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Hausärztlicher Notdienst will auf die 116 117 umstellen / Gemeinsame Praxis noch Zukunftsmusik

Ab 1. März bleibt nur noch eine Nummer

Bad Pyrmont (jl). Für manchen älteren Menschen mit schwacher Gesundheit ist es ein festes Ritual: Täglich legt er sich die PN-Seite mit dem hausärztlichen Notdienst für den Fall der Fälle zum Telefon. Doch schon in gut zwei Wochen sollen die wechselnden Rufnummern passé sein. Denn auch in der Kurstadt, wo die niedergelassenen Mediziner ihre Bereitschaftsdienste noch immer autark unter sich aufteilen, wird es ab 1. März außerhalb der Praxis-Sprechzeiten und an Wochenenden nur noch eine Wahl geben: die bundesweit gültige Gratis-Nummer 116 117. Für die von starkem Bauschmerz oder hohem Fieber Geplagten entfällt dann – wie schon jetzt im benachbarten Westfalen-Lippe – die Suche nach dem Dienst habenden Hausarzt. Allerdings erfahren sie auch nicht mehr aus der Zeitung, wer gerade die Bereitschaft schiebt.

veröffentlicht am 14.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 04:41 Uhr

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„Die bisherige Regelung hat gut funktioniert“, sagt Dr. Hans-Hermann Zimny. „Aber wir müssen die neue Nummer jetzt einführen.“

Aktuell suchen die Mediziner um die Kreisstellen-Vorsitzende des Kassenärztlichen Vereinigung, Dr. Anette Koch, aber noch nach einem Dienstleister fürs Annehmen der Anrufe. Denn die zentrale Rettungsleitstelle in Hameln habe wegen sonst drohender Überlastung kurzfristig abgelehnt, den Job zu übernehmen, bedauert Dr. Koch.

Die aktuell von dem Lügder Allgemeinmediziner Dr. Bertel Berendes angeregte Schaffung einer gemeinsamen Notfallpraxis der Pyrmonter Mediziner, die nach seiner Vorstellung im Bathildiskrankenhaus angesiedelt werden und nach Feierabend und an Wochenenden auch Lügder Patienten behandeln könnte, wird es allzu bald aber wohl nicht geben. „Wir haben die Idee einer Notfallpraxis mal gedanklich durchgespielt“, sagt Dr. Koch. „Aber das wird nichts sein, was in wenigen Monaten passiert“ – zumal sich bisher offenbar nicht alle niedergelassenen Pyrmonter Ärzte für die Idee begeistern. Nicht zuletzt der Kosten wegen. Denn: Die Entlohnung für die Bereitschaft ist laut Dr. Koch nicht eben üppig, und das Gehalt der Arzthelferin in dieser Praxis müssten sich die Ärzte obendrein teilen. Da empfängt mancher die Patienten lieber in eigener Regie in der eigenen Praxis, wenn er nicht gerade zu Hausbesuchen unterwegs ist.

Hinzu kommt: „In den nächsten Jahren werden einige Hausärzte aus Altersgründen ihre Praxen schließen“, fürchtet die Gynäkologin – auch wenn sie hofft, dass die Kollegen dem Bereitschafts-Pool noch möglichst lange erhalten bleiben. Dass sich dann für die verwaisten Praxen Nachfolger finden, bezweifelt die Gynäkologin. Nach ihrer Überzeugung werden sich deshalb auch die Pyrmonter mittelfristig daran gewöhnen müssen, zum Arzt eine weitere Strecke zu fahren als bisher.

Und was hält man im Bathildiskrankenhaus von Dr. Berendes‘ Idee? „Wir wären zum Wohl der Patienten für jede Form der Kooperation offen, wenn die Hausärzte das möchten“, sagt Geschäftsführer Alfred Karl Walter.

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