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Womit Baarsens Grundschule kämpft

Zu wenig Geld für die Betreuung am Nachmittag

Baarsen (jl). Weit über 1000 Schulen in Niedersachsen dürfen sich „Ganztagsschule“ nennen. Das heißt: Hier gibt es auch Mittagessen, und die Kinder werden bis in den Nachmittag hinein betreut. So sollen die individuelle Förderung der Schüler verbessert und deren berufstätige Eltern entlastet werden.

veröffentlicht am 07.05.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 19:21 Uhr

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Ganz offiziell ist auch Baarsens kleine Grundschule eine Ganztagsschule. Doch zwischen Theorie und Praxis klafft eine Lücke. Eine Finanzierungslücke: „Weil 2009 ein Schüler fehlte, um zwei Gruppen bilden zu können, haben wir weniger Förderung bekommen“, erinnert sich Schulleiter Arno Zier. Denn in seiner Schule werden jeweils die 1. und 2. sowie die 3. und 4. Klasse jahrgangsübergreifend in insgesamt zwei Gruppen unterrichtet. Deshalb bekommt er für zur Finanzierung der Nachmittage nur halb soviel Geld wie eine Grundschule mit vier Klassen.

Bis heute die Folge: Obwohl eine Ganztagsschule eigentlich an mindestens drei Nachmittagen pro Woche geöffnet sein muss und das in Baarsen tatsächlich sogar an vier Tagen ist, reicht das Geld hier nur für zwei Tage. Mit viel Improvisation haben es der Schulleiter und sein Team bisher geschafft, das Angebot aufrecht zu erhalten. „Aber als die Verträge mit den Honorarkräften auf Arbeitsverträge umgestellt werden mussten, haben sich die Kosten zum Teil verdoppelt“, sagt Zier. Die Folge: Die Rücklagen schmolzen – und das erst recht, als der Betreuungsbedarf der Eltern für ihre Kinder von zunächst drei Tagen auf vier Tage stieg.

War die Kasse zuletzt sogar im Minus, so können Zier und die Eltern jetzt zumindest ein wenig aufatmen. Denn zwei Sponsoren haben mit zusammen 3500 Euro den Weiterbetrieb der Ganztagsschule zunächst einmal für den Rest dieses Jahres finanziert. Lars Diedrichs gab mit seiner Firma Diedrichs Markenvertrieb 3000 Euro, mit weiteren 500 Euro half Dr. Gabriele Nagel-Held von „Bad Pyrmont Windkraft“ aus.

„Für uns ist das eine riesige Summe“, sagt der Schulleiter und hofft, für die Zukunft weitere Unterstützer zu finden. Denn die öffentlichen Mittel werden wohl auch in Zukunft nicht ausreichen.

Dass seine kleine Schule ihren insgesamt 43 Kindern einen guten Unterricht bietet, hat er bei der letzten Schulinspektion ausdrücklich bestätigt bekommen. Und auch die Eltern stehen hinter der Mini-Schule: „Wir setzten uns für ihren Erhalt ein, weil die Kinder gute Lernbedingungen vorfinden und hier eine gute pädagogische Arbeit geleistet wird“, sagt Elternvertreterin Berta Bolte-Wittchen. Zugleich aber betont sie: „Berufstätige Eltern brauchen die Gewissheit, dass die Schule an vier Nachmittagen eine Betreuung anbietet und dieses konstant und nicht jährlich wechselnd.“ Die Eltern könnten sich auch nicht aussuchen, an welchen Tagen sie arbeiten wollten und das auch nicht jedes Jahr neu aushandeln.

Ganz konkret geht ihr die Diskrepanz zwischen dem erklärten Willen zur Ganztagsschule und deren finanzieller Ausstattung gegen den Strich. „Unserer Meinung nach sollten das Kultusministerium und die Politiker auch dafür sorgen, dass die Verlässlichkeit gewährleistet ist.“

Bis es eines Tages soweit ist – falls es angesichts des allerorten beklagten Sparzwangs jemals dazu kommt –, wird die kleine Schule auf dem Berg weiter nach Sponsoren suchen müssen.

Auch das gemeinsame Experimentieren gehört zu den Nachmittagsangeboten in der kleinen Baarsener Grundschule. Doch das Geld vom Land reicht nur für zwei Tage. Den Rest bringen nun Sponsoren auf.

Foto: jl



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