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Wie Lügde mit Fördergeldern neue Angebote zu Mobilität, Hilfe und Service machen will

Zukunftsmanager gefordert

LÜGDE. Der Lügder Rat hat die Zukunft der Stadt beschlossen. Nicht im Detail, sondern in der Zielrichtung: IKEK-Umsetzung nach SWOT-Analyse zur ILE. Damit sich Lügde weiterentwickeln kann, ist es auf Fördergelder angewiesen.

veröffentlicht am 23.11.2017 um 17:46 Uhr
aktualisiert am 23.11.2017 um 18:50 Uhr

Auch diese Baulücke soll nach dem Willen des Rates schnell geschlossen werden. Foto: yt
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Carlhermann Schmitt Reporter
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Nordrhein-Westfalen fördert die integrierte ländliche Entwicklung (ILE) nur, wenn ein integriertes kommunales Entwicklungskonzept (IKEK) vorliegt. Nach einem Jahr hat nun die Planungsgruppe Puche ein 122 Seiten starkes Planungskonzept mit weiteren 92 Seiten Anlagen vorgestellt, um einen Prozess anzustoßen, Lügde in eine verheißungsvolle Zukunft zu führen. Und zwar auf Basis der SWOT-Analyse – sie besteht aus der Betrachtung der Stärken (Strengths), Schwächen (Weaknesses), Chancen (Opportunities) und Bedrohungen (Threats). Dieses Konzept wird auch bald auf der Website der Stadt zu sehen sein.

„Der Schlüssel zum Erfolg sind nicht Informationen. Das sind Menschen.“ Dieses Zitat von Lee Iacoccaa, der den Autokonzern Chrysler aus der Krise führte, stellte der Stadtplaner Dirk Puche der Präsentation der vier Handlungsfelder vor, die die Planungsgruppe in Zusammenarbeit mit den Lügder Bürgern ausgemacht hat. Denn er betonte, dass es die Bürger aller zehn Ortsteile seien, die nur gemeinsam mit der Politik und der Verwaltung eine gute Zukunft für die Stadt entwickeln können.

Geprägt von einer fortschreitenden Überalterung, von wirtschaftlichen und sozialen Gegebenheiten seien folgende Schlüsse zu ziehen: „Es müssen neue Angebote zu Mobilität, Hilfe und Service geschaffen werden.“ Sich ändernde Bedürfnisse bräuchten angepasste Infrastruktureinrichtungen der Daseinsvorsorge. Instrumente, die die Vorteile und Attraktivität des Wohnstandorts Lügde herausstellen, müssen weiter entwickelt werden. Und es müssen Strategien zur nachhaltigen Siedlungsentwicklung entworfen und Anreize zur Ansiedlung geschaffen werden.

Vier Handlungsfelder hat die Gruppe gemeinsam mit den Lügder Bürgern bei den Zukunftskonferenzen erarbeitet: 1. Kommunikation, Soziales, Gesundheit. 2. Siedlungsstruktur und Versorgung. 3. Wirtschaft und Verkehr. 4. Tourismus, Freizeit, Kultur. Diese Handlungsfelder wurden bei der zweiten Zukunftskonferenz gemeinsam mit Schlüsselprojekten den Bürgern vorgestellt.

Jetzt hat auch der Rat entschieden, das IKEK Lügde als gesamtstädtische Entwicklungsstrategie zu implementieren und sich damit für die Förderung für die integrierte ländliche Entwicklung (ILE) beim Land zu bewerben.

In seiner Präsentation mahnte Puche Politik und Verwaltung an, sich klar zu Innenentwicklung zu bekennen. „Sie haben 124 Leerstände und 305 Risikoleerstände, also Häuser die von Bürgern bewohnt werden, die über 70 Jahre alt sind.“ Dazu kommen 171 Baulücken, die das Ortsbild ebenso zerfasern. „Das entspricht mittelfristig 600 Gebäuden, und wenn wir davon ausgehen, dass im Schnitt wenigstens zwei Personen in einem Haus leben, haben Sie damit schon ein Potenzial von 1200 Zuzüglern.“

Ein Heil sah Puche in der Vernetzung: Um die Ortsteile besser zu vernetzen, kann er sich eine Busschleife vorstellen, wobei sich die Touren durch die Südstadt in Rischenau und Falkenhagen kreuzen. Die Bürger sollten sich vernetzen: in multifunktionalen Dorfgemeinschaftsanlagen und in webbasierten Nachbarschaftshilfeportalen.

Grundsätzlich wies Puche darauf hin, dass der größte Handlungsbedarf im Themenfeld „Soziale Infrastruktur“ besteht. Dazu zähle auch die gesundheitliche Versorgung. Die Bedeutung und Attraktivität klafft in diesem Themenfeld am weitesten auseinander. Und neben Verkehr und Mobilität gilt unter den Bürgern auch die Nahversorgung als äußerst bedeutsam.

Ohne einen Manager ist das Konzept allerdings nicht umzusetzen. Alleine die Leerstandsverwaltung und Werbung um Interessenten neue Bürger sei mit der Manpower im Rathaus nicht zu stemmen. Darüber waren sich alle Fraktionen einig. Sie fordern nicht nur, dass die Steuerungsgruppe beibehalten wird, sondern auch einen hauptamtlichen Zukunftsmanager.

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