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Lackschuhe, Jeans und Kontrabass

29. Premiumkonzert der „arche“-kammermusik begeisterte

BAD PYRMONT. Ein eher ungewöhnliches Soloinstrument begeisterte am Sonntagnachmittag das Publikum im kleinen Saal des Konzerthauses vollkommen. Zum 29. Premiumkonzert der „arche“-kammermusik hatten die Organisatoren Andreas Ehelebe gewinnen können, der mit dem Kontrabass ein seiner Körperlänge entsprechendes Instrument zu erstaunlicher Klangvielfalt und Intensität führte, am Blüthner-Flügel kongenial begleitet von seinem Partner Georg Michael Grau.

veröffentlicht am 23.10.2017 um 15:58 Uhr

Andreas Ehelebe (links) und Georg Michael Grau. Foto: rr
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Autor

Rudi Rudolph Reporter
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Die beiden jungen Künstler, Ehelebe erst 23, Grau 28 Jahre alt, weisen große Auftrittserfahrung auf, und sie bestachen sowohl durch ihre absolut brillante Interpretation als auch durch ihre höchst sympathische unkonventionelle und freundliche Moderation. So war der Kontakt zu den Zuhörern gleich hergestellt, die auch sofort beim ersten Stück, der „Sonate D-Dur für Viola da Gamba und Cembalo“ von Johann Sebastian Bach, ins erste Erstaunen gerieten. Eigentlich ist der Kontrabass eher ein Orchesterinstrument, und die Zahl der für ihn geschriebenen Solostücke ist überschaubar.

So ist auch die Bach-Sonate für Viola da Gamba geschrieben, und der Kontrabass weist bauliche Elemente sowohl der Violinen als auch der Gamben auf. „Der Kontrabass kann extrem virtuos und sehr lebendig sein,“ erklärte Andreas Ehelebe, und der weiche und warme Ton, der wie Honig ins Ohr tropfte, wechselte mit rauen und harten Passagen, die trotzdem ihren Wohlklang erhielten. Besonders schön zu erkennen war dies bei der „Arpeggione-Sonate D 821“ von Franz Schubert, die, im März 1824 komponiert, dem Arpeggione gewidmet war. Dieses sechssaitige mit Bünden versehene Instrument, auch „Bogen-Gitarre“ genannt, wäre ohne Schuberts Sonate wohl in Vergessenheit geraten.

Von Giovanni Bottesini, dem führenden Kontrabass-Virtuosen des 19. Jahrhunderts, stammte die „Elegia“. Dieser rührige „Popstar“ bereiste Amerika und Kuba, war mit Verdi befreundet und kam eher durch einen Zufall zum Kontrabass. Auch seine „Fantasie über ‚La Sonnambula‘ von Vincenzo Bellini“ begeisterte das Publikum mit ihrer hinreißenden Vielfalt und dem breiten Klangspektrum, das Andreas Ehelebe dem Instrument entlockte.

Das Solostück für Kontrabass „Kadenza“ des zeitgenössischen finnischen Komponisten Teppo Hauta-Aho bediente die musikalische Moderne. Mit dem Klassiker, den Hauta-Aho 1970 für sein Abschlussexamen geschrieben hatte, bewies Ehelebe, locker in Jeans und Lackschuhen gekleidet, die Richtigkeit seiner Vorhersage: „Man kann es sich gut anhören.“

Auch Georg Michael Grau konnte mit „Zehn Variationen über ‚Unser dummer Pöbel meint‘ aus der Oper ‚Die Pilger von Mekka‘ von Christoph Willibald Gluck“ ausgiebig als Solist brillieren, und ein im Gesamteindruck grandioses Konzert entließ ein dankbares Publikum.

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