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In Hummersen kursieren Gerüchte über den Verbleib des Investors / Containerfirma wartet auf Geld

Zukunft des „Hotels zur Post“ wieder ungewiss

Hummersen (jhe). Eigentlich sollte das vor zwei Jahren geschlossene „Hotel zur Post“ in Hummersen ab dem 1. April wieder öffnen. Doch sein Versprechen konnte der Investor Werner Struckmeier offenbar nicht halten. Reinhard Müller, Ortsbürgermeister von Hummersen, weiß zwar „nichts offizielles“, doch im Dorf gebe es Gerüchte, dass „der Investor verschwunden“ sei. „Im Moment hört es sich so an, als ob die Sache tot ist“, sagt Müller.

veröffentlicht am 03.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 06:21 Uhr

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Geht man auf der Straße am Hotel vorbei, könnte man meinen, dass es bald wieder öffnet, die Belegschaft vielleicht gerade nur einen Ruhetag hat. Es gibt kein Schild, das auf einen Verkauf hinweist. Lediglich das Wort „Geschlossen“ steht auf einer Papptafel geschrieben an der Eingangstür.

„Bis heute noch keine Zahlungen erhalten“

Etwa vier Wochen ist es nun her, dass die Arbeiten am Hotel niedergelegt wurden. Der Hummerser Fuhrbetrieb und Containerdienst Baumeister hat von „Mitte Februar bis zum 12. März“ am Hotel gearbeitet, bestätigt Geschäftsführer Josef Baumeister. „Bis heute haben wir noch keine Zahlungen erhalten“, ist er empört. „Es passiert dort überhaupt nichts mehr – warum weiß ich nicht.“ Gerüchte im Dorf, dass Struckmeier „nicht mehr da ist“ hätten ihn hellhörig gemacht, sagt der Geschäftsführer. Daraufhin habe er versucht, den Investor zu erreichen, „kriegte ihn aber nicht ans Telefon“.

So sah sich der Containerlieferant gezwungen, einen Anwalt einzuschalten, um die ausstehenden Zahlungen einzuklagen – „eine beträchtliche Summe für unseren Betrieb“. Der Anwalt sei telefonisch bis zu Struckmeiers Frau durchgekommen, die laut Baumeister gesagt hat, dass ihr Mann im Krankenhaus liegt. „Wir warten nun, bis wir den Mann irgendwie erreichen.“ Doch Baumeister zweifelt daran, dass bei Struckmeier überhaupt etwas zu holen ist.

Dabei, sagt Ortsbürgermeister Müller, „hörte sich erst alles so vielversprechend an“. Auch die Ortsansässigen hätten sich „schon Hoffnung gemacht“. Denn Anfang des Jahres habe die letzte Gaststätte geschlossen, sodass in Hummersen jetzt „vier Ruinen im Dorf stehen“, was für das Ortsbild wenig zuträglich sei. Denn der Verfall lässt sich ohne Investoren nicht aufhalten. „Jeden Tag an dem das Hotel leer steht wird es unansehnlicher“, sagt Müller.

Noch Anfang des Jahres hatte Werner Struckmeier, der aus Bückeburg operierende Makler und Geschäftsführer der „5-Sterne-ImmobilienService GmbH“ vollmundig verkündet, dass er das Hotel wieder attraktiv machen wolle. Auf seiner Internet-Seite sprach er Reisegruppen an und warb mit einem sportbetonten Freizeitprogramm. Auch Motorradfahrer gehörten zu seiner Zielgruppe. Aber die Internet-Seite ist inzwischen aus dem Netz verschwunden und auch Struckmeier selbst ist für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Struckmeiers Projekte der vergangenen Jahre sind zahlreich: Ende 2006 entwickelte er ein Konzept für ein Abenteuer- und Trainingscamp für Kinder in Bückeburg. Die sogenannte „Kids World“ sollte von der „Dienstleistungsgesellschaft Schaumburg“ (DLZ) betrieben werden, die Struckmeier im November 2006 gründete. Über ein Planungsstadium bewegte sich das Projekt allerdings nie hinaus. Anfang 2007 wurde Struckmeier Geschäftsführer beim Verein Haus&Grund Schaumburg-Obernkirchen. Außerdem war er Mitorganisator beim Bergrennen des Motorsportclubs Schaumburg, das für August 2007 angesetzt, aber nicht durchgeführt wurde. Ende 2007 gründete Struckmeier dann die „5-Sterne-Immobilien-Service GmbH“.

Gegenüber den Pyrmonter Nachrichten erklärte Struckmeier Anfang des Jahres, er habe das „Hotel zur Post“ einem befreundeten Immobilien Auktionator abgekauft. „Ich warte täglich auf die Auszahlung meines Kredits“, danach könne alles ganz schnell gehen. Ortsbürgermeister Müller: „Nun ist es wie im letzten Jahr – nämlich dass nichts ist. Wir hätten gerne gesehen, dass es am ,Hotel zur Post’ weitergegangen wäre, aber darauf haben wir keinen Einfluss.“

Dass in der nächsten Zeit noch ein neuer Investor einsteigt, kann sich Müller nur schwer vorstellen. Doch bleibt ihm ein Hauch Optimismus, wenn er sagt: „Den letzten Investor hat ja auch keiner kommen sehen.“

Das „Hotel zur Post“ in Hummersen sollte eigentlich am 1. April vom Investor Werner Struckmeier wiedereröffnet werden. Doch sein Versprechen konnte er offenbar nicht halten. Foto: ein



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