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Dr. Wolf-Dieter Nagel beleuchtet im Weltkulturerbe-Vortrag diese „einzigartige Synthese“

Ärzte mehrten den Ruhm der Quellen

Bad Pyrmont. Es war ein Arzt, der einen guten Anteil daran hatte, dass im 16. Jahrhundert die Menschen auf der Suche nach Heilung nach Bad Pyrmont strömten, bekannt als Wundergeläuf. Dr. Burchhard Mitthoff (1501-1565) hatte 1556 darüber geschrieben, dass der lange Zeit versiegte Brunnen am Hylligen Born plötzlich seine Heilkraft wiedererlangte. Seine „Wunderbeschreibung“ trug weit. Zwar ebbte der Strom schon ein Jahr später wieder ab, als die Menschen merkten, dass hier auch nur Wasser sprudelte, doch der Mythos von den heilenden Quellen im Pyrmonter Tal war geboren.

veröffentlicht am 14.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 17:41 Uhr

Autor:

Hans-Ulrich Kilian
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Der Orthopäde Dr. Wolf-Dieter Nagel hatte es am Mittwochabend im gut besuchten Musikraum der Wandelhalle übernommen, auf Bitten der Stadt den Zauber der Pyrmonter Heilmittel und die Bedeutung der genialen historischen Ärzte deutlich zu machen, denn diese „einmalige Synthese“ ist ein bedeutender Teil Pyrmonter Geschichte und ein Pfund, mit dem sich bei der Bewerbung als Weltkulturerbestätte wuchern lässt.

Es waren nicht nur die Quellen, die Bad Pyrmont im 17. und 18. Jahrhundert zu einem Kurort von europäischem Rang und einem Fürstenbad machten, sondern eine ganze Reihe „genialer Ärzte“, wie Nagel befand. Johann Phillipp Seip (1886-1757) entdeckte die Dunsthöhle und nutzte die CO2-Ausgasungen für Heilzwecke. Der von Fürst Anton Ulrich zu Waldeck-Pyrmont zum Brunnenarzt ernannte Seip habe seine Ausstrahlungskraft genutzt, um für seine zahlreichen Patienten selbst komfortable Kurpensionen zu bauen und zu betreiben. „Zar Peter und Friedrich der Große gehörten zu seinen Patienten und trugen seinen, aber auch den Ruhm des Pyrmonter Tales in die Welt hinaus“, so Nagel.

Seip folgte Matthias Marcard (1774-1785), der mit seiner „Beschreibung von Bad Pyrmont“ den Bekanntheitsgrad des Kurortes erheblich steigert. Johann Erhard Trampel (1737-1817) baute 1794 das erste Pyrmonter Solebadhaus, Christoph Wilhelm Hufeland (1762-1836) kam erstmals 1806 mit Königin Luise von Preußen nach Bad Pyrmont und lobte in Worten und Schriften die Quellen des Pyrmonter Tals und lockte den einen oder anderen adligen Kurgast an. „Es waren tatkräftige, weitblickende Ärzte und Brunnenärzte, die mit hohem Fachwissen durch Brunnen- und Badekuren medizinische Erfolge erreichten“, betonte Nagel. Welche Lehre lässt sich daraus ziehen? Vielleicht die, dass es sich lohnt, die Kompetenz der Badeärzte, die heute hier praktizieren, noch stärker zu nutzen.

Peinlich war, dass bei Nagels Vortrag kein offizieller Vertreter der Stadt zugegen war. Und auch der versprochene Computer fehlte, sodass das Publikum auf die Bilder verzichten musste, die der Referent stattdessen imaginär in die Köpfe malte.



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