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Lange Trockenperioden und rekordverdächtige Regenfälle wechseln sich ab / Flüsse fallen trocken

2009 war im Kreis Lippe ein Jahr der Extreme

Kreis Lippe (red). Zwischen langen Trockenperioden und rekordverdächtigen Regenfällen hat sich das Wasserwirtschaftsjahr 2009 im Kreis Lippe bewegt. Damit gehörte es zu den fünf auffälligsten Jahren seit Beginn der Beobachtung vor knapp 50 Jahren. Diese Bilanz zieht das Fachgebiet Wasser-, Abfallwirtschaft, Immissions- und Bodenschutz des Kreises.

veröffentlicht am 27.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 03:21 Uhr

Fiel trocken: Der Rethlager Bach in Detmold-Pivitsheide, aufgeno
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Die Niederschlagssumme im Regierungsbezirk Detmold lag im Zeitraum vom 1. November 2008 bis zum 31. Oktober 2009 – das Wasserwirtschaftsjahr wird in diesem Zeitraum berechnet – rund 15 Prozent unter dem langjährigen Mittelwert.

Im Winterhalbjahr bis Ende April 2009 wurde ein Minus von etwa 25 Prozent ermittelt. Die Sommerhälfte wies ein Defizit zwischen 5 und 8 Prozent zu den langjährigen Mittelwerten auf.

„Hier ist interessant, dass bei einem normalen Oktober das Sommerhalbjahr in Detmold mit einem Verlust von 30 Prozent zu Ende gegangen wäre“, erklärt Fachgebietsleiter Berthold Lockstedt.

„Der Oktober stellte jedoch mit einem Plus von rund 100 Prozent Niederschlag vom langjährigen Mittel eine rekordverdächtige Abweichung dar.“

Während der August in Detmold mit weniger als 10 Millimetern Niederschlag der niederschlagsärmste seit Bestehen der Messung im Jahr 1977 war, fielen allein am 7. Oktober 2009 in Detmold innerhalb von zehn Stunden 56 Millimeter Regen. Dies entspreche etwa 80 Prozent des langjährigen Niederschlagsmittels für den gesamten Oktober.

Bedingt durch die lang anhaltende Trockenheit in den Sommermonaten stellten sich in den lippischen Gewässern außergewöhnlich niedrige Wasserstände ein. So fielen teilweise Gewässerabschnitte wie Rethlage oder Heidenbach trocken.

Das Wasserwirtschaftsjahr 2009 kann insgesamt als abflussarmes Jahr bezeichnet werden. „Das Abflussgeschehen weist ein Minus von über 35 Prozent auf, gemessen an dem Mittel von 46 Jahren Beobachtung“, sagt Sachbearbeiter Rüdiger Kuhlemann. „Im Sommerhalbjahr sank der Abfluss auf rund 50 Prozent gegenüber dem durchschnittlichen Abflussgeschehen ab.“ In Teilbereichen Ostwestfalens war es der abflussschwächste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen. Mittlere und niedrige Abflüsse bestimmten das Jahreskontinuum.

Die außergewöhnliche Niedrigwasserphase ereignete sich im August über einen zusammenhängenden Zeitraum von mehr als vier Wochen. „Bedrohliche Hochwasserereignisse wie zuletzt im Jahr 2007 wurden glücklicherweise nicht registriert“, so Kuhlemann weiter.

In Folge der Trockenheit im Hochsommer kam es zu vielen Problemen bei den Gewässernutzern. So traten zum Beispiel in vielen Fischteichen sehr niedrige Wasserstände und somit eine Gefahr für den Besatz auf.

Wasserkraftanlagen hatten Ausfallzeiten und viele Gartenbesitzer mussten auf das kostbare Nass verzichten. „Wie die extreme Trockenheit gerade im August dieses Jahres zeigte, ist Wasser eine wichtige natürliche Ressource, deren Menge wir nicht beeinflussen können. Auch wenn uns lange Dürren und darauf folgende extreme Hochwasserereignisse bisher verschont haben, sollten wir darauf achten, sorgsam mit dieser Ressource umzugehen“, betont Berthold Lockstedt.



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