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Wie die Johannes-Gigas-Schule sich den Herausforderungen als „Schule des gemeinsamen Lernens“ stellt

Zwei Förderlehrerinnen und mehr Sozialarbeit

Lügde. „Nicht alle Kinder sind acht Stunden am Tag voll leistungsfähig“, sagt Uwe Tillmanns. Dabei denkt der Leiter der Johannes-Gigas-Schule nicht zuletzt auch an jene Mädchen und Jungen, die man heute „I-Kinder“ nennt. Das „I“ steht für Inklusion. Denn die Sekundarschule auf dem Lügder Ramberg firmiert, wie schon seit einem Jahr die Kernstadt-Grundschule, neuerdings als „Schule des gemeinsamen Lernens“. Das heißt: Auch Kinder, die mehr Unterstützung brauchen als der Durchschnitt und früher vielleicht eine Förderschule besucht hätten, können hier jetzt aufgenommen werden, wenn ihre Eltern das möchten.

veröffentlicht am 14.08.2015 um 22:33 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 15:07 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Auf die drei Klassen des neuen 5. Jahrgangs mit insgesamt 57 Mädchen und Jungen wurden insgesamt sechs I-Kinder verteilt. Da an der Gigas-Schule regulär keine Sonderpädagogen unterrichten, wird das Kollegium nun über insgesamt 22 Wochenstunden hinweg von zwei Förderschul-Lehrerinnen aus Blomberg unterstützt. „Sie kommen entweder in die Klassen oder fördern die Kinder auch mal extra, in einem anderen Raum“, erklärte Tillmanns neulich den Politikern im Lügder Schulausschuss.

Auf die neue Herausforderung des inklusiven Unterrichts hat sich das Gigas-Kollegium seit dem vergangenen Winter intensiver vorbereitet, Besuche in etablierten Inklusions-Schulen etwa in Bielefeld und Oerlinghausen inklusive. Deshalb ist Tillmanns sicher: „Inklusion geht.“ Spannend sei nun nur noch die Frage: „Wie funktioniert die Zusammenarbeit?“ Bis er darauf eine Antwort findet, werden sicherlich ein paar Monate ins Land gehen.

Immerhin: Was die Schulsozialarbeit betrifft, ist diese Frage längst geklärt. Denn Justo Uceda und seine Kollegin Franziska Berghan vom Westfälischen Kinderdorf arbeiten seit Jahren auf dem Ramberg. „Sie sind unentbehrlich und Gold wert“, sagt Tillmanns.

Mit der Aufstockung von 10 auf 20 Wochenstunden, deren Finanzierung sich die Stadt und die Schule teilen (wir berichteten), werden Uceda und Berkhan hier künftig noch präsenter sein: täglich vier Stunden, von 9.30 bis 13.30 Uhr, wie Tillmann sagt. Zu tun haben die beiden Fachkräfte genug: vom Beratungsgespräch über Mädchen- und Jungen-Projekte sowie soziale Gruppentrainings bis hin zu Hausbesuchen – oder eben eventuell auch mal der zeitweiligen Betreuung von Kindern, „die nicht 33 Stunden Unterricht pro Woche durchhalten“, wie der Schulleiter vermutet.

Ihren Anteil an den Kosten für die Sozialarbeit zahlt die Stadt als Schulträgerin freiwillig. Tillmanns indes hat die zuständigen Behörden in Detmold lange erfolglos bekniet, für die gewünschte Aufstockung zu zahlen. „Irgendwann hatten wir dann die Faxen dicke und haben gesagt: Jetzt machen wir das selbst“, sagt er.

Die Methode zur Finanzierung heißt „Geld statt Stelle“. Tillmanns hat 0,3 Lehrerstellen „kapitalisiert“. Probleme in der Unterrichtsversorgung bringe das nicht. Die Schule sei auch jetzt noch recht gut mit Lehrerstunden versorgt, erklärt der Schulleiter.

In Sachen Inklusion tut sich allerdings noch eine weitere Hürde auf – rein baulicher Natur: Die Gigas-Schule ist alles andere als barrierefrei. Was tun also mit Kindern, deren körperliches Handicap sie am Treppensteigen hindert? Einen Aufzug gibt es in dem Gebäudekomplex bekanntlich nicht. „Mit einem Klassenraum im Parterre würden wir das noch hinkriegen“, glaubt Tillmanns. „Aber die Fachräume liegen alle in den oberen Etagen.“

Das Problem kann die Schule allerdings nicht selbst lösen. Da müsste wohl die Stadt ‘ran.

Gleiches gilt für den Verwaltungstrakt. „Wir brauen dringend einen neuen, größeren“, sagte Tillmanns im Schulausschuss. „Das ist auch ein Herzenswunsch“. „Ein paar Hundert Bücher“ habe die Schule ein Wassereinbruch während der Sommerferien gekostet. Dass das nach einem Starkregen durchs Flachdach des alten Verwaltungs-Pavillons eingedrungene Wasser im Büro von Konrektorin Petra Hagemeister knöcheltief stand, nachdem es drei raumhohe Regale samt Inhalt geflutet hatte, bemerkte Hausmeister Martin Blome zum Glück recht schnell.



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