretender Bürgermeister Udo Nacke. „Mit Ihrer beruflichen Entscheidung können Sie ein Vorbild für andere sein“, unterstrich er. Sebastian Eicke, Präsident des Holzhäuser Schützenvereins, schenkte dem scheidenden Geistlichen ein Holzwappen. Das letzte Wort hatte Justus Conring: „Dies ist eine wunderbare Gemeinde, in der ich gerne auch weiterhin zu Hause bin.“

Ein Gruß von den Kleinsten der Gemeinde: Die Kinder der Tagesstätte hatten ein Holzkreuz bemalt, und Leiterin Kristine Vaatz überbrachte das Geschenk.



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