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Roberto Legnani entführt mit virtuosen Gitarrenklängen

Ab geht’s ins Traumland

BAD PYRMONT. „Ein Fischer sitzt am Hafen und träumt davon, ein Boot zu besitzen und auf das Meer hinauszufahren. Dann ein zweites Boot und noch eines und damit viel Geld verdienen, um am Strand zu sitzen und zu träumen“, lächelnte Roberto Legnani.Seine Zuhörer in der Beletage verstanden, wovon der Künstler sprach.

veröffentlicht am 24.11.2017 um 16:25 Uhr
aktualisiert am 24.11.2017 um 17:20 Uhr

Roberto Legnani mit seiner Konzertgitarre. Foto: ti
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Autor

Klaus Titze Reporter
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Ohne seine rechte Hand groß zu bewegen, zauberten Daumen und Finger Melodienfolgen und forderten geradezu auf, die Augen zu schließen und sich davontragen zu lassen. Wer schon einmal Andalusiens schöne Städte wie Sevilla, Cordoba oder Granada sah, fand sich bereits nach den ersten zarten Tönen unvermittelt in dem maurischen Schloss Alhambra wieder, in liebreizenden Gärten zwischen leuchtenden Orangen im satten Grün der Blätter, plätschernden Brunnen und prächtigem Farbenspiel.

Oder man ließ sich anhand kleiner Sequenzen in der „Piezas Sudamericanas“ in einer Art Potpourri mit stimmungsvollen Charakterstücken oder Volksweisen in die Melancholie oder Heiterkeit Lateinamerikas entführen, reiste klanglich mit dem Prelúdio do Rio durch Brasilien, mit Milonga und Estrella soltaria nach Uruguay und Argentinien, verzaubert die lachend spielenden Kinder auf der Plazza oder die bunte Kleidung der Indios betrachtend. Ideal fügte sich auch ein argentinischer Tango rhythmisch ein.

Eine besondere Klangvielfalt bot Legnani zudem mit einem Neginot, eine in hebräischer Sprache verfasste Poesie, in diesem Fall als reine Instrumentalmusik. Auch heute noch sollen diese faszinierenden Melodien insbesondere in Frankreich und Israel zu hören sein. Von Francisco Tárrega, einem exellenten Gitarristen zur Jahrhundertwende des 19. Jahrhunderts, scheint sich Roberto Legnani neue Wege für die Spielmethode der Gitarre angeeignet zu haben, denn auch bei seinem Gitarrenspiel wurde der romatische Charakter eines Stückes ganz aus dem Instrument heraus empfunden. Tárregas berühmteste Komposition „Recuerdos de la Alhambra“ ist solch ein Prachtbeispiel, von Legnani brillant vorgetragen.

Ein wirklich zauberhafter Abend in der behaglichen Wohnzimmeratmosphäre der Beletage, eingerahmt von fremdländisch fernöstlichen Bildern.

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