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Bad Pyrmont wird „oranje“

40 000 Tulpen als Blumengruß für Niederländer

BAD PYRMONT. Mit einem gut 100 Meter langen Band aus 40 000 orangefarbenen blühenden Tulpen begrüßt Bad Pyrmont im kommenden Frühjahr Gäste aus den Niederlanden. Anlass ist das 20-jährige Bestehen der „Oranje Route“, auf der die Gäste der Geschichte ihres Königshauses folgen können.

veröffentlicht am 17.11.2017 um 11:35 Uhr
aktualisiert am 17.11.2017 um 16:50 Uhr

Ohne Handarbeit geht es denn doch nicht: Theo de Vries fährt den Tulpenzwiebelpflug und Ferry Beelen drückt die Grassoden, die hoch stehen bleiben, sorgfältig wieder an. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Die frühere Königin Emma der Niederlande stammt aus dem Haus Waldeck-Pyrmont. Das Staatsbad nimmt den runden Geburtstag der Route zum Anlass, im Kurpark ebenfalls orangefarbene Akzente zu setzen.

Um die Tulpenzwiebel in die Erde entlang der Schlossallee zwischen Konzerthaus und Schlossinsel zu bekommen, hat der Leiter des Kurparks, Michael Mäkler, Spezialisten engagiert. Und die kommen – wie könnte es anders sein – aus den Niederlanden. Theo de Vries und sein Kollege Ferry Beelen reisen derzeit durch ganz Deutschland, um Parks und Grünanlagen in den Farben der Niederlande um Blühen zu bringen. Mit einem speziellen Tulpenzwiebelpflug geht das ruckzuck. Für die 40 000 Tulpenzwiebeln für Bad Pyrmont haben sie keine Stunde benötigt. „Und hinterher sieht der Rasen aus wie vorher“, freut sich Mäkler. Allerdings geht das nicht ganz ohne Handarbeit, wenn feine Baumwurzeln verhindern, dass sich der aufgeschlitzte und angehobene Rasen hinter der Maschine wieder schließt.

„Wir haben eine spezielle Mischung aus früh-, mittel- und spätblühenden Tulpen gepflanzt. Dadurch können wir uns über einen möglichst langen Zeitraum an der Farbenpracht erfreuen“, erläuterte Mäkler, der davon ausgeht, dass die ersten Tulpen Ende März kommenden Jahres erblühen. „Natürlich auch am 27. April, dem niederländischen Königsdaag.“

Ferry Beelen sorgt für Nachschub, BPT-Chef Karsten Stahlhut (rechs unten) schaut interessiert zu. Foto: uk
  • Ferry Beelen sorgt für Nachschub, BPT-Chef Karsten Stahlhut (rechs unten) schaut interessiert zu. Foto: uk

2000 Gäste aus den Niederlanden besuchen jährlich Bad Pyrmont

Mäkler verfolgt die Arbeit der beiden niederländischen Tulpenzwiebelpflanzer ebenso wie Bad Pyrmonts Touristikmanager Karsten Stahlhut, der das Staatsbad auf das 20-jährige Bestehen der „Oranje Route“ im kommenden Jahr aufmerksam gemacht hatte und sich nun freut, dass hier Stadt und Staatsbad gemeinsam für eine farbenprächtige Begrüßung der niederländischen Gäste sorgen. Zusätzlich will Mäkler dafür sorgen, dass auch der Kurpark im Frühjahr im Kern in Orange erblüht, ergänzt mit blau-violetter Bepflanzung. Apropos Begrüßung: Man hätte meinen können, dass die Schilder im Kurpark schon längst auch Erklärungen in niederländischer Sprache aufweisen, doch dem ist nicht so. Das will das Staatsbad nun nachholen.

„Uns und den anderen deutschen Orten an der Oranje Route geht es auch darum, im kommenden Jahr in den Niederlanden noch einmal eine gute Presse zu bekommen“, begründet BPT-Chef Stahlhut die Bemühungen. „Viele Orte werden Tulpen pflanzen, wenn auch nicht in dem Umfang wie in Bad Pyrmont.“

Die Niederländer machen mit 18 Prozent den mit Abstand größten Anteil der jährlich insgesamt 11000 ausländischen Gäste in Bad Pyrmont aus. Laut Stahlhut sorgen die etwa 2000 Gäste aus den Niederlanden für fast 5000 Übernachtungen. „Dafür, dass wir den niederländischen Markt außerhalb der Oranje-Route mangels finanzieller Mittel gar nicht weiter bearbeiten ist das schon ganz okay“, so Stahlhut.

Information

Die Oranje Route

Insgesamt 2400 Kilometer lang ist die Oranje Route, die von Amsterdam aus quer durch die Niederlande und quer durch Deutschland führt und mehr als zwei Dutzend Städte und Orte verbindet, die historische Beziehungen zu den „Oraniern“ beziehungsweise zum niederländischen Königshaus nachweisen können. Die Route führt an unzähligen Architekturdenkmälern und Schlössern entlang, und jeder Ort hat seine eigene Geschichte. Von den Amsterdamer Grachtenhäusern bis zu den Fachwerkbauten in Stolberg, vom Bauhaus in Dessau bis zum Holländischen Viertel in Potsdam.

Bad Pyrmont ist in diesem Kreis mit seinem Schloss dabei. Hier hat Prinzessin Emma aus dem Haus Waldeck-Pyrmont als junge Frau ihren späteren Ehemann König Willem III. kennengelernt. Von 1890 bis 1898 regierte sie als Königin der Niederlande, und vor dem Konzerthaus ist seit 2008 ein Platz nach ihr benannt.

Als die Tourismusroute 1998 ins Leben gerufen wurde, gehörte der damalige BPT-Chef Jürgen Drescher zu den Gründungsmitgliedern dieser Arbeitsgemeinschaft,uk



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