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Ehrenamtskarte läuft in Lügde ins Leere

Zwei Anbieter, zwei Besitzer – und kein Renner

Lügde (jl). Wer seine Freizeit für ein Ehrenamt drangibt, soll gebührend gewürdigt werden. Der Kreis Lippe tut das seit dem Sommer 2009 mit der „Ehrenamtskarte“. All jene, die seit mindestens drei Jahren mindestens fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden pro Jahr ehrenamtlich tätig sind, kriegen die goldfarbene Karte auf Antrage. Aber nur, wenn sie nicht ohnehin eine pauschale Aufwandsentschädigung erhalten. „Ein Aufsichtsratsvorsitzender, der pro Sitzung 500 Euro bekommt, hat keine Chance“, sagt Saskia Frei-Klages vom Ehrenamtsbüro bei der Kreisverwaltung in Detmold.

veröffentlicht am 03.03.2010 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 15:21 Uhr

Magere Ausbeute: Neben dem „Injoy“-Studio firmiert i
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Lippeweit gewährt die Ehrenamtskarte inzwischen 150 Haltern unterschiedlichste Vergünstigungen bei 38 Anbietern – vom Rabatt auf den Eintrittspreis für Kultureinrichtungen über ein günstiges Mittagessen in einem Bad Salzuflener Altersheim bis hin zum Bonus im dortigen Kurpark. In Lügde indes ist die Karte noch kein Renner. Nur zwei Menschen aus der Großgemeinde besitzen eine. Und die haben sie nicht einmal beantragt, sondern vom Landrat als Präsent bekommen.

„Ich habe meine Karte bisher kaum genutzt“, gibt Manfred Möller, einer der beiden Halter, zu. Einmal schwamm er gratis im Detmolder Freizeitbad „Aqualip“, ein andermal kam er mit Karte umsonst ins Lügder Heimatmuseum.

In Lügde hält sich allerdings auch die Zahl der Anbieter in engen Grenzen. Neben dem Museum hat sich bisher nur das „Injoy“-Fitness-studio als Partner eintragen lassen. Dort spart mit Karte einmalig 50 Euro, wer Mitglied wird.

Viele ehrenamtlich tätige Lügder dürften denn auch denken, was der Elbrinxer Wolfgang Siefert ausspricht: „Die Angebote reißen einen nicht vom Hocker.“ Ein größerer Lügde-Bezug wäre da schon attraktiver. „Zum Beispiel, wenn die Marktscheune oder die ,Kultur im Kloster’ mitmachten“, schätzt Siefert.

Doch wie kommt es, dass so wenig Lügder Anbieter im Boot sind? „Als der Kreis im vergangenen Jahr bei uns anfragte, welche Unternehmen sich für eine Kooperation eignen könnten, habe ich eine Liste mit etwa einem Dutzend Gewerbetreibenden zusammengestellt“, sagt Hauptamtsleiterin Katrin Buhr. Nach Verbänden oder Vereinen habe das Ehrenamtsbüro damals allerdings nicht gefragt.

„Wir sind stetig dabei, die Liste noch zu erweitern“, erklärt Saskia Frei-Klages vom Ehrenamtsbüro in Detmold. Und verspricht: „Wir wollen versuchen, in Lügde ein bisschen mehr Fuß zu fassen.“ Allerdings entsprächen die spärlichen Rückmeldungen aus der Emmerstadt sowohl von potenziellen Nutzern als auch von Anbietern den Erfahrungen in anderen kleineren Orten. „In Detmold oder Lemgo ist das Interesse viel größer“, weiß Frei-Klages. Und ihre Erfahrungen passen ins Gesamtbild. „Jeder zweite Halter nutzt seine Karte nur etwa einmal im Monat, und am attraktivsten sind Rabatte in Schwimmbädern und Museen“, zitiert sie eine Auswertung der Erfahrungen in Hessen, wo es die Karten schon länger gibt als in NRW. Putzig auch: „Viele Ehrenamtliche wollen die Karte gar nicht unbedingt einsetzen, sondern besitzen“, berichtet die Kreisverwaltungs-Mitarbeiterin über die Rückbildungen auch hierzulande. Insofern scheint für die Lipper die Würdigung ihres freiwilligen Einsatzes für die Allgemeinheit mehr zu zählen als der praktische Nutzen. Und auch Katrin Buhr aus dem Lügder Rathaus findet: Die Idee ist super, und viele Sachen fangen erst einmal klein an.“

Weitere Infos zur Ehrenamtskarte für potenzielle Nutzer und Anbieter gibt–s unter Telefon 05231/623034 oder per E-Mail unter ehrenamt@lippe.de.



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