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Mehr Gäste, weniger Übernachtungen

„10 Prozent plus sind eher selten“

BAD PYRMONT. Im fünften Jahr in Folge hat Bad Pyrmont einen Rückgang der Übernachtungszahlen verzeichnen müssen. Insgesamt wurden den Statistikern des Landes Niedersachsen 680 000 Übernachtungen aus der Kurstadt gemeldet. Das sind rund 11 000 weniger als 2015. Dafür nimmt die Zahl der Gäste weiter zu.

veröffentlicht am 20.03.2017 um 14:59 Uhr
aktualisiert am 29.05.2017 um 17:49 Uhr

Der Kurpark wird auch für sportliche Aktivität genutzt. Foto: bpt
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Im Jahr 2016 kamen insgesamt 112 789 Gäste, 7894 mehr als im Vorjahr. Karsten Stahlhut, Geschäftsführer der Bad Pyrmont Tourismus GmbH (BPT), wertet die Zahlen aus Hannover insgesamt als Beleg für eine sehr gute Entwicklung und nennt dafür einen Hauptgrund: „Die Privatanreisen sind 2016 um satte 10 Prozent gestiegen. Das ist ein Wert, der so ohne entsprechenden Kapazitätsausbau in Deutschland wohl eher selten erreicht wird, mir ist jedenfalls kein anderer bekannt.“

Die Tendenz ist seit Jahren klar. Die Zahl der Betriebe insgesamt und damit die der Betten nimmt ab. Allein im vergangenen Jahr wurden 100 Betten weniger angeboten als im Vorjahr. Insgesamt verlor Bad Pyrmont 2016 im Privatreisebereich 2326 Übernachtungen (das macht einem Minus von 1,1 Prozent aus), jedoch ist dies laut Stahlhut ausschließlich auf die Schließungen des „Ostheims“ der Landsmannschaft Ostpreußen und des Gästehauses „Maria Friedensthal“ in Löwensen mit zusammen 65 Betten zurückzuführen. Dass die Kliniken 7900 Übernachtungen weniger verzeichneten, führt Stahlhut auf die Brandschutzprobleme der Klinik Weserland zurück, die deswegen gleich mehrere Etagen hatte schließen müssen.

Laut Statistik haben alle Betriebsarten zugelegt. Einzig die Hotels Garni mussten ein Minus von 5,5 Prozent verzeichnen. Stahlhut führt das auf die geringe Teilnahme dieser Unterkunftsart an dem von ihm geschaffenen Premium-Konzept zurück, das den Gästen eine Vielzahl von kostenlosen Leistungen bietet, die von den Gastgebern finanziert werden. „Wenn der Kunde die Wahl zwischen einer Unterkunft mit diesem großen Mehrwertangebot und einer Unterkunft ohne dieses große Mehrwertangebot hat, entscheiden sich vermutlich die meisten Kunden für das erste Haus, erst Recht dann, wenn der Preis vergleichbar ist und dadurch das Preis-Leistungsverhältnis als deutlich besser wahrgenommen wird“, lautet seine Schlussfolgerung. Mittlerweile nehmen laut Stahlhut 55 der insgesamt 82 privaten Gastgeber (inklusive Ferienwohnungen) an diesem Programm teil. Wer nicht dabei ist, kritisiert, dass seine Gäste diese Angebote in der Vielzahl überhaupt nicht wahrnehmen könnten.

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Der BPT-Chef sieht im Premium-Konzept einen Grund für die seit drei Jahren anhaltende positive Entwicklung bei den Privatreisen. „Wenn man berücksichtigt, dass die BPT seit einigen Jahren so gut wie kein klassisches Marketing mehr macht, ist der Zuwachs von 10 Prozent ein hervorragender Wert und zeigt, dass wir es geschafft haben, die Aufenthaltsqualität vor Ort deutlich zu erhöhen und der Gast das entsprechend honoriert,“ sagt BPT-Marketingassistentin Regine Köpnick. Untermauert werde dies durch die Tatsache, dass sowohl die Wiederbesuchsabsicht als auch die Weiterempfehlungsrate seit 2013 um mehr als eine halbe Note gestiegen seien.

Im vergangenen Jahr hatte sich die BPT nach zweijähriger Pause wieder am sogenannten vergleichenden Gästemonitor beteiligt. Lag die Gesamtzufriedenheit mit dem Aufenthalt in Bad Pyrmont 2013 bei der Schulnote 2,36, erreichte dieser Wert 2016 die Note 1,89. Die Note „Sehr Gut“ erhielt einen Anteil von 54 Prozent, 2013 waren es nur 31 Prozent. Zwei von drei Besuchern wollen wiederkommen. „In den Jahren 2011 bis 2013 war dies gerade mal einer von drei“, so Stahlhut, der sich und sein Team auf einem sehr guten Weg sieht und dass der 2013 gewählte Ansatz der „AktivOase unter Palmen“ mit den Inhalten des Premium-Konzeptes sehr glaubwürdig sei und beim Kunden guten Anklang finde. „2013 hatte Bad Pyrmont noch das Image, langweilig zu sein. Das hat sich komplett geändert. Wir haben heute Gäste, die deutlich aktiver sind und radfahren, wandern, baden oder schwimmen.“

Eine Gefahr sieht Stahlhut aktuell nur darin, dass die Gäste bei der Befragung zunehmend auf die Entwicklung des Innenstadtbildes hinweisen. „Bei den Image-Werten ist die ,Exklusivität’ das Einzige, wo ein Negativtrend zu beobachten ist. Alle anderen Messwerte weisen eine sehr positive Tendenz auf.“

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